Betriebssysteme: Linux 5.0rc1 kommt mit Freesync und Adiantum

Linus Torvalds hat die erste Vorabversion von Linux 5.0 freigegeben. Sicherheit steht abermals im Vordergrund, der AMDGPU bringt Freesync mit und für das Touchscreen der Raspberry Pi Foundation gibt es einen Treiber.

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Linux 5.0 bringt die Unterstützung für AMDs Freesync mit.
Linux 5.0 bringt die Unterstützung für AMDs Freesync mit. (Bild: Andrew Shiva/CC-BY-SA 4.0)

Linux 5.0 bringt zahlreiche Neuerungen mit, etwa Freesync im freien Treiber für AMD-Grafikkarten, die - zumindest rudimentäre - Unterstützung für aktuelle Geforce-RTX-Grafikkarten von Nvidia, zahlreiche Funktionen, die Energie sparen sollen sowie einen Treiber für Touchscreens am Raspberry Pi. Linux-Chefentwickler Linus Torvalds gingen zum Zählen die Finger und Zehen aus, denn statt 4.21 erhält der aktuelle Linux-Kernel die Versionsnummer 5.0.

Inhalt:
  1. Betriebssysteme: Linux 5.0rc1 kommt mit Freesync und Adiantum
  2. I3C und neue Grafiktreiber

Erstmals nutzt Torvalds einen persönlichen Assistenten, zumindest einen automatischen. Der sogenannte, in Python programmierte PR Tracker Bot schickt eine Nachricht an die Entwickler, deren Code von Torvalds akzeptiert und in den Kernel-Code aufgenommen wurde.

Mehr Sicherheit und mehr Geschwindigkeit

Von Torvalds selbst stammt Code, der der Sicherheit dient: Er begrenzt die Abfrage durch die Funktion mincore() auf zugeordnete Speicherseiten statt wie bisher auch auf zwischengespeicherte Speicherseiten, die unter Umständen kritische Informationen preisgeben können. Das ist deshalb bemerkenswert, weil die Änderung Auswirkungen auf den User-Space hat, die potenziell Anwendungen funktionsunfähig hinterlässt, was die Linux-Entwickler unbedingt vermeiden sollen. Die Funktion mincore() wurde bereits in Linux 2.3.52 eingepflegt und schon damals mit dem Zusatz kommentiert, man könne zu einem späteren Zeitpunkt nochmal genau bestimmen, welche Zugriffe mincore gewährt werden sollen. Der Zeitpunkt sei jetzt gekommen, schreibt Torvalds, wenn auch etwas spät.

Bezüglich der Sicherheit haben die Entwickler auch an Repotline gefeilt, dem Sicherheitspatch gegen Angriffe über die CPU-Sicherheitslücke Spectre V2. Mit den Änderungen soll vor allem die Geschwindigkeit des Netzwerk-Stacks verbessert werden. Gleiches gilt für den Code des Entwicklers Christian Hellwig, der die Funktion für die direkten Speicherzugriffe (DMA) überarbeitete. Derweil gibt es weitere Vorschläge zur Minimierung der negativen Auswirkungen durch die umfangreichen Retpoline-Patches, die die Kernel-Entwickler diskutieren. Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis die seit einem Jahr bekannten Sicherheitslücken Spectre und Meltdown bei den Kernel-Hackern keine Rolle mehr spielen werden.

Im Krypto-Stack wurde die Chiffre Adiantum aufgenommen, die von Google stammt und besonders auf leistungsschwachen Geräten eine angemessen schnelle Lösung bietet. Adiantum ist der Ersatz für Speck, der Verschlüsselungstechnik der NSA. Speck wurde nach längerer Diskussion in der letzten Version des Linux-Kernels entfernt, vor allem weil der Code teilweise von der NSA unter Verschluss gehalten wurde. Außerdem wurde die Hash-Funktion Streebog aus Russland (GOST R 34.11-2012) integriert.

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