BGP und RPKI: Cloudflare will sicheres Internet durch Anprangern von ISPs

Das Absichern von BGP-Routen im Internet ist wichtig. Aber nicht alle ISPs sind mit der Methode von Cloudflare einverstanden.

Artikel veröffentlicht am ,
BGP soll sicherer werden, dazu nutzt Cloudflare eine Social-Media-Kampagne.
BGP soll sicherer werden, dazu nutzt Cloudflare eine Social-Media-Kampagne. (Bild: Bru-nO/Pixabay)

Mit einer Social-Media-Kampagne will der Internetdiensteanbieter Cloudflare andere ISPs dazu bringen, die Verwendung des Border Gateway Protocol (BGP) besser abzusichern. Dazu hat das Unternehmen die Webseite Is BGP safe yet? gestartet und fordert Nutzer auf, darüber zu testen, ob ihr eigener Provider BGP absichert. Über eine Schaltfläche kann ein vorgefertigter Tweet an den ISP gesendet werden, der BGP laut Cloudflare nicht ausreichend absichert. Das finden aber nicht alle Provider gut.

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BGP wird für die grundlegende Routing-Infrastruktur des Internets genutzt, um einzelne autonome Systeme (AS) miteinander zu verbinden und so das Internet zu bilden. Das Protokoll ist vergleichsweise alt und enthält keine Sicherheitsmechanismen. Das wiederum führt immer wieder zu sogenannten Route-Leaks oder aber auch dem bösartigen Route-Hijacking. Um dagegen vorzugehen, kann auf Route Origin Validation (ROV) gesetzt werden, also die Überprüfung von BGP-Routen.

Als Grundlage dienen dafür kryptographische Schlüssel, Zertifikate und die Resource Public Key Infrastructure (RPKI). Damit lässt sich validieren, ob die Ankündigung von BGP-Routen von einem bestimmten Netzwerk ausgehen darf oder eben nicht. Cloudflare überprüft mit seiner Webseite nun, ob diese Validierung stattfindet.

Für das Unternehmen ist die Absicherung von BGP offenbar ein sehr wichtiges Anliegen. So hat sich Cloudflare etwa bereits im vergangenen Sommer öffentlich über einen Fehler im Zusammenhang mit BGP beschwert. Das Magazin Wired berichtet darüber hinaus, dass ein BGP-Fehler vor wenigen Wochen für den Cloudflare-CEO Matthew Prince "der letzte Strohhalm" gewesen sei, um etwas gegen die fehlende Absicherung von BGP zu unternehmen.

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Die Art und Weise der Umsetzung und möglicherweise auch der Zeitpunkt stört einige ISPs, die nun auf Twitter die ständig gleichlautenden Meldungen bekommen. Der Schweizer ISP Init7 bezeichnet diese etwa auf Twitter als "Spam". Der kleinere britische ISP Andrews and Arnold hat darüber hinaus einen ausführlichen technischen Blogpost veröffentlicht.

Mit relativ deutlichen Worten schreibt Andrews and Arnolds dort zu der Kampagne von Cloudflare: "Wir glauben, dass es Internetnutzer, die möglicherweise keine Ahnung haben, was BGP überhaupt ist, unnötig und absichtlich erschreckt und diese dann glauben, dass ihre ISPs verantwortungslos handeln, um sie dann auf Twitter automatisch anzuprangern, vielleicht zu Unrecht".

Der Provider schreibt weiter, dass dieser zwar daran arbeite, RPKI umzusetzen. Das sei aber ein kompliziertes Unterfangen und nichts, "was wir mitten in einer Pandemie machen wollen". Der Provider hat nun schlicht die von Cloudflare für den Test genutzten Routen manuell blockiert.

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Temoc 23. Apr 2020

wihelm.tel filtert bereits seit dem 16. Juli 2019 aktiv invalide RPKI routen raus. So...

LinuxMcBook 20. Apr 2020

Allerdings. Von dem Ausfall auf die Zuverlässigkeit der CDN-Dienste von Cloudflare zu...

ikhaya 20. Apr 2020

Stehen auch drin mit " started ". Bis man das sauber eingerichtet hat, dauert es halt. Is...

ikhaya 20. Apr 2020

Du hast keinen RPKI Anbieter. Es sind pro Internet Region die jeweiligen Institutionen...



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