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Ab Linux 4.8-rc1 lassen sich AMD-Grafikkarten übertakten.
Ab Linux 4.8-rc1 lassen sich AMD-Grafikkarten übertakten. (Bild: Flickr)

Betriebssysteme: Linux 4.8 übertaktet AMD-Grafikkarten

Ab Linux 4.8-rc1 lassen sich AMD-Grafikkarten übertakten.
Ab Linux 4.8-rc1 lassen sich AMD-Grafikkarten übertakten. (Bild: Flickr)

Im nächsten Linux-Kernel 4.8 können ausgewählte Grafikkarten von AMD übertaktet werden, wenn auch noch nicht so bequem wie unter Windows. Die Testversion Linux 4.8rc1 wurde jetzt freigegeben.

Mit der Freigabe des ersten Veröffentlichungskandidaten des nächsten Linux-Kernels 4.8 beginnt dessen Testphase. Damit stehen die neuen Funktionen weitgehend fest. Die auffälligste Neuerung dürfte die Übertaktungsfunktion im Treiber Amdgpu sein, auch wenn sie nur mit Einschränkungen genutzt werden kann. Zudem gibt es große Änderungen in den Dateisystem XFS und Btrfs. Auch im Bereich Netzwerk und Sicherheit haben die Kernel-Hacker zahlreiche Änderungen vorgenommen.

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Neues für Grafikkarten

Der Amdgpu-Treiber erlaubt jetzt bis zu 20-prozentiges Overclocking, allerdings bislang nur über manuelle Änderungen im virtuellen Dateisystem Sysfs des Linux-Kernels. Noch fehlt eine komfortablere Eingabemöglichkeit, wie sie der Windows-Treiber unter dem Namen Wattman mitbringt. Zudem wurde die Leistungs- und Stromsparsteuerung besonders für Carrizo- und Stoney-Grafikchips nochmals verbessert und erweitert.

Nvidias GTX 1000 wird jetzt vom freien Nouveau-Treiber unterstützt. Allerdings fehlt noch die Hardwarebeschleunigung, die laut Entwickler erst genutzt werden kann, wenn der Hersteller entsprechend signierte Firmware-Dateien freigibt. Neben einigen Verbesserungen bringt der aktuelle Grafiktreiber für Intels Chipsätze die Unterstützung für seine neue Virtualisierungstechnik mit, die auf Broadwell-Chipsätzen genutzt werden kann. Mit der Integration neuer Treiber unterstützt Linux 4.8 zudem drei weitere Mali-Grafikprozessoren von ARM.

Umbauten an Dateisystemen

Dem Dateisystem XFS stehen größere Modernisierungen bevor. Bald soll XFS unter anderem Datendeduplizierung oder Copy-On-Write beherrschen. Dafür sind aber zunächst größere Umbauten am Code notwendig, die im aktuellen Linux-Kernel mit Reverse-Mapping eingeflossen sind. Bis die neuen Funktionen standardmäßig zur Verfügung stehen, wird es aber noch dauern.

Das Dateisystem Ext4 greift künftig nicht mehr auf eine eigene Verschlüsselung zurück. Stattdessen nutzt das Dateisystem den kernelweiten Code von fs/crypto, den auch das Dateisystem F2FS (Flash Friendly File System) verwendet. Ansonsten sind hier nur kleinere Verbesserungen zu verzeichnen.

Anders beim Dateisystem Btrfs: Hier wurde die Speicherverwaltung weitgehend neu geschrieben, um bisherige Probleme mit zu hohen Latenzzeiten und bei asynchronen Schreibzugriffen zu beseitigen. Künftig sollen Speicherbereiche in einer Art Ticketsystem reserviert werden können.

Stauvermeidung im Netzwerk

In der WLAN-Schicht mac80211 wurde das Queuing-System umgestellt. Dort wird jetzt der Codel-Algorithmus verwendet, der den Datendurchsatz in der Warteschleife automatisch prüft. Verbringen Datenpakete dort zu viel Zeit, geht der Algorithmus davon aus, dass der Datenpuffer des Empfängers zu voll ist und beginnt damit, einzelne Datenpakete zu verwerfen. Das wiederum signalisiert dem Sender, die Datenübertragung zu verlangsamen. Der Codel-Algorithmus ist bereits seit längerem im Linux-Kernel enthalten, wurde aber erst jetzt in den WLAN-Stack integriert. Er berücksichtigt WLAN-eigene Funktionen, etwa das Zusammenfassen von mehreren Datenframes in einem einzigen Paket.

Um Datenstaus im Netzwerk zu verhindern, verfolgt der Algorithmus TCP Vegas ein anderes Konzept als Codel. Es verwirft keine Pakete, sondern hält sie zurück. Dabei werden Datenstaus anhand von Paketumlaufzeiten (Round Trip Time, RTT) vorausgesagt. TCP Vegas wurde jetzt unter dem Namen TCP New Vegas grundlegend überarbeitet und in Linux 4.8 integriert. TCP New Vegas soll vor allem den gestiegenen Anforderungen, etwa den höheren Bandbreiten moderner Datenzentren, Rechnung tragen.

Das für Servercluster genutzte RDS-Protokoll (Reliable Datagram Sockets) erhält in Linux 4.8 die Möglichkeit, mehrere TCP-Verbindungen zwischen zwei Hosts zu nutzen. Dadurch kann der Datendurchsatz deutlich erhöht werden, von bislang 4Gbps bis zu 32 Gbps bei acht TCP-Verbindungen.

Mehr Sicherheit

Als neue Sicherheitsfunktion erhält der Netzwerk-Stack das Common Architecture Label IPv6 Security Option - kurz Calipso. Calipso wurde ursprünglich als IPv4-Erweiterung für den internen Datenverkehr entwickelt und dann auf das neuere IPv6 portiert. Dabei können Datenpakete etikettiert werden, die dann den Sicherheitsvorgaben durch SELinux oder Smack unterworfen sind.

Die Implementierung der Address Space Layout Randomization (ASLR) im Linux-Kernel wurde weiter vorangetrieben. Besonders für die 64-Bit-Architektur werden weitere Teile des Speichers willkürlich belegt, um Angriffe zu erschweren. Zudem wurde die Zufälligkeit erhöht.

Der bislang vom Linux-Kernel genutzte Zufallszahlengenerator wurde durch einen neuen ersetzt, der die von Daniel Bernstein entwickelte Stromverschlüsselung Chacha20 nutzt. Chacha20 wird bereits als Ersatz für RC4 in seinen Chrome-Browsern verwendet und auch von OpenSSH und in den unixoiden Betriebssystemen OpenBSD und NetBSD verwendet.

Linux 4.8rc1 kann zum Testen bei kernel.org heruntergeladen werden. Mit der Veröffentlichung der finalen Version ist Anfang bis Mitte September zu rechnen.


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FreiGeistler 12. Aug 2016

Es gibt wohl noch einiges zu tun am Kernel, daraus muss 42 werden ^^

HubertHans 09. Aug 2016

Nö. Nimm NTFS.



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