Big Brother Awards 2014: Kanzleramt gescholten, Edward Snowden geehrt

Der Big Brother Award 2014 geht an das Kanzleramt, weil es die Aufklärung der NSA-Affäre verschleppt. Erstmals gibt es aber auch einen Positivpreis: Edward Snowden erhält den neu geschaffenen "Winston und Julia Award".

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Der Fuss der Statue, die als Preis beim Big Brother Award vergeben wird.
Der Fuss der Statue, die als Preis beim Big Brother Award vergeben wird. (Bild: Digitalcourage)

Das Kanzleramt ist einer der Empfänger des Big Brother Awards 2014. Als oberste Fachaufsicht der Geheimdienste hätten die alte und neue Bundesregierung "mit Massenausforschung und Digitalspionage verbundene Straftaten und Bürgerrechtsverstöße nicht abgewehrt," heißt es in der Begründung der Jury. Daher werde der Preis für "geheimdienstliche Verstrickungen in den NSA-Überwachungsskandal sowie unterlassene Abwehr- und Schutzmaßnahmen" verliehen.

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Erstmals gibt es aber auch einen Positivpreis des Vereins Digitalcourage. Der ehemalige NSA-Mitarbeiter und Whistleblower Edward Snowden bekommt den "Winston und Julia Award" für seine Enthüllungen zum "Machtmissbrauch" und dem "frivolen Umgang" mit den Grundrechten der Bürger, sagte Heribert Prantl von der Süddeutschen Zeitung. Der neue Preis ist nach den beiden Hauptfiguren in George Orwells Roman "1984" benannt, die sich gegen die Totalüberwachung durch Big Brother zur Wehr setzen. Der Preis ist mit einer Million Aufklebern dotiert, auf denen Asyl für Snowden gefordert wird und die bundesweit verteilt werden sollen.

Kritik am Untersuchungsausschuss

Prantl kritisierte in seiner Laudatio auch die Arbeit des NSA-Untersuchungsausschusses: "Das Seltsame dabei ist, dass die Mehrheit im Ausschuss den nicht hören will, der den Skandal aufgedeckt hat. Die CDU/CSU redet über Snowden, als habe er eine ansteckende Krankheit. Und die SPD widerspricht kaum." Bundeskanzlerin Angela Merkel fürchte offenbar ärgerliche Reaktionen der Amerikaner, wenn sie im Mai in die USA reise, sagte Prantl.

Zu den weiteren Gewinnern gehören unter anderem das Unternehmen Computer Science Corporation (CSC), das auch für die US-Geheimdienste tätig ist. Dessen deutsche Tochter setzt für die Bundesregierung den elektronischen Personalausweis, die Kommunikation über De-Mail sowie das bundesweite Waffenregister um.

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