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Bieterwettstreit: Ellison bürgt mit 40 Milliarden im Paramount-Warner-Deal

Larry Ellison will Paramount beim Bieterwettstreit um Warner Bros helfen. Der Oracle-Mitgründer bürgt persönlich mit 40 Milliarden Dollar.
/ Andreas Donath
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Oracle-Verwaltungsratschef Ellison (Bild: Oracle/Screenshot: Golem)
Oracle-Verwaltungsratschef Ellison Bild: Oracle/Screenshot: Golem

Ein Milliardär bürgt für einen Milliardendeal. Larry Ellison, Mitgründer von Oracle, will persönlich mit mehr als 40 Milliarden Dollar für Paramounts Übernahmeangebot garantieren. Der Konzern versucht, Warner Bros Discovery (WBD) zu schlucken – gegen den Willen des Vorstands und gegen die Konkurrenz von Netflix, wie der Guardian berichtet(öffnet im neuen Fenster) .

Was ist passiert? – Vorstand zweifelt an Finanzierung

WBD-Aktionäre stehen vor einer Entscheidung zwischen zwei Angeboten. Paramount bietet 108,4 Milliarden Dollar für das gesamte Unternehmen. Netflix will dagegen nur ausgewählte Sparten für 82,7 Milliarden Dollar kaufen. Der WBD-Vorstand empfiehlt das Netflix-Angebot – und bezweifelt, dass Paramount die nötige Finanzierung stemmen kann.

Die Kritik trifft. In den Pflichtmitteilungen fehlten Details zur Geldquelle. Woher sollten 108 Milliarden Dollar kommen? Paramount reagierte mit Larry Ellisons Garantie über 40,4 Milliarden Dollar an Eigenkapital. Der Rest soll über Kredite und weitere Investoren finanziert werden.

Investor springt ab, Ellison springt ein

Die Finanzierungsstruktur geriet zuletzt ins Wanken. Affinity Partners, eine Investmentfirma von Jared Kushner, stieg vergangene Woche aus. Als Geldgeber waren außerdem der saudi-arabische Public Investment Fund und die Qatar Investment Authority gelistet. Ellisons persönliche Garantie soll die entstandene Lücke schließen.

An der Börse reagierten Anleger vorsichtig optimistisch. WBD-Aktien stiegen am Montag um 2,8 Prozent, Paramount legte 7 Prozent zu. Netflix verlor 0,8 Prozent. Die beiden Angebote unterscheiden sich fundamental. Netflix will nur die Filmstudios, HBO und HBO Max übernehmen. Paramount bietet für alles – inklusive CNN, Cartoon Network und Discovery Channel.

Streamingbranche unter Konsolidierungsdruck

Der Vorstand hält Paramounts Angebot trotz höherer Summe für zu riskant. Eine detaillierte Begründung blieb bisher aus. David Ellison, Sohn von Larry und Paramount-Chef, verteidigte das 30-Dollar-Angebot pro Aktie als bessere Option für Aktionäre. Das Gebot wurde am 4. Dezember eingereicht.

Gerry Cardinale von Redbird Capital, einem Paramount-Investor, ging in die Offensive. In einem CNBC-Interview(öffnet im neuen Fenster) appellierte er direkt an die WBD-Aktionäre – nicht an den Vorstand. Die Aktionäre würden das Unternehmen besitzen, nicht die Direktoren oder CEO David Zaslav. Der Kommentar deutet an, dass Paramount den Vorstand umgehen und direkt die Investoren überzeugen könnte.

Die Schlacht zeigt den Konsolidierungsdruck in der Unterhaltungsbranche. Streamingwettbewerb und verändertes Konsumverhalten zwingen Unternehmen zu Zusammenschlüssen. Larry Ellisons Bereitschaft, privates Vermögen einzusetzen, unterstreicht das Vertrauen in den Deal. Der Oracle-Gründer zählt zu den reichsten Menschen der Welt.

Ob WBD umdenkt, bleibt offen. Mit Netflix laufen bereits rechtliche und regulatorische Vorbereitungen. Ein Kurswechsel würde voraussetzen, dass der Vorstand Paramounts Angebot als überlegen einstuft. Ellisons Garantie könnte den Ausschlag geben – oder zu spät kommen.


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