Abo
  • IT-Karriere:

Betrug: Weitere Opfer von vermeintlichem Windows-Telefon-Support

Erneut sind Windows-Nutzer von einem vorgeblichen Microsoft-Telefon-Support betrogen worden. Die Strafverfolgungsbehörden hatten nach mehreren Aktionen gegen die Urheber auf ein Ende der betrügerischen Masche gehofft.

Artikel veröffentlicht am ,
Betrüger geben vor, der Computer sei gehackt worden.
Betrüger geben vor, der Computer sei gehackt worden. (Bild: Jörg Thoma)

Im vergangenen Monat hat es mindestens 20 neue Fälle von Windows-Nutzern gegeben, die Opfer eines vermeintlichen Microsoft-Telefon-Supports geworden sind, wie die Verbraucherschützer des Marktwächter-Portals berichten. Eigentlich hatte die Hoffnung bestanden, dass diese Betrügereien ein Ende hätten. Denn die Staatsanwaltschaft in Niedersachsen ging gegen die Betreiber von Call-Centern vor, die in Indien angesiedelt waren. Im Mai 2016 wurden die Geschäftsräume mit indischen Strafverfolgungsbehörden durchsucht und sieben Personen in Haft genommen. Mehrere indische Call-Center wurden geschlossen.

Vermeintlicher Microsoft-Support ruft an

Stellenmarkt
  1. SEG Automotive Germany GmbH, Stuttgart-Weilimdorf
  2. Knorr-Bremse Systeme für Nutzfahrzeuge GmbH, Schwieberdingen

Die Masche der Betrüger ist immer die gleiche und als Microsoft-Technical-Support-Calls bekannt: Windows-Anwender erhalten Telefonanrufe von angeblichen Microsoft-Mitarbeitern, die helfen wollen, ein vermeintliches Computerproblem zu beheben. Dabei behaupten die Betrüger beispielsweise, dass die Computer der Nutzer mit Viren oder Trojanern infiziert oder gehackt worden seien. In einem solchen Fall sollten Angerufene sofort auflegen.

Folgt der Nutzer den Anweisungen per Telefon und spielt eine Software zur Fehlerbehebung auf den PC, erhalten die Betrüger direkten Zugang zum Computer des Betroffenen. Zum Ende des Telefonats wird er dazu genötigt, 180 bis 250 Euro für ein neues vermeintliches Sicherheitszertifikat zu zahlen. Die Betrüger gaukeln vor, dies sei notwendig und koste eigentlich viel mehr.

Betrüger drohen mit Datenlöschung

Weigern sich Anrufer die Summe zu zahlen, drohen die Täter beispielsweise mit der Löschung von Computerdateien. Aber auch das Sperren des Computers mit einem Kennwort ist üblich. Damit können Anwender nicht mehr ohne weiteres auf ihr System zugreifen und müssen darauf vertrauen, dass das Kennwort nach Zahlung der geforderten Summe genannt wird.

Die Staatsanwaltschaft Osnabrück geht davon aus, dass bis September 2016 bundesweit mehr als 7.600 Personen durch diese Betrugsmasche geschädigt wurden. "Die Dunkelziffer wird allerdings um ein Vielfaches höher geschätzt", sagt Per Prins, Referent für Telekommunikation des Marktwächters in der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Verbraucher, die in jüngster Zeit Erfahrungen mit derartigen Telefonbetrügern gemacht haben, können Strafanzeige bei der Polizei erstatten. Nähere Hinweise dazu gibt die Verbraucherzentrale Bundesverband. Außerdem können solche Betrugsversuche auch an Microsoft gemeldet werden, um dagegen vorzugehen.

Golem.de hat sich mal "helfen" lassen

"Das jüngste Durchgreifen des Landeskriminalamts Niedersachsen und der Staatsanwaltschaft Osnabrück war zwar erfolgreich, konnte das Problem der Telefonabzocke aber noch nicht beheben", so Per Prins, Referent für Telekommunikation des Marktwächters Digitale Welt in der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. "Auch weiterhin werden Verbraucher durch diese kriminellen Anrufe belästigt und unter falschen Tatsachen genötigt, ihren Computer für den Anrufer freizugeben. Das Problem bleibt aktuell. Das Call-Center in Kalkutta war scheinbar nur die Spitze des Eisbergs."

Im Mai 2016 hatte sich Golem.de darauf eingelassen, sich von einem fingierten Microsoft-Support helfen zu lassen. Der Erlebnisbericht Dirty Harry erklärt mein Windows für kaputt beschreibt das Vorgehen der Betrüger, um Computernutzer zu verunsichern und sich Zugriff zu den betreffenden Systemen zu verschaffen.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. ab 369€ + Versand
  2. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  3. 274,00€

Atalanttore 08. Okt 2016

Leider kommen diese Telefonanrufe aus Indien viel zu selten. Vielleicht schreckt sie auch...

Salzbretzel 07. Okt 2016

Was hast du gegen Justin? Du bist ja nur neidisch auf ihn! /sarkasmus> Mal ernsthaft...

blaub4r 07. Okt 2016

Am meisten fand ich die Version mit einem Mac. Er gibt am Telefon Anleitungen für irgend...

RechtsVerdreher 07. Okt 2016

Man, wann ruft bei euch wieder Dirty Harry an, das war so spannend. :D

Kein Kostverächter 07. Okt 2016

Warum sollte der Social-Media-Wahn die IT-Bildung erhöhen? Weder auf Facebook, Whatsapp...


Folgen Sie uns
       


Maxus EV80 probegefahren

Golem.de hat mit dem Maxus EV80 einen chinesischen Transporter mit europäischer DNA getestet.

Maxus EV80 probegefahren Video aufrufen
Projektorkauf: Lumen, ANSI und mehr
Projektorkauf
Lumen, ANSI und mehr

Gerade bei Projektoren werden auf Plattformen verschiedener Onlinehändler kuriose Angaben zur Helligkeit beziehungsweise Leuchtstärke gemacht - sofern diese überhaupt angegeben werden. Wir bringen etwas Licht ins Dunkel und beschäftigen uns mit Einheiten rund um das Thema Helligkeit.
Von Mike Wobker


    Mobilfunktarife fürs IoT: Die Dinge ins Internet bringen
    Mobilfunktarife fürs IoT
    Die Dinge ins Internet bringen

    Kabellos per Mobilfunk bringt man smarte Geräte am leichtesten ins Internet der Dinge. Dafür haben deutsche Netzanbieter Angebote für Unternehmen wie auch für Privatkunden.
    Von Jan Raehm

    1. Smart Lock Forscher hacken Türschlösser mit einfachen Mitteln
    2. Brickerbot 2.0 Neue Schadsoftware möchte IoT-Geräte zerstören
    3. Abus-Alarmanlage RFID-Schlüssel lassen sich klonen

    Dr. Mario World im Test: Spielspaß für Privatpatienten
    Dr. Mario World im Test
    Spielspaß für Privatpatienten

    Schlimm süchtig machendes Gameplay, zuckersüße Grafik im typischen Nintendo-Stil und wunderbare Dudelmusik: Der Kampf von Dr. Mario World gegen böse Viren ist ein Mobile Game vom Feinsten - allerdings nur für Spieler mit gesunden Nerven oder tiefen Taschen.
    Von Peter Steinlechner

    1. Mobile-Games-Auslese Ein Wunderjunge und dreimal kostenloser Mobilspaß
    2. Mobile-Games-Auslese Magischer Dieb trifft mogelnden Doktor
    3. Hyper Casual Games 30 Sekunden spielen, 30 Sekunden Werbung

      •  /