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Bezahlbarer Strom: Kosten der Energiewende gerechter verteilen

Die feste Einspeisevergütung hat den Ausbau von Windkraft und Photovoltaik enorm beschleunigt. Neue Ideen können das System fairer machen.
/ Mario Petzold
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Der Ausbau erneuerbarer Energien wird günstiger, aber die Kostenverteilung wird derzeit diskutiert. (Bild: Getty Images/Sean Gallup)
Der Ausbau erneuerbarer Energien wird günstiger, aber die Kostenverteilung wird derzeit diskutiert. Bild: Getty Images/Sean Gallup
Inhalt
  1. Bezahlbarer Strom: Kosten der Energiewende gerechter verteilen
  2. Den Markt teilen oder komplett vereinheitlichen

Eine Analyse des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung(öffnet im neuen Fenster) in Köln zeigt Mechanismen auf, mit denen bekannte Ungleichheiten und drohende Fehlentwicklungen in unserem zukünftigen Energiesystem verhindert werden können. Mit der festen Einspeisevergütung soll gerade ein Werkzeug abgeschafft werden, das exemplarisch für die bisher erfolgreiche wie ungerecht verteilte Energiewende steht.

Dank der verlässlichen Förderung über einen festen Zeitraum konnten die zunächst sehr hohen Investitionskosten gut refinanziert werden. Die Methode, die auch in Schweden angewendet wurde, beschleunigte die Energiewende zu Beginn deutlich.

Die Förderkosten wurden jedoch über eine Strompreisumlage finanziert, die vornehmlich Privathaushalte bezahlen mussten. Dadurch war privat genutzter Strom in Deutschland teils doppelt so teuer wie Industriestrom, in Schweden sogar dreimal so teuer.

Mittlerweile wird die Umlage aus Steuern und nicht mehr über die privaten Stromrechnungen finanziert. Auch die Kosten pro Kilowattstunde sind dramatisch gesunken. Anfangs lag die Vergütung bei über 100 Cent je Kilowattstunde, mittlerweile liegt der Betrag teils bei 5 Cent.

Der höchste Strompreis gewinnt

Während dieses System laut dem Bericht von über 100 Ländern kopiert wurde und dank stark gesunkener Gestehungskosten nur noch moderate Kosten verursacht, steht ein zweiter Mechanismus in der Kritik. Nach dem Merit-Order-Prinzip(öffnet im neuen Fenster) bestimmt der teuerste eingespeiste Strom den Preis am Markt.

Das führte vor allem in den letzten Jahren dazu, dass teure Reservekraftwerke mit Gasturbinen den durchschnittlichen Strompreis nach oben getrieben haben. In diesen Stunden konnten insbesondere Betreiber von Windkraftanlagen ihren Strom mit hohen Gewinnen einspeisen.

Das Hauptproblem daran sei, dass der Strompreis sich damit an den Produktionskosten ausrichtet, die bei Gas extrem hoch, bei Wind- und Solarkraft dagegen praktisch nicht existent sind. Diese Anlagen verursachen den Großteil ihrer Kosten bereits beim Bau.


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