Warum die Spekulationen hinfällig sind

Irrelevant ist zum Beispiel die Erklärung, dass Microsoft mit den Azure Services sehr viel mehr Geld verdient als mit Windows. Denn nur, weil ein Produkt mehr Geld einbringt als ein anderes, heißt das nicht, dass das andere defizitär wäre. Windows macht nach wie vor Gewinn, auch nach den Kosten für Patches und Hotfixes.

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Außerdem weiß Microsoft genau, dass Windows ein komplettes Ökosystem ist und nicht nur ein paar hauseigene Programme darauf betrieben werden. Konkret: nicht nur kommerzielle Programme, sondern auch eine Menge an Individualsoftware, die nicht innerhalb von ein paar Jahren Richtung Linux migriert werden kann.

Microsoft hat bereits vielfach die Erfahrung gemacht, wie schwierig es ist, alle Nutzer einer veralteten Betriebssystemversion auf die neuere migrieren zu lassen. Die Statistiken darüber, wie viele veraltete Windows-Versionen trotz ausgelaufenen Supports mit sicherheitsrelevanten Patches noch immer betrieben werden, sprechen eine eindeutige Sprache. Noch mehr Argumente, eine veraltete Vorgängerversion weiter zu betreiben, braucht wirklich niemand.

Dazu kommt, dass Microsoft - die Änderungen bei WSL 1 zu WSL 2 beweisen es - festgestellt hat, dass ein Kompatibilitäts-Layer wie der aus WSL 1 (oder umgekehrt für Windows-Programme auf Linux mit Wine oder das darauf basierende, auf Spiele optimierte und in Steam für Linux integrierte Proton) ein nicht-triviales Problem hat: Konzeptuell sind die beiden Betriebssysteme Windows und Linux sehr unterschiedlich.

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Zum Beispiel hat Windows nicht die gleiche strenge Trennung zwischen Kernel-Space und User-Space wie Linux. Windows hat ungefähr 400 (dokumentierte) Syscalls, plus circa 1.700 (dokumentierte) Win32-API-Calls, während Linux mit 313 Syscalls (bei amd64) auskommt. Zu den dokumentierten kommen bei Windows noch eine große Menge undokumentierter Funktionen hinzu.

Ein weiterer großer Unterschied: Windows benutzt mit der Registry eine zentrale Konfigurations-Datenbank, während Linux auf viele Konfigurationsdateien setzt - letztere in einfachem Text oder XML. Useraccount, sudo und root spielen anders zusammen als Administrator- und Nutzerkonten. Und Hintergrundservices unter Linux laufen oft mit eigenem User und Gruppe.

Microsoft hat es - das zeigt der Umstieg des Konzepts von WSL 1 zu WSL 2 - als zu kompliziert und aufwendig angesehen, das Problem mit einem Compatibility Layer zu lösen. Die Wine-Entwickler versuchen weiterhin, diesen Schritt ganz zu vermeiden - denn einen Windows-Kernel nebenher laufen zu lassen, benötigt eine Windows-Lizenz. Stattdessen pflegt man bei Wine eine Datenbank über die Kompatibilitäten einzelner Softwareversionen von Windows-Programmen mit Wine.

Die Einsicht aber, dass mit einem Kompatibilitäts-Layer, egal welcher Art und in welche Richtung, die Unterstützung jeglicher Software kaum möglich ist, sondern immer einen Test für den Einzelfall benötigt, bedeutet nicht, dass das Konzept einer solchen Übersetzungsschicht ein kompletter Fehlschlag ist. Microsoft will WSL 1 daher auch weiter pflegen und Wine (und Proton) haben in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht.

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 Betriebssysteme: Warum Microsoft nie auf Linux umsteigen wirdDie Parallelnutzung legt nahe, dass ein Verschmelzen gerade vermieden werden soll 
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Dampfnudeln 13. Nov 2020

Ich hab alle möglichen großen Distros getestet und musste leider auch immer wegen großen...

Eheran 07. Nov 2020

Da steht extra "generell" und nicht "immer". generell:

Artim 06. Nov 2020

Wo sollte man das nicht erwarten? Apple hat schon immer die Prozessoren genommen, von...

Artim 05. Nov 2020

Ja, Windows 10 Enterprise kann das inzwischen. Aber dass alle Unternehmen, Behörden...

ChrisMaster 05. Nov 2020

Das waren natürlich nur aus der Luft gegriffene Zahlen um zu verdeutlichen, dass es...


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