Unicode fürs Dateisystem und ein Feldbus

Zu Linux 5.2 hinzugekommen sind auch die neuen Unicode Tabellen für das Dateisystem Ext4. Dieses bringt dank des Supports für Unicode 12.1 einen großen Brocken Code ein. Im selben Dateisystem lassen sich neuerdings Ordner anlegen, die wahlweise Case-Insensitiv oder Case-Sensitiv agieren. In einem Verzeichnis unterscheiden sie also zwischen Groß- und Kleinschreibung, in einem anderen nicht.

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Auch andere Dateisysteme haben neue Funktionen erhalten. Die XFS-Macher berichten über eine experimentelles Neuerung: XFS aktualisiert den Gesundheitsstatus des Dateisystems nach Checks der Festplatte im laufenden Betrieb über die Metadaten und meldet diesen an den Userspace. Die Funktion sei noch experimentell, schreibt Darrick J. Wong. F2FS unterstützt Laufwerke die auf Shingled Magnetic Recording setzen, einer besonders effizienten Datenspeichertechnik.

Btrfs verbessert Lese- und Schreibchecks, um Fehler zu entdecken, bevor korrupte Dateien auf die Festplatte gelangen und (falsche) Checksummen erhalten. Fsync funktioniert nun schneller mit Dateien, die viele (aber nicht zu viele) Hardlinks mitbringen. Das dürfte etwa bei Backups sinnvoll sein.

Fuse, über das Admins Dateisysteme im Userspace einbinden, räumt diesen Dateisystemen mehr Kontrolle beim Cachen ein. NFS verbessert den Umgang mit Soft-Mounts mit NFS 4.0. Unter anderem reduzieren die Entwickler von Timeouts aufgrund von False Positive. Treten doch Timeouts auf, gelingt der anschließende Failover von Lese- und Schreibvorgängen schneller. Eine neue softe Mountoption gibt ein ETIMEDOUT anstelle eines unspezifischen EIO zurück. Apropos NFS: Das verteilte Dateisystem Ceph exportiert Snapshots jetzt auch über NFS.

Subsystem für Feldbus

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Die Feldbus-Technologie besteht aus einer Familie von Netzwerkprotokollen, die im industriellen Umfeld verschiedene Sensoren, Aktoren, Systeme, Komponenten und Instrumente miteinander verbinden. Sie kommen zum Beispiel in Kernkraftwerken und Fabriken zum Einsatz.

Erstmals in den 80er Jahren entwickelt, wurden Feldbusse 1999 schließlich im IEC 61158 standardisiert. Nun erlernt auch der Linux-Kernel den Umgang mit den Protokollen, und bringt dafür neuerdings das Fieldbus-Subsystem mit. Ebenfalls ein bekanntes Bussystem ist I2C, allerdings eher für elektronische Geräte. Über I2C kommunizieren integrierte Schaltkreise miteinander. Ursprünglich kam das von Philips entwickelte Bussystem vor allem in elektronischen Unterhaltungsgeräten zum Einsatz, im Smarthome verbindet es heute zum Beispiel Sensoren, Jalousien oder Alarmanlagen mit einem Steuergerät. Das I2C-System des Kernels bringt nun eine API für späte atomare Transfers mit, ein separater Callback sorgt für geregelte Shutdowns. Zudem hat Kernel 5.2 einen neuen Treiber an Bord für den PCIe-MP2-I2C-Controller von AMD.

Cgroups einfrieren

Cgroup 2 erhält einen Freezer-Mechanismus, der anders funktioniert als der für Cgroups 1. Er blockiert keine User Tasks in Form von willkürlichen, nicht zu unterbrechenden Schlafzuständen. Vielmehr erweitert der neue Freezer den Befehl jobctl stop und friert Tasks über ein Freezer-Flag ein, bis der Kernel sie wieder auftaut. Sie lassen sich dann regulär killen und mit Ptrace verfolgen.

Neuigkeiten gibt es auch für die Kernel Virtual Machine. Die trackt "Dirty Pages" besser, also die Daten, die der Page Cache zwischenspeichert, bevor er sie auf ein Speichergerät schreibt. KVM verbessert zudem den Support für ARM-Gäste und ermöglicht direkten Zugriff auf Interrupt Controller, Speicher und Performance-Optimierungen von Power 9 Xive.

Einen ganzen Haufen von Patches betrafen späte Nachlieferungen für Lizenzen, genau genommen, SPDX-Tags. Diese machen Lizenzinformationen zu Kerneldateien maschinenlesbar. Wie Greg Kroah-Hartman erklärte, handelte es sich einerseits um fehlende SPDX-Einträge, die ein Jahr zuvor übersehen wurden, weil das Suchwerkzeug sie nicht gefunden hatte. Andererseits spürte das Tool Dateien mit integrierten Lizenztexten auf, um diese Texte durch die Tags GPL-2.0-only oder GPL-2.0-or-later zu ersetzen. Die Größe dieser Patches begründete Greg Kroah-Hartman mit dem Umfang des Kernel: Würde man die Lizenzen weiterhin in der bisherigen Geschwindigkeit ändern, wäre man frühstens in zehn Jahren fertig. Also müssen diese automatisiert erstellt werden. Herunterladen lässt sich der Linux-Kernel 5.2 wie gewohnt über kernel.org.

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