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Betrugsverdacht bei Aufnahmeprüfung: KI-Überwachung versagt bei Test an Universität

Auffällig hohe Ergebnisse bei der Onlineprüfung der UNAM zwingen 58.000 Bewerber zu einem neuen Test in Präsenz.
/ Nils Matthiesen
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Verdacht auf Betrug an der UNAM (Symbolbild) (Bild: Andy Barbour / Pexels)
Verdacht auf Betrug an der UNAM (Symbolbild) Bild: Andy Barbour / Pexels

Die mexikanische Universität UNAM hat ihr Aufnahmeverfahren für das kommende Studienjahr von Ende Mai bis Anfang Juni erstmals vollständig online durchgeführt. Genau 158.727 Bewerber absolvierten die aus 120 Multiple-Choice-Fragen bestehende Prüfung aus der Ferne. Dabei kamen der Lockdown-Browser des Anbieters Respondus sowie die KI-gestützte Plattform EdTest.ia der Firma Territorium Life zum Einsatz. Nun müssen etwa 58.000 Personen den Test vor Ort wiederholen, berichtet Eluniversal(öffnet im neuen Fenster).

Grund für diese Maßnahme sind ungewöhnlich hohe Testergebnisse. Zwischen 2021 und 2025 erreichten lediglich 3,5 Prozent der Prüflinge 100 oder mehr Punkte. Im aktuellen Test erzielten 16,3 Prozent dieses Ergebnis. Noch deutlicher fiel der Anstieg bei den Spitzenergebnissen aus: Erreichten zuvor 0,9 Prozent eine Punktzahl von 110 oder mehr, waren es diesmal 5,5 Prozent. Der Rektor der Universität entschuldigte sich laut einem Bericht von Jornada(öffnet im neuen Fenster) bei den ehrlichen Bewerbern für die erneute Belastung. Der Kontrolltest sei jedoch notwendig, um Chancengleichheit beim Zugang zu garantieren.

Schutzmaßnahmen wirkungslos

Die eingesetzte Sicherheitssoftware sollte Täuschungsversuche unterbinden. Der Lockdown-Browser sperrt während der Prüfung das Drucken, Kopieren, den Wechsel zu anderen Webseiten sowie das Öffnen sonstiger Anwendungen. Das System von Territorium Life überwachte die Webcams per KI-Algorithmus auf auffälliges Verhalten, etwa die Nutzung von Mobiltelefonen, Ohrhörern oder das Verlassen des Bildausschnitts. Ergänzend beaufsichtigte eine menschliche Aufsichtsperson jeweils 150 Prüflinge.

Trotz dieser Vorkehrungen, durch die die UNAM knapp zwei Prozent der Tests wegen Fehlverhaltens annullierte, reichten die Maßnahmen nicht aus. Der KI-Experte Raul Rojas erklärte gegenüber Medien(öffnet im neuen Fenster), dass statistische Modelle darauf hindeuten, dass knapp die Hälfte der Studenten bei der Onlineprüfung getäuscht habe.

Neue Prüfung in Präsenz

Spezielle Onlinekonten verbreiteten bereits vor den Prüfungen Tipps zum Umgehen der Überwachung. Dazu gehörten das Positionieren von Monitoren außerhalb des Kamerabereichs zur Nutzung von ChatGPT, das Verbergen von Ohrhörern unter den Haaren oder die Beauftragung Dritter. Da es sich um Multiple-Choice-Fragen handelte, fehlen typische Textspuren von KI-Generatoren.

Eine Expertenkommission der UNAM empfahl daher eine Kontrollprüfung in Präsenz. Diese gilt für alle Personen, die dieses Jahr einen Platz erhielten, sowie für diejenigen, die seit 2021 die erforderliche Mindestpunktzahl erreichten. Betroffen sind rund 58.000 Personen.


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