• IT-Karriere:
  • Services:

Big Data: Hessens Corona-Krisenstab will Palantir-Software nutzen

In Deutschland nutzen erste Behörden in der Coronakrise die Software von Palantir. Politiker warnen vor der Kooperation mit dem Unternehmen.

Artikel veröffentlicht am ,
Hessen will mit Hilfe von Palantir auch die Versorgung mit Schutzausrüstung steuern.
Hessen will mit Hilfe von Palantir auch die Versorgung mit Schutzausrüstung steuern. (Bild: Fabrizio Bensch/Reuters)

Die hessische Landesregierung will in der Coronakrise eine Analysesoftware des US-Unternehmens Palantir einsetzen. Der Landeskrisenstab wolle die Software nutzen, "um allgemein zugängliche Informationen wie die Verteilung von Infektionen mit dem Coronavirus, Bettenkapazitäten oder die Versorgung mit Schutzausstattung in einem umfassenden Lagebild darzustellen", sagte ein Sprecher des hessischen Innenministeriums der Süddeutschen Zeitung. Auf diese Weise solle die aktuelle Situation schnell bewertet werden und "Hilfe und Material dort ankommen, wo sie am dringendsten benötigt werden".

Stellenmarkt
  1. Hays AG, Rheinfelden
  2. Universitätsklinikum Erlangen, Erlangen

Dem Bericht zufolge soll die Analysesoftware Foundry eingesetzt werden. Dieses Programm wird in der Coronakrise auch von der britischen Regierung verwendet. Es soll die Integration, Bereinigung und Harmonisierung ungleichartiger Daten ermöglichen, um eine sogenannte Single Source of Truth (SSOT) zu entwickeln, die die Entscheidungsfindung unterstützt. Medienberichten zufolge soll in diesem System eine große Menge vertraulicher Patientendaten zusammenkommen.

Anfang April war bekanntgeworden, dass Palantir mit Behörden in Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz verhandelt, um Software für die Bekämpfung der Coronapandemie zu liefern. Auch in den USA ist Palantir in den Aufbau einer Datenplattform zur Coronapandemie involviert. Firmen-Mitbegründer Peter Thiel gilt als einer der wenigen Unterstützer von US-Präsident Donald Trump aus dem Silicon Valley.

Kritik aus dem Bundestag

Hessen will mit Hilfe der Software beispielsweise die ärztliche Versorgung besser steuern: "Wenn beispielsweise die Infektionszahlen in einem Kreis mit erhöhter Altersstruktur und bereits hoher Auslastung der stationären Einrichtungen stark ansteigen, kann so frühzeitig die Entscheidung getroffen werden, vorgeplante Versorgungseinrichtungen zu aktivieren und die erforderliche Schutzausstattung bereitzustellen", zitiert die Süddeutsche Zeitung den Sprecher des Innenministeriums. Die Software greife dabei nicht auf "individualisierte Person- oder Patientendaten" zu. Deren Einsatz sei mit dem hessischen Datenschutzbeauftragten abgestimmt.

Dennoch kritisieren mehrere Politiker die Kooperation des Krisenstabs mit Palantir. Nach Ansicht des Bundestagsabgeordneten Andrej Hunko (Linke) ist es "fatal, wenn deutsche Behörden mit Konzernen kooperieren, die mit Geheimdiensten unter einer Decke stecken". Dabei werde unter dem Deckmantel des Infektionsschutzes ein System installiert, "das Polizei und Gesundheitsämter schrittweise zu einem Bevölkerungsscanner ausbauen können", sagte Hunko der Süddeutschen Zeitung. Der Grünen-Abgeordnete Konstantin von Notz bezeichnete es als "bedauerlich", dass der Krisenstab "nach einer intensiven öffentlichen Debatte und in dem Wissen, dass es zahlreiche Alternativen gibt, an der hochumstrittenen Firma Palantir als Zulieferer festhält".

Das Bundesgesundheitsministerium hatte Anfang April 2020 mitgeteilt, "aktuell" keine Software von Palantir zu nutzen. Nach Angaben des Neuen Deutschland hat das Unternehmen schon Mitte März ein Konzeptpapier mit dem Titel "Palantir gegen COVID-19" vorgelegt.

Nachtrag vom 4. Mai 2020, 16:08 Uhr

Die hessische Landesregierung entschied sich Ende April gegen den Einsatz der Palantir-Software. Das sagte Innenminister Peter Beuth (CDU) der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Ein Sprecher des Innenministeriums bestätigte dem Hessischen Rundfunk, dass erste Gespräche mit Palantir geführt worden seien, als ein dramatisches Szenario in der Coronakrise gedroht habe. Angesichts der aktuellen Lage habe sich Sozialminister Kai Klose (Grüne) aber gegen einen Einsatz der Software entschieden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. täglich neue Deals bei Alternate.de
  2. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)

bombinho 24. Apr 2020 / Themenstart

Hihihi, cool, das Quellenverzeichnis wird revolutioniert:. [1] NINA-App Einfacher und...

bombinho 23. Apr 2020 / Themenstart

Hier sehe ich das Problem, dass wir seit Wochen wissen, wo die Saege klemmt und die...

t_e_e_k 23. Apr 2020 / Themenstart

Das ist schon alles wenig zielführend. Das führt nur zum ruf nach mehr überwachung. Was...

Flyns 22. Apr 2020 / Themenstart

Ach, gehts mal wieder um Corona-Apps?

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Warcraft 3 Classic und Warcraft 3 Reforged im Vergleich

Classic vs Reforged: Im Video vergleicht Golem.de die Grafik der ursprünglichen Fassung von Warcraft 3 mit der von Blizzard erstellten Neuauflage.

Warcraft 3 Classic und Warcraft 3 Reforged im Vergleich Video aufrufen
    •  /