Betriebssysteme: Linux 4.17 bringt Verbesserungen für AMD-Grafikkarten

In Linux 4.17 profitieren AMDs Grafikkarten erneut von Verbesserungen im quelloffenen AMDGPU-Treiber. Zudem ist der Code vieler obsoleter CPU-Architekturen entfernt worden. Auch der Leerlaufprozess ist optimiert. Die Umsetzung der umstrittenen Sicherheitsfunktion Lockdown ist hingegen vertagt.

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Linux 4.17 bringt weitere Optimierungen für den Grafikkartentreiber AMDGPU.
Linux 4.17 bringt weitere Optimierungen für den Grafikkartentreiber AMDGPU. (Bild: Pollydot/CC0 1.0)

Allmählich kehrt wieder Alltag bei den Linux