Betrüger am Werk: Verbraucherzentrale warnt vor falschen Polizisten am Telefon

Einige Einwohner Deutschlands haben offenbar in letzter Zeit vermehrt betrügerische Anrufe erhalten. Wie aus einer am Montag herausgegebenen Warnmeldung der Verbraucherzentrale NRW(öffnet im neuen Fenster) hervorgeht, geben sich die Anrufer dabei als Polizisten aus, die im Auftrag von Europol, Interpol oder dem Bundeskriminalamt (BKA) anrufen. Sie wollen Betroffene um ihre Ersparnisse bringen.
Den Angaben nach greifen die Betrüger dabei in der Regel auf eine von zwei bewährten Methoden zurück. Bei einer davon behaupten sie am Telefon, Hinweise auf einen geplanten Einbruch erhalten zu haben. Folglich müssten Geld und Wertsachen aus dem Haus der Zielperson "in Sicherheit gebracht" werden, so der Vorwand.
Ein Polizist in Zivil komme später vorbei, um die Sachen abzuholen. Reagiert das Opfer misstrauisch, so bringen die Betrüger weitere Druckmittel ins Spiel. Sie werfen der Zielperson dann beispielsweise vor, polizeiliche Ermittlungen zu behindern.
Fake-Ermittlungen von Europol oder Interpol
Bei der zweiten Methode hören Betroffene, die einen der betrügerischen Anrufe annehmen, häufig erst eine automatische Ansage, in der sie darum gebeten werden, eine bestimmte Taste zu drücken, um mit einem Mitarbeiter von Europol oder Interpol verbunden zu werden. Anschließend wird der jeweiligen Zielperson erklärt, es gebe laufende Ermittlungen gegen sie oder einen Familienangehörigen.
Die Rede ist dann etwa von diversen Straftaten oder Problemen mit Bankkonten oder Ausweisen. Opfer des Betrugs werden anschließend dazu aufgefordert, Geld auf eine Kryptowallet oder ein Bankkonto im Ausland zu überweisen. Verweigert der Angerufene die Kooperation, so drohen die Betrüger mit einer Haftstrafe. Die Gespräche werden dabei häufig auf Englisch geführt.
Nach Angaben der Verbraucherzentrale gehen die betrügerischen Anrufe in der Regel von unbekannten oder unterdrückten Rufnummern aus. Manchmal greifen die Betrüger aber auch auf Call-ID-Spoofing zurück, so dass auf dem Display der Zielperson eine falsche, aber möglicherweise bekannte Rufnummer angezeigt wird. Früher kamen dabei häufig auch Notrufnummern wie 110 zum Einsatz. Seit Ende 2022 müssen Provider den Missbrauch dieser Nummern jedoch technisch unterbinden.
Betrugsfälle bei der echten Polizei melden
Die Verbraucherschützer empfehlen, am Telefon niemals Kontodaten oder Passwörter preiszugeben und unbekannten Anrufern unter keinen Umständen einen Fernzugriff auf ihren Computer zu gewähren – auch dann nicht, wenn der Anruf von angeblichen Polizisten kommt. Manchmal greifen Betrüger auch auf KI-Tools zurück , um die Stimme einer bekannten Person nachzubilden und sich dadurch bei der jeweiligen Zielperson mehr Vertrauen zu verschaffen.
Betroffene sollten sich die Namen der Anrufer sowie die Bankverbindungen notieren, zu denen Geld überwiesen werden soll, und den Vorfall anschließend mit diesen Daten an die echte Polizei melden. Möglich ist das sowohl direkt bei einer örtlichen Polizeidienststelle als auch online(öffnet im neuen Fenster) .
Zudem empfiehlt die Verbraucherzentrale, ältere Familienangehörige, Nachbarn und Bekannte über die beschriebenen Betrugsaktivitäten aufzuklären, so dass diese im Falle eines betrügerischen Anrufes angemessen handeln und sich selbst schützen können.