• IT-Karriere:
  • Services:

Die Kritik an seiner Update-Politik ist Microsoft gewohnt

Deshalb spricht auch alles dafür, mehrere Betriebssystem-Kerne auf einem einzigen Computer parallel laufen zu lassen. Im Serverbereich ist dies inzwischen der Standardfall: Virtuelle Maschinen teilen sich eine Hardware. Nichts spricht dort dagegen, auf einem einzigen Server sowohl Windows Server als auch Redhat-Linux, Suse und Ubuntu laufen zu lassen - alles nebeneinander.

Stellenmarkt
  1. Tönnies Business Solutions GmbH, Rheda-Wiedenbrück,Markt
  2. Stadt Köln, Köln

Das gleiche Prinzip lässt sich aber auch auf Desktop-Rechner oder Notebooks anwenden. Und genau das macht Microsoft mit WSL 2: Auf dem Computer laufen sowohl Windows als auch Linux. Für die Nutzer eines Computers passiert das im Hintergrund, ohne dass sie sich darum kümmern müssen.

Windows fällt dabei die Aufgabe zu, Fenster von Linux-Programmen anzuzeigen. Dafür haben die Microsoft-Entwickler dem Wayland Reference Compositor Weston erweiterte RDP-Funktionalität beigebracht. Damit nicht nur ein kompletter Desktop in einem Fenster angezeigt werden kann, gibt es bei RDP Remote Application Integrated Locally (RAIL), so dass nur einzelne Programmfenster und nicht der gesamte Desktop vom Remote Computer angezeigt werden müssen.

Dieses Konzept haben die Microsoft-Entwickler für den WSL-2-Spezialfall einer virtuellen Maschine auf der gleichen Hardware zu Virtualized Application Integrated Locally (VAIL) erweitert. Es macht sich zunutze, dass die Kommunikation nicht über ein Netzwerk laufen muss, sondern als Shared Memory sehr viel performanter umgesetzt werden kann. Dadurch können Linux-Programme auf dem Linux-Kernel laufen, ihre Anzeige über Wayland in Shared Memory schreiben und Windows kann dies auslesen und so das Fenster der Linux-Applikation anzeigen, praktisch verzögerungsfrei.

Weil Virtualisierung im Serverbereich bereits so verbreitet ist, bringen sowohl Linux als auch Windows die dafür verwendeten Techniken bereits mit. Die Linux-basierte Kernel-based Virtual Machine (KVM, auf Deutsch: Betriebssystemkern-basierte virtuelle Maschine) ist auf den Virtualisierungstechniken von Intel, AMD und IBMs z Systems lauffähig, während die korrespondierende Technik von Microsoft mit dem Namen Hyper-V nur x64-fähige Prozessoren voraussetzt. Bisher jedenfalls, den WSL 2 gibt es auch für Windows auf ARM.

Die Technik bedeutet, dass die Betriebssysteme nicht wie bei der klassischen virtuellen Maschine auf dem Desktop ein komplettes Betriebssystem in einem Fenster ablaufen lassen - also Windows auf Linux oder umgekehrt -, sondern dass Windows und Linux parallel laufen - auf KVM oder Hyper-V. Diesen Techniken ist es grundsätzlich egal, welches Betriebssystem einen Desktop auf einen Bildschirm bringt oder Maus und Tastatur abfragt. Es wäre sogar möglich, über eine komplette Trennung zu spekulieren: Auf einem Computer läuft dann ein Windows-Kernel, ein Linux-Kernel und ein drittes Betriebssystem kümmert sich - etwas überspitzt gesagt - nur um Tastatur, Maus und Monitor.

Auch für das Argument, Microsoft werde der vielen Pannen und Bugs bei den Windows-Updates überdrüssig, gibt es keine Anzeichen. Es sind ja auch eigentlich nicht mehr Bugs als früher, die Bugs sind auch nicht schwerwiegender; es ist nur so, dass Windows 10 im Gegensatz zu den Vorversionen per Update komplette Neuinstallationen durchführt - und dass das Sicherheitskonzept vorsieht, die Installation von Updates nicht mehr lange hinauszögern zu können. Beides in Kombination führt bei einigen Anwendern zu einem Gefühl der Hilflosigkeit: Man hat schon Angst vor dem nächsten nicht zu verhindernden Update, das bestimmt wieder etwas kaputt macht.

Microsoft hat das Konzept aber bereits etwas aufgeweicht: Installationsverzögerungen sind möglich, wenn auch sehr davon abgeraten wird. Das gesamte Windows-Ökosystem ist davon jedenfalls nicht bedroht, Microsoft ist die teilweise überzogene Kritik an Bugs, Fehlern oder Versäumnissen seit mehr als 30 Jahren gewohnt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Die Parallelnutzung legt nahe, dass ein Verschmelzen gerade vermieden werden sollMicrosoft könnte dadurch sogar noch mehr mit Lizenzen verdienen 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6. 5
  7.  


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)

Dampfnudeln 13. Nov 2020 / Themenstart

Ich hab alle möglichen großen Distros getestet und musste leider auch immer wegen großen...

Eheran 07. Nov 2020 / Themenstart

Da steht extra "generell" und nicht "immer". generell:

Artim 06. Nov 2020 / Themenstart

Wo sollte man das nicht erwarten? Apple hat schon immer die Prozessoren genommen, von...

Artim 05. Nov 2020 / Themenstart

Ja, Windows 10 Enterprise kann das inzwischen. Aber dass alle Unternehmen, Behörden...

ChrisMaster 05. Nov 2020 / Themenstart

Das waren natürlich nur aus der Luft gegriffene Zahlen um zu verdeutlichen, dass es...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Watch Dogs Legion - Raytracing im Vergleich

Wir zeigen die Auswirkungen von Raytracing-Spiegelungen im integrierten Benchmark von Watch Dogs Legion. Dort wie im Spiel reflektieren Wasserfläche, etwa Pfützen, sowie Glas und Metall - also Fenster oder Fahrzeuge - die Umgebung dynamisch in Echtzeit.

Watch Dogs Legion - Raytracing im Vergleich Video aufrufen
    •  /