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Better Place: Elektroauto-Startup gibt auf

Better Place ist am Ende. Das Unternehmen wollte die Autoindustrie umkrempeln und hatte in einigen Ländern, darunter Dänemark und Israel, mit Elektroautos von Renault sowie Ladestationen versucht, Kunden zu gewinnen.
/ Andreas Donath
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Better-Place-Gründer Shai Agassi auf der IAA 2009 (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
Better-Place-Gründer Shai Agassi auf der IAA 2009 Bild: Werner Pluta/Golem.de

Das Startup Better Place hat nach einem Bericht(öffnet im neuen Fenster) der Nachrichtenagentur Associated Press in Israel die Liquidierung des Unternehmens angekündigt. Es soll in den rund fünf Jahren seines Bestehens rund 850 Millionen US-Dollar von zahlreichen Investoren wie General Electric Co., HSBC, Israel Corp, Morgan Stanley und Ofer Brothers erhalten haben.

Better Place wurde vom ehemaligen SAP-Manager Shai Agassi gegründet und kooperierte mit Renault, von dem die Elektroautos stammen. Der Renault Fluence Z.E. wurde ohne Akku verkauft. Dadurch ist der Einstieg in die Elektromobilität für den Kunden relativ preiswert. Das Better-Place-Geschäftsmodell sah vor, dass der Energiespeicher Eigentum des Infrastrukturbetreibers bleibt. Bei diesem schließt der Kunde ein Abonnement für eine bestimmte Kilometerzahl im Monat ab.

Die Akkus können über die Ladestationen von Better Place geladen werden. Später sollten auch vollautomatische Akkuwechselstationen eingesetzt werden. Sie sollten den erschöpften Akku gegen ein geladenes Exemplar austauschen, damit der Fahrer den Ladevorgang nicht abwarten muss.

Zunächst sollte das Konzept in Ländern wie Dänemark, Japan, Israel und auf der Inselkette Hawaii etabliert werden, wo die Autofahrer in der Regel kürzere Wege zurücklegen müssen. Auf Hawaii wurden beispielsweise rund 130 Ladestationen eingerichtet, die aber im März 2013 verkauft wurden, um die Kosten zu reduzieren. Das Unternehmen beschloss, sich zunächst auf Dänemark und Israel konzentrieren.

Nach einem Bericht der Website Cnet(öffnet im neuen Fenster) schlugen Versuche fehl, neues Kapital aufzubringen, als im November 2012 nach Angaben des 30-prozentigen Teilhabers Israel Corp Verluste von 561,5 Millionen US-Dollar angehäuft worden waren und weitere Defizite erwartet wurden.


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