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Betrug: Googler soll 1,2 Millionen US-Dollar mit Insiderwissen gemacht haben

Mit Wetten auf die meistgesuchten Personen des Jahres soll ein Googler 1,2 Millionen US-Dollar erzielt haben – das Wissen hatte er von Google.
/ Tobias Költzsch
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Ein Google-Mitarbeiter soll Insiderwissen für Wetten verwendet haben und wird deshalb angeklagt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Ein Google-Mitarbeiter soll Insiderwissen für Wetten verwendet haben und wird deshalb angeklagt. Bild: Tobias Költzsch/Golem

Der Google-Mitarbeiter Michele Spagnuolo wird in den USA unter anderem wegen Insiderhandels angeklagt(öffnet im neuen Fenster). Spagnuolo soll mithilfe vertraulicher Informationen seines Arbeitgebers auf der Wett-Plattform Polymarket zwischen Oktober und Dezember 2025 insgesamt 1,2 Millionen US-Dollar in Kryptowährungen erzielt haben.

Den Gewinn soll er mithilfe komplexer Finanztransaktionen zu verschleiern versucht haben. Daher wird Spagnuolo auch wegen Geldwäsche angeklagt. Der Fall wird am Gericht im Southern District of New York verhandelt. Spagnuolo ist italienischer Staatsbürger und wohnt in der Schweiz.

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, sein Insiderwissen für Wetten auf die meistgesuchten Personen des Jahres verwendet zu haben. Spagnuolo griff über ein ihm zugängliches Tool auf die Daten der Year-in-Search-Kampagne von Google zu und verwendete die Informationen für Wetten bei Polymarket.

Angeklagter soll Ergebnisse der meistgesuchten Personen gekannt haben

Da er die Ergebnisse gekannt haben soll, konnte er hohe Erlöse erzielen. Dabei setzte er vor allem hohe Summen darauf, dass bestimmte Personen nicht an erster Stelle der Liste landen würden. So soll Spagnuolo 937.688 US-Dollar darauf gewettet haben, dass Bianca Censori nicht Nummer 1 wird. 624.000 US-Dollar setzte er darauf, dass Papst Leo XIV. nicht auf Platz 1 der Liste landet, 509.149 US-Dollar darauf, dass Donald Trump nicht an der Spitze landet.

Spagnuolo wich der Anklage zufolge auf hohe Einsätze bei Nein-Wetten aus, nachdem er bei Ja-Wetten nur wenig Geld setzen konnte. Bei der Wette darauf, dass der Künstler d4vd etwa auf Platz 1 landet, lag die Gewinnwahrscheinlichkeit bei 0 Prozent. Entsprechend investierten kaum andere Nutzer in die Wette, weshalb nicht genügend Liquidität für einen hohen Einsatz vorhanden war.

Nachdem Spagnuolo mit seinen hohen Wetten einen Gewinn von 1,2 Millionen US-Dollar erzielt hatte, soll er das Geld zwischen Dezember 2025 und April 2026 über zahlreiche Transaktionen auf verschiedene Krypto-Wallets verteilt haben. Nachdem in Foren Gerüchte aufkamen, dass hinter dem Polymarket-Nutzer ein Google-Mitarbeiter stehen könnte, änderte Spagnuolo den Nutzernamen AlphaRaccoon in einen alphanumerischen Namen.

Hinterlegtes Konto auf eigenen Namen brachte das FBI auf Spagnuolos Spur

Das FBI kam dem Italiener letztlich auf die Spur, weil er bei einem der verwendeten Krypto-Tauschdienste einen Zahlungsanbieter verwendete, bei dem ein Empfängerkonto auf seinen Namen hinterlegt war. Spagnuolo drohen im Falle einer Verurteilung für die Anklagen wegen Überweisungsbetrug und Geldwäsche jeweils bis zu 20 Jahren Haft. Auf die dritte Anklage wegen Wertpapierbetrugs sind Strafen zwischen 10 und 25 Jahren üblich. Das Strafmaß legt allerdings ein Richter fest.


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