Abo
  • IT-Karriere:

Big Data: Telekom wertet Mobilfunkdaten aus

Die Telekom versucht sich an einem neuen Geschäftsfeld: der Auswertung anonymisierter Daten von Mobilfunknutzern. Der Datenschutz werde bei der Big-Data-Analyse nicht verletzt, versichert das Unternehmen.

Artikel veröffentlicht am , Irina Karabasz/Handelsblat
Telekom-Vorstand und T-Systems-Chef Reinhard Clemens präsentiert auf der Cebit 2015 ein Industrie-4.0-Produkt.
Telekom-Vorstand und T-Systems-Chef Reinhard Clemens präsentiert auf der Cebit 2015 ein Industrie-4.0-Produkt. (Bild: Morris MacMatzen/Reuters)

Die "Big Five" der Digitalisierung hat Reinhard Clemens, Telekom-Vorstand und T-Systems-Chef, zur Eröffnung der diesjährigen Cebit präsentiert: ein gemeinsames Konsortium mit SAP für die Standardisierung von Industrie 4.0, eine Cloud-basierte Plattform, mit der Konzerne leichter ihre Digitalisierungsstrategien voranbringen sollen, eine Handvoll kostenlose Sicherheitslösungen, neue Internetzugangspakete für Mittelständler - und den Einstieg in die Analyse von Massendaten. Genau gesagt, in die Analyse von Mobilfunkdaten.

Stellenmarkt
  1. enowa AG, Raum Düsseldorf, Raum München
  2. BWI GmbH, Bonn

Der Konzern hat aus seinem Forschungs- und Entwicklungsbereich, T-Labs, eine neue Tochter ausgegründet: Motionlogic. Das Unternehmen wertet die anonymisierten Daten der Telekom-Mobilfunknutzer für Kunden aus, auch die von anderen Eigenmarken wie Congstar.

Als einer der ersten Kunden tritt die Verkehrs-Aktiengesellschaft (VAG) Nürnberg auf. Motionlogic soll für sie mit Hilfe der Telekom-Daten Verkehrs- und Bewegungsströme in Echtzeit analysieren. So werden etwa anhand der Anzahl geführter Telefonate oder verschickten SMS an einem Ort Rückschlüsse über die dort anwesende Personenzahl gezogen, wo sie gerade herkommen, wie alt sie etwa sind und wo sie wohnen.

Die VAG erhofft sich durch die Analyse eine bessere Übersicht über genutzte Verkehrsmittel und tatsächlichen Bedarf. "Im konkreten Fall lässt sich so ermitteln, auf welchen Strecken wie viele Menschen im Großraum Nürnberg unterwegs sind", sagt Clemens.

"Wir verkaufen keine Kundendaten. Punkt"

Bisher berufen sich die Verkehrsbetriebe meist auf Zählungen, sowohl manuelle als auch technische wie Lichtschranken. Die VAG betont, sie wolle auch den Bewohnern von Stadtrandgebieten regelmäßige Verbindungen anbieten. Die Bewegungsdaten sind bis auf wenige Hundert Meter genau. Die Telekom weiß, dass das Thema Datenschutz sensibel ist. Wiederholt weist sie darauf hin, dass sie Daten anonymisiert und ausschließlich an die eigene Tochter weitergibt. "Wir verkaufen keine Kundendaten. Punkt", sagte Clemens.

Ausgewertet werden Geschlecht, die Altersgruppe in Zehnjahresschritten und die Postleitzahl ohne die letzte Ziffer. Rückschlüsse auf einzelne Personen seien nicht möglich, betont der Konzern. Das zugrundeliegende Verfahren zur Anonymisierung der Mobilfunkdaten sei von der Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Andrea Voßhoff, als datenschutzkonform und rechtlich einwandfrei bewertet worden. Kunden können der Nutzung ihrer Daten für Analysezwecke widersprechen.

