Bild.de will Schadenersatz

Anschließend habe "Bild über mehrere Monate sämtliche Bildplus-Artikel und deren exklusive Inhalte mit den kostenlosen Inhalten von Focus Online abgeglichen", hieß es weiter. Nach Ansicht Reichelts "stiehlt und verwertet" das Burda-Medium die exklusiven Geschichten von Bild, "um auf diese Weise kostengünstig, ohne jedes redaktionelle Investment, die eigene Reichweite zu erhöhen".

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Sollte Bild mit der Klage Erfolg haben, hätte der Verlag des Leistungsschutzrecht für Presseverleger auf ungewöhnliche Weise ausgedehnt. Medien könnten damit verhindern, dass andere Medien "systematisch" deren exklusive Inhalte in modifizierter Form weitergeben. Bislang ist jedoch nicht bekannt, dass es eine Art Monopol auf bestimmte Inhalte gibt, solange mit der Wiedergabe nicht gegen den urheberrechtlichen Schutz des Werkes verstoßen wird.

Derzeit scheint unklar, wie ein juristischer Erfolg für Springer aussehen könnte. Bild klagt auf Unterlassung, verlangt Auskunft über die Arbeitsweise bei Focus Online und will eine Schadenersatzfeststellung erreichen. Es ist jedoch kaum vorstellbar, dass das Gericht eine Art "Obergrenze" von Artikeln festlegt, die Focus Online wiedergeben darf. Das wäre ein kaum hinzunehmender Eingriff in die Pressefreiheit. Ebenfalls dürfte Focus Online kaum gerichtlich verboten werden dürfen, beispielsweise die wichtigsten Äußerungen des designierten US-Präsidenten Donald Trump aus einem exklusiven Interview mit der Bild-Zeitung wiederzugeben.

Springer: Geschäftsmodell der Branche wird angegriffen

Auch kann man Focus Online kaum vorwerfen oder gar verbieten, "unmittelbar nach der Erstveröffentlichung" die Inhalte von Bild.de weiterzuverbreiten, wie es von Springer moniert wurde. Sollten Medien etwa drei Tage lang damit warten? Ein solcher Zwang würde eine Art Sperrfrist für bereits veröffentlichte Inhalte bedeuten. Das ist gerichtlich nicht durchzusetzen.

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Die Behauptung von Bild.de-Chef Reichelt, mit dem Vorgehen von Focus Online werde "das Geschäftsmodell einer ganzen Branche" angegriffen, trifft ebenfalls nicht zu. Schließlich verstecken die meisten Medien hinter ihrer Paywall Inhalte wie längere Analysen oder Reportagen, die sich nicht ohne Weiteres zu einer nachrichtlichen Meldung eindampfen lassen. Im Gegenteil: Selbst die Bild am Sonntag macht mit Vorabmeldungen auf diese Inhalte aufmerksam.

Zumindest ein Ziel dürfte Springer mit der Klage erreicht haben: Die Praxis von Focus Online ist einmal mehr öffentlichkeitswirksam an den Pranger gestellt worden. Ob sich der Burda-Verlag davon einschüchtern lässt, bleibt abzuwarten. Im Sinne der Pressefreiheit wäre es zu begrüßen, wenn die Klage gerichtlich durchgefochten würde. Falls der Axel-Springer-Verlag aber Erfolg hat, wäre es konsequent, die Bild-Zeitung in Bild-Datenbank umzubenennen.

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 Bezahlinhalte: Bild fordert Obergrenze für Focus Online
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Anonymer Nutzer 19. Jan 2017

dpa/reuters/.... -also Presseagenturmeldungen 1:1 durchzureichen. Da brauchts ein Abo der...

Anonymer Nutzer 19. Jan 2017

Das wird noch kommen. Bei dem Niedergang den die Presse derzeit erlebt wird irgendwann...

Rulf 19. Jan 2017

das problem ist, daß die ne eigene hochbezahlte und spezialisierte rechtsabteilung...

thinksimple 18. Jan 2017

In Regensburg haben se den Oberbürgermeister verhaftet. Bild recherchiert zur Zeit die...

ip_toux 18. Jan 2017

Bitte nennt die Bild Zeitung nicht Zeitung. Die haben mehr mit klatschpresse zu tun als...



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