Betrugsvorwürfe bei Werbepreisen: US-Behörde klagt gegen Amazon wegen Milliardeneinnahmen
Die US-Wettbewerbsbehörde FTC und mehrere Bundesstaaten verklagen das Internetunternehmen Amazon wegen des Vorwurfs künstlich verteuerter Werbeplätze. Über sieben Jahre hinweg habe der Konzern bei Auktionen von Werbeanzeigen heimlich die Preise nach oben getrieben und so wahrscheinlich zweistellige Milliardenbeträge verdient, erklärte die Federal Trade Commission(öffnet im neuen Fenster).
Die Generalstaatsanwälte aus 22 US-Bundesstaaten schlossen sich der Klage an. "Diese höheren Kosten wurden größtenteils an die amerikanischen Verbraucher weitergegeben", sagte der FTC-Vorsitzende Andrew Ferguson. Wenn einer der weltweit größten Onlinehändler unlautere Praktiken anwende, könnten die Folgen verheerend sein.
Die Aktien des Unternehmens notierten am 31. August 2026 rund 2,5 Prozent im Minus. Eine Anfrage bei Amazon zu den Vorwürfen blieb zunächst unbeantwortet.
Vorwurf der Behörde: Amazon bricht eigene Regeln
Unternehmen können Amazon dafür bezahlen, dass ihre Werbung bei bestimmten Suchergebnissen auftaucht. Welches Unternehmen den Werbeplatz bekommt, wird per Auktion entschieden.
Laut Darstellung der FTC muss der Höchstbietende dafür aber nicht den tatsächlichen Preis seines Gebots zahlen, sondern nur einen Cent mehr als der Zweitplatzierte. Das heißt: Wenn eine Firma 200 US-Dollar bietet und eine andere 190 US-Dollar, muss die erste Firma nur 190,01 US-Dollar für den ersteigerten Werbeplatz zahlen.
Bei der Produktwerbung habe Amazon aber in nahezu vier von fünf Fällen doch das volle Gebot des Erstplatzierten einkassiert, so der Vorwurf. Damit habe das Unternehmen gegen die eigenen Regeln verstoßen.
Laut der FTC gibt es für diese Praxis Beweise in firmeninternen Dokumenten, in denen von einem "versteckten Aufschlag" die Rede sei. Zudem habe der Konzern die Preise mit fiktiven Auktionsteilnehmern selbst in die Höhe getrieben. Der Klage zufolge nahm Amazon die heimliche Änderung vor, weil das Unternehmen unzufrieden mit den Einnahmen aus den Werbeauktionen war.
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