Der Telekom-Vorstand bezeichnete die "neue Methode" als einen "Quantensprung" für alle Beteiligten. Es ist der erste große Vorstoß der Telekom in den Bereich Big-Data-Analyse. Das Unternehmen hat rund 39 Millionen Mobilfunkkunden. Für die Auswertung der Bewegungsströme nutzt Motionlogic neben den anonymen mobilen auch Daten des Wi-Fi-Netzes. Den Vertrieb des Angebots übernimmt T-Systems. Derzeit ist die Berliner Tochter in Deutschland, Polen, Tschechien und Kroatien aktiv auf Kundensuche.

Noch wird das System getestet. Doch die Bonner hoffen auf ein großes Potenzial: "Bei jährlich zehn Milliarden Fahrgästen im deutschen Personennahverkehr ist das eine Aufgabe mit hoher Reichweite", sagte Clemens. Es gäbe genügend sinnvolle Anwendungsfälle für Datennutzung. Es wird sich zeigen, ob die Telekom mit der Datenauswertung eine neue Cashcow großzieht.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 4,19€
  2. (-75%) 14,99€
  3. (-77%) 11,50€

neocron 24. Mär 2015

und? 60% der Deutschen glauben an Gott ... liegen sie damit jetzt richtig? wenn sie...

Anonymer Nutzer 18. Mär 2015

du beziehst dich auf den Thread-Ersteller, oder? Weil du in der Desktop-Ansicht auf...

Ovaron 17. Mär 2015

Da die ************* es wohl für notwendig hält die Filtertüten vor uns zu schützen...

carnival 17. Mär 2015

naja, bisschen mehr als base64 werden sie wohl hinbekommen...

carnival 17. Mär 2015

erleuchte uns/mich bitte, wie das geht. (bitte unter nennung der anonymisierungsmethode...


Folgen Sie uns
       


Doom 1 in der Doom 3 Engine angespielt

Doom Reborn benötigt eine Vollversion von Doom 3 und ist bei moddb.com kostenlos erhältlich. Die Mod wurde von Michael Hanlon entwickelt.

Doom 1 in der Doom 3 Engine angespielt Video aufrufen
Google Maps in Berlin: Wenn aus Aussetzfahrten eine neue U-Bahn-Linie wird
Google Maps in Berlin
Wenn aus Aussetzfahrten eine neue U-Bahn-Linie wird

Kartendienste sind für Touristen wie auch Ortskundige längst eine willkommene Hilfe. Doch manchmal gibt es größere Fehler. In Berlin werden beispielsweise einige Kleinprofil-Linien falsch gerendert. Dabei werden betriebliche Besonderheiten dargestellt.
Von Andreas Sebayang

  1. Kartendienst Qwant startet Tracking-freie Alternative zu Google Maps
  2. Nahverkehr Google verbessert Öffi-Navigation in Maps
  3. Google Maps-Nutzer können öffentliche Veranstaltungen erstellen

Kickstarter: Scheitern in aller Öffentlichkeit
Kickstarter
Scheitern in aller Öffentlichkeit

Kickstarter ermöglicht es kleinen Indie-Teams, die Entwicklung ihres Spiels zu finanzieren. Doch Geld allein ist nicht genug, um alle Probleme der Spieleentwicklung zu lösen. Und was, wenn das Geld ausgeht?
Ein Bericht von Daniel Ziegener

  1. Killerwhale Games Verdacht auf Betrug beim Kickstarter-Erfolgsspiel Raw
  2. The Farm 51 Chernobylite braucht Geld für akkurates Atomkraftwerk
  3. E-Pad Neues Android-Tablet mit E-Paper-Display und Stift

FPM-Sicherheitslücke: Daten exfiltrieren mit Facebooks HHVM
FPM-Sicherheitslücke
Daten exfiltrieren mit Facebooks HHVM

Server für den sogenannten FastCGI Process Manager (FPM) können, wenn sie übers Internet erreichbar sind, unbefugten Zugriff auf Dateien eines Systems geben. Das betrifft vor allem HHVM von Facebook, bei PHP sind die Risiken geringer.
Eine Exklusivmeldung von Hanno Böck

  1. HHVM Facebooks PHP-Alternative erscheint ohne PHP

    •  /