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Wegen eines einzigen Treibers wurde in Linux 4.2rc1 mehr Code als je zuvor eingereicht.
Wegen eines einzigen Treibers wurde in Linux 4.2rc1 mehr Code als je zuvor eingereicht. (Bild: M. Murphy, Gemeinfrei)

Betriebssysteme: Mehr Code in Linux 4.2rc1 als je zuvor

Wegen eines einzigen Treibers wurde in Linux 4.2rc1 mehr Code als je zuvor eingereicht.
Wegen eines einzigen Treibers wurde in Linux 4.2rc1 mehr Code als je zuvor eingereicht. (Bild: M. Murphy, Gemeinfrei)

Rekordverdächtig: Mit etwa einer Million Codezeilen ist die Vorabversion des Linux-Kernels 4.2 der größte bisher veröffentlichte Versionssprung. Fast die Hälfte des Codes gehört zu einem neuen Treiber.

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Die Vorabversion des nächsten Linux-Kernels 4.2 bricht gleich zwei Rekorde: Erstmals besteht der Kernel aus mehr als 20 Millionen Codezeilen, doppelt so viele wie zur Veröffentlichung von Linux 2.6.27 im Oktober 2008. Außerdem ist Linux 4.2rc1 mit etwa einer Million Zeilen Quellcode der größte Versionssprung bisher.

Fast die Hälfte des Codes gehört zu einem einzelnen Treiber: Amdgpu. Dessen Bestandteile bilden die Grundlage für künftige Grafikchips von AMD, bisher läuft er mit der Radeon-R9-Serie, bringt also die Unterstützung für die Fiji-GPU, die als Basis für Radeons R9 Fury X dient. Unterstützt würden demnach OpenGL 3.3 sowie die Videokodierung per VCE1 und die Dekodierung per UVD. Die Unterstützung für VCE1 ist auch im alten Radeon-Treiber eingefügt worden. Der soll weiterhin gepflegt werden und den gleichen Funktionsumfang haben wie Amdgpu.

Amdgpu dient aber nicht nur als Basis für die freien Treiberkomponenten, sondern auch für den proprietären Catalyst-Treiber von AMD. Die proprietären Bestandteile umfassen lediglich den Userspace mit Implementierungen für OpenGL oder OpenCL. Die Register-Header für jeden einzelnen Block auf den Chips bilden 41 Prozent des gesamten Codes von Linux 4.2rc1.

Treiber für virtuelle Grafikkarten

Mit VirtIO gibt es einen weiteren neuen Grafiktreiber im Linux-Kernel. Er soll die von Red Hat entwickelte virtuelle GPU Virgil 3D unterstützen und so Hardware-beschleunigte 3D-Unterstützung für virtuelle Umgebungen bieten. Bislang wird allerdings nur das automatische Umschalten der Bildschirmauflösung (Kernel Modesetting) unterstützt. Die Qemu-Entwickler arbeiten bereits an der Unterstützung für VirtIO und Virgil 3D, die dann in Qemu und der Kernel Virtual Machine (KVM) einfließen soll. In KVM wurde die Unterstützung für Secure Boot verbessert.

Der Treiber für Intel-basierte Hardware bietet jetzt eine erste minimale Unterstützung für das für Smartphones und Tablets gedachte SoC Broxton. Anfang Juni 2015 hatte Intel die Firmware-Blobs dafür bereitgestellt. Darüber hinaus wurde im Treiber der Code für Skylake-Chips sowie die Ausgabe über Display Ports verbessert. Neuerungen im freien Nouveau-Treiber für GPUs von Nvidia gibt es diesmal nicht. Dessen Maintainer Ben Skeggs ließ wissen, dass man an etwas Größerem arbeite. Für die Einreichung in Linux 4.2 sei es zu spät geworden.

Verschlüsseltes F2FS

Nachdem in Ext4 die native Verschlüsselung für Dateien auf Googles Initiative eingebaut wurde, gibt es die Funktion jetzt auch für das Dateisystem F2FS. F2FS wurde von Samsung entwickelt und kommt auf dessen mobilen Geräten unter Android zum Einsatz. Die Verschlüsselung auf Dateisystemebene soll die Zugriffe beschleunigen. Über die Schnittstelle DAX (Direct Access) kann das Dateisystem XFS jetzt direkt auf nichtflüchtigen Speicher zugreifen. Dax wurde zunächst unter dem Namen XIP für Ext4 entwickelt und dann unter dem Namen Dax für die Unterstützung anderer Dateisysteme erweitert. Das Netzwerkdateisystem CIFS unterstützt jetzt experimentell 3.1.1 des SMB-Protokolls von Microsoft.

Parallel genutzte Sicherheitsmodule

Künftig lassen sich im Linux Security Modul (LSM) nicht nur ein Sicherheitsframework nutzen, sondern gleich mehrere. Dazu gehören SELinux, Smack, Tomoyo und Apparmor. Bislang konnte das nur mit Yama umgesetzt werden. Dessen Ansatz galt aber als ineffizient, deshalb wurde das sogenannte Stacking mehrerer LSM entwickelt. Das Stacking-Modul bietet eine einheitlichere Schnittstelle zu anderen LSMs.

Das Netzwerk-Subsystem erhielt einen Treiber für das virtuelle Netzwerkprotokoll Geneve (Generic Network Virtualization Encapsulation). Auf Geneve hatten sich unter anderem VMware und Microsoft geeinigt. Damit soll die Netzwerkkommunikation zwischen diverser Hard- und Software in virtualisierten Umgebungen standardisiert werden.

Der Quellcode der Testversion von Linux 4.2rc1 steht unter Kernel.org zum Download bereit.


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Linuxschaden 07. Jul 2015

Kompilieren ist nicht das Problem. Runterladen, entpacken, neue Config auf Basis der...

Linuxschaden 07. Jul 2015

Ist es auch nicht. Im Gegenteil. Wenn nämlich anderer Code entfernt wurde, dann heißt...

Schlunze 06. Jul 2015

hi, mal schauen, ob es Ansatzweise mit einem vga-passthrough mithalten kann. Hat hier...

Atalanttore 06. Jul 2015

Windows liefert auch viel weniger Treiber mit als der Linux-Kernel. Wer beschwert sich...

FreiGeistler 06. Jul 2015

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