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Betrug: Hinweise auf eigene Fake-Profile von Dating-Plattformen

64 Prozent der Nutzer haben den Eindruck, mit Fake-Profilen angelockt zu werden. Der Betreiber habe nur ein Ziel: jede kostenlose Mitgliedschaft in ein kostenpflichtiges Abo zu wandeln.
/ Achim Sawall
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Versprochenes Liebesglück (Bild: Jorge Silva/Reuters)
Versprochenes Liebesglück Bild: Jorge Silva/Reuters

Einige Dating-Plattformen sollen Mitarbeiter einsetzen, um Fake-Profile anzulegen. Das ergaben Recherchen der ARD-Sendung Vorsicht, Verbraucherfalle vom 5. Dezember 2016(öffnet im neuen Fenster). Diese Beschäftigten seien unter mehreren Profilnamen aktiv. Hinweise darauf finden sich auch in den allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Hinter gefälschten Profilen können sogenannte IKM-Schreiber (Internet Kontaktmarkt) stehen. Seriöse Plattformbetreiber setzen sie ein, um das Verhalten von angemeldeten Mitgliedern oder Interessenten zu überprüfen, in den AGB werden sie Controller oder Moderator genannt. "Unseriöse Plattformen dagegen setzen IKM-Schreiber mitunter auch dazu ein, um Kunden unlautere und betrügerische Angebote zu unterbreiten", berichtet die Rechtsanwaltskanzlei Rassi Warai(öffnet im neuen Fenster) in ihrem Blog. Danach stehen in Deutschland rund 2.500 Singlebörsen, Partnervermittlungen, Singlechats, Seitensprungdienste und andere datingähnliche Plattformen zur Verfügung.

Umfrage: Kontaktanfragen kurz vor Ablauf der Kündigungsfrist

64 Prozent der Nutzer haben den Eindruck, es häufig mit Fake-Profilen zu tun zu haben, ergab eine Umfrage des Verbraucherportals Aboalarm.de im Auftrag der ARD-Sendung. Sie erhalten dubiose Kontaktanfragen sofort nach der Anmeldung (42 Prozent), Chat-Nachrichten mit 0815-Standard-Floskeln (41 Prozent), Kontaktanfragen kurz vor Ablauf der Kündigungsfrist (23 Prozent) und Fotos, die sich als unecht herausstellten, weil sie in unterschiedlichen Profilen immer wieder auftauchten (13 Prozent).

Bernd Storm van's Gravesande vom Verbraucherportal Aboalarm.de vermutet hinter den verdächtigen Kontaktanfragen Aktivitäten der Dating-Portale: "Der Betreiber hat nur ein Ziel: jede kostenlose Mitgliedschaft in ein kostenpflichtiges Abo zu wandeln", sagte Storm. Im Unterschied zu klassischen Partnervermittlungen werben zwar fast alle Online-Dating-Portale damit, kostenfrei zu sein, doch für viele Funktionen muss der Nutzer zahlen. Nutzer können Kontaktanfragen oder Nachrichten nur lesen und beantworten, wenn sie zahlen. Storm: "Da sich aber vermeintlich jemand für den jeweiligen Nutzer interessiert, will er dann natürlich auch wissen, wer das ist und zahlt dann dafür."

Aboalarm.de hat 450 Nutzer befragt, die ihren Online-Dating-Vertrag in der Zeit von Juli bis September 2016 über das Verbraucherportal gekündigt hatten.


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