Der Versuch, Booking.com über den Betrug zu informieren
Nun begann Teil zwei der Erfahrung: der Versuch, Booking.com über das vermutlich betrügerische Angebot zu informieren und so andere Kunden zu warnen. Mitte Januar schrieb ich fünf E-Mails an security, customer-service, reservations und press und mediarelations – Adressen bei Booking.com, ohne eine einzige Antwort. Ebenso scheiterte der Versuch, über die Webseite Kontakt aufzunehmen oder über die im Security-Portal angegebenen Hotline-Nummern Support zu bekommen – die Warteschleife gewann stets gegen die Geduld des Anrufers.
Doch über eine Woche später, als wir bereits aufgegeben hatten, kam plötzlich Post: Am 24. Januar trudelte eine Mail von Booking.com ein mit dem Betreff: "Sicherheitshinweis: Ihre Buchung in der Unterkunft Modern Apartment Brussels Wifi". No Shit, Sherlock!
"Sehr geehrte(r) Markus Feilner,
vielen Dank, dass Sie sich bei Ihrer Buchung XXXXXXXXXX in der Unterkunft Modern Apartment Brussels WiFi für Booking.com entschieden haben.
Einige Kunden haben uns berichtet, dass sie verdächtige E-Mails oder Anrufe erhalten haben, die von Kriminellen sein könnten, die sich als Vertreter von Booking.com oder der Unterkunft ausgeben. Mit dieser E-Mail möchten wir Ihnen dabei helfen, kriminelle Kontaktaufnahmen von Dritten, die sich als Vertreter von Booking.com oder der Unterkunft ausgeben, zu identifizieren.
Wie Sie herausfinden, ob Sie von Booking.com oder einem Kriminellen kontaktiert wurden:
* Wir werden Sie niemals darum bitten, uns Ihre Kreditkarteninformationen via E-Mail oder Telefon mitzuteilen.
* Wir werden Sie niemals darum bitten, eine Überweisung zu tätigen, die sich von der Ihrer Buchungskonditionen unterscheidet.
* Wir werden Ihnen immer von einer offiziellen Booking.com-E-Mail-Adresse schreiben (die auf @booking.com endet) und diese E-Mail wird niemals einen Link enthalten, der nicht auf eine Booking.com-Seite oder eine Villas.com-Seite führt.
Damit wir Ihnen helfen und Sie unterstützen können, wählen Sie bitte die auf Sie zutreffende Option aus:
* Wenn Sie keine verdächtige E-Mail oder verdächtigen Anruf erhalten haben, klicken Sie hier.
* Wenn Sie eine verdächtige E-Mail oder einen verdächtigen Anruf erhalten, aber nicht darauf reagiert haben, klicken Sie hier.
* Wenn Sie glauben, eine verdächtige E-Mail oder einen verdächtigen Anruf erhalten zu haben und wenn Sie Ihre Kreditkarteninformationen preisgegeben oder eine Überweisung getätigt haben, klicken Sie hier.
Vielen Dank, dass Sie sich für Booking.com entschieden haben. Wir sind 24 Stunden am Tag für Sie da, um Ihnen zu helfen und versichern Ihnen noch einmal, dass die Sicherheit Ihrer Daten unsere oberste Priorität ist."
Sowohl der Mausklick auf das zweite "hier" als auch eine Antwort via E-Mail mit der Beschreibung des Sachverhalts und der Frage, ob man denn die eigene Anzeige des verdächtigen Anbieters erhalten habe, verhallten ungehört.
Doch die Info-Mail beinhaltete auch die Adresse einer PR-Agentur, und die werden in der Regel dafür bezahlt, Presseanfragen zu beantworten. Außerdem nannte die Agentur eine Ansprechpartnerin. Menschen, endlich.