Betriebssysteme: Linux 4.2 ist für AMDs Grafikkarten optimiert

Fast die Hälfte des neuen Codes in Linux 4.2 gehört zu einem neuen Treiber für AMDs Grafikkarten, der künftig die Unterstützung sowohl für freie als auch für den proprietären Catalyst-Treiber deutlich verbessern soll. Linux 4.2 soll außerdem Updates für UEFI einspielen können.

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Linux 4.2 ist erschienen.
Linux 4.2 ist erschienen. (Bild: M. Murphy/gemeinfrei)

Linus Torvalds hat den Linux-Kernel in der Versionsnummer 4.2 freigegeben. Die Testphase war um eine Woche verlängert worden, da noch einige ausstehende Fehler korrigiert werden mussten. Statistisch gesehen hat Linux 4.2 mit die umfangreichsten Änderungen aller Kernel-Versionen erlebt. Darunter ist auch ein neuer Treiber für Grafikkarten von AMD. Außerdem lassen sich Updates für UEFIs jetzt direkt unter Linux einspielen. Nebenbei wurde auch die native Verschlüsselung von Dateisystemen erweitert.

Inhalt:
  1. Betriebssysteme: Linux 4.2 ist für AMDs Grafikkarten optimiert
  2. Mehr Sicherheit und automatisierte UEFI-Updates

Der Umfang des für Linux 4.2 eingereichten Codes erschien zunächst rekordverdächtig: Allein im Merge-Fenster, bei dem neuer Code für die kommende Version des Linux-Kernels eingereicht wird, erhielt Torvalds 12.092 Patches. Damit lag Linux 4.2 bereits vor der Testphase vor Linux 3.15, das bislang den Rekord für die umfangreichsten Änderungen hält.

Nur fast rekordverdächtig

Allerdings blieb die Anzahl der Verbesserungen, die während der Testphase eingereicht wurden, unter dem Durchschnitt. Darin sieht Kernel-Entwickler Johnathan Corbet einen Trend: Die während des Merge-Fensters eingereichten Patches enthalten immer weniger Fehler. Insgesamt belegt Linux 4.2 deshalb nur Platz zwei in der ewigen Statistik der arbeitsreichsten Versionssprünge, die Linux 3.15 weiterhin anführt.

Die Vorabversion des nächsten Linux-Kernels 4.2 bricht aber dennoch einen Rekord: Erstmals besteht der Kernel aus mehr als 20 Millionen Codezeilen, doppelt so viele wie zur Veröffentlichung von Linux 2.6.27 im Oktober 2008. In den aktuellen Linux-Kernel flossen immerhin 800.000 neue Codezeilen.

Riesiger Treiberpatch für AMDs Grafikkarten

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Fast die Hälfte davon gehört zu einem einzelnen Treiber: Amdgpu. Dessen Bestandteile bilden die Grundlage für künftige Grafikchips von AMD, bisher läuft er mit der Radeon-R9-Serie, bringt also die Unterstützung für die Fiji-GPU, die als Basis für Radeons R9 Fury X dient. Unterstützt würden demnach OpenGL 3.3 sowie die Videocodierung per VCE1 und die Decodierung per UVD. Die Unterstützung für VCE1 ist auch im alten Radeon-Treiber eingefügt worden. Der soll weiterhin gepflegt werden und den gleichen Funktionsumfang haben wie Amdgpu.

Amdgpu dient aber nicht nur als Basis für die freien Treiberkomponenten, sondern auch für den proprietären Catalyst-Treiber. Das soll für eine bessere Integration der Treiber sorgen, die direkt von AMD stammen. Bislang gibt es immer wieder Probleme mit der Unterstützung neuerer Versionen des Linux-Kernels. Die proprietären Bestandteile umfassen nämlich künftig lediglich den Userspace mit Implementierungen für OpenGL oder OpenCL. Die Register-Header für jeden einzelnen Block auf den Chips bilden 41 Prozent des gesamten Codes von Linux 4.2rc1. Noch haben die Entwickler bei AMD aber keine entsprechenden Änderungen in der Grafikbibliothek Mesa eingereicht. Deren nächste Version 11.0 soll im September 2015 fertig werden. Dort warten die Entwickler auch noch auf LLVM 3.7, das in wenigen Tagen erscheinen soll.

Treiber für virtuelle Grafikkarten

Mit Virtio-GPU gibt es einen weiteren neuen Grafiktreiber im Linux-Kernel. Er soll die von Red Hat entwickelte virtuelle GPU Virgil 3D unterstützen und so hardwarebeschleunigte 3D-Unterstützung für virtuelle Umgebungen bieten und für eine gesteigerte Grafikleistung in virtuellen Maschinen sorgen. Bislang wird allerdings nur das automatische Umschalten der Bildschirmauflösung (Kernel Modesetting) sowie höhere Bildschirmauflösungen und der Mehrfachmonitorbetrieb unterstützt. Die Qemu-Entwickler arbeiten bereits an der Unterstützung für Virgil 3D, die dann in Qemu und der Kernel Virtual Machine (KVM) einfließen soll. In KVM wurde die Unterstützung für Secure Boot verbessert.

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Mehr Sicherheit und automatisierte UEFI-Updates 
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