Bezahldienste: Adblocker-Anbieter Eyeo übernimmt Flattr

Das im vergangenen Jahr groß angekündigte neue Flattr-Plugin ist immer noch nicht fertig. Der schwächelnde Mikrobezahldienst hat nun seine Eigenständigkeit an Eyeo verloren.

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Flattr-Gründer Peter Sunde
Flattr-Gründer Peter Sunde (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Aus der Kooperation wird eine Übernahme: Der Kölner Adblocker-Anbieter Eyeo übernimmt den 2010 gegründeten Mikrobezahldienst Flattr. "Unser Ziel, das Internet fair und sicher zu halten, deckt sich mit den Werten von Eyeo", sagte Flattr-Mitbegründer Peter Sunde zu der Übernahme. Auf der Republica 2016 hatte Sunde bereits zusammen mit der Eyeo-Mitarbeiterin Laura Dornheim ein Bezahlmodell für dessen Werbeblocker Adblock Plus vorgestellt.

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In den vergangenen zehn Monaten hätten beide Firmen "intensiv an unserer gemeinsamen Vision gearbeitet und sind dadurch natürlich auch als Team zusammengewachsen", ergänzte Sunde. Daher sei dieser Schritt "der einzig sinnvolle". Laut Dornheim werden drei Mitarbeiter von Flattr übernommen. Sunde gehöre nicht dazu, werde aber als Berater zur Seite stehen.

Neues Bezahlmodell ohne Klicks

Der Mitteilung zufolge hat Flattr seit 2010 Zahlungen an über 30.000 Inhalte-Anbieter ermöglicht. Nach einem anfänglichen Hype stagnierten allerdings die Benutzerzahlen. Für Medien sind die Einnahmen durch Flattr inzwischen nicht mehr relevant. Während die taz im November 2010 noch mehr als 1.800 Euro einnahm, waren es im Februar 2017 nur noch 90,37 Euro. Flattr-Chef Linus Olsson räumte 2013 ein, dass die technischen Anforderungen zu hoch seien. Vor allem mit dem Einbau eines Flattr-Buttons in ihre Seiten seien viele Blogger überfordert.

Mit einem Browser-Plugin will Flattr nun ein neues Bezahlmodell etablieren. Die Leser können mit Flattr Plus nicht mehr einen einzelnen Artikel "flattern". Stattdessen misst das Plugin die Interaktion des Nutzers mit den Seiten. Es solle nicht nur registriert werden, ob ein Medium über die Homepage aufgerufen werde, hatte Dornheim im Gespräch mit Golem.de erläutert. Entscheidend sei vielmehr, ob ein Artikel tatsächlich gelesen und nicht unbeachtet in irgendeinem Tab geöffnet werde. "Es wird erst dann ein Flattr getriggert, wenn eine bestimmte Hürde an Interaktion überschritten wurde", sagte Dornheim. Der Algorithmus soll im vergangenen Mai schon "ziemlich gut" funktioniert haben.

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Allerdings funktioniert er immer noch nicht so gut, um ihn bereits freischalten zu können. Laut Dornheim soll das definitiv noch in diesem Jahr der Fall sein. Es sei nicht so einfach, das Plugin so zu programmieren, dass es bei allen Medien funktioniere. In den kommenden Wochen könne es bereits eine geschlossene Beta-Version geben, um das neue Flattr-Plugin testen zu können. "Mittelfristig" solle das Plugin zudem in Adblock Plus integriert werden, hatte Dornheim im vergangenen Jahr gesagt.

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