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Betrug: Bundesnetzagentur sperrt Erotik-Rufnummern

Statt sexwilliger schöner Frauen am Handy sind unter einer 0900-Vorwahl nur Warteschleifen geboten worden. Das Geschäftsmodell wurde jetzt von der Bundesnetzagentur verboten.
/ Achim Sawall
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Die Anzeigen für naive Anrufer (Bild: Bundesnetzagentur)
Die Anzeigen für naive Anrufer Bild: Bundesnetzagentur

Die Bundesnetzagentur hat zahlreiche Erotik-Telefonnummern mit 0900-Vorwahl wegen versteckter Kosten abgeschaltet. Das gab die Regulierungsbehörde am 7. Dezember 2017 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Für die Rechnungslegungs- und Kassierung wurde ein Verbot ausgesprochen.

Auf einem Kleinanzeigenportal wurden erotische Kontaktanzeigen geschaltet, die jeweils eine Mobilfunknummer einer Frau als Kontaktmöglichkeit angaben. Die Gespräche zielten aber darauf ab, den Verbraucher möglichst lange in der Leitung zu halten, um hohe Kosten zu generieren. Diese künstliche Warteschleife wurde durch das in die Länge gezogene Mitteilen der angeblich privaten Handynummer der Frau erzeugt. Betroffene erklärten, sie seien zusätzlich aufgefordert worden, weitere 0900-Nummern anzuwählen. Auch wurde ihnen in Aussicht gestellt, dass Gesprächskosten am Ende der Verbindung storniert würden.

Warteschleife: Die beworbenen Frauen gab es gar nicht

Die beworbenen Mobilfunknummern wurden lediglich für den Zweck genutzt, Verbraucher zur Anwahl von Premium-Dienste-Rufnummern zu bewegen. Die beworbene Frau in der Anzeige war unter der Mobilfunknummer nicht erreichbar.

"Mobilfunkrufnummern wurden gezielt genutzt, um hohe Kosten zu verschleiern" , sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann. Weil Verbraucher in die Irre geführt wurden, sei die Behörde eingeschritten.

Für die Warteschleifen-Rufnummern 09005107690, 09005107693, 09005107694 und 09005107703 wurde die Abschaltung wegen missbräuchlicher Bewerbung von Premium-Dienste-Rufnummern angeordnet. Das Verbot der Rechnungslegung und Inkassierung gilt für die Zeit vom 1. August bis 8. Dezember 2017.


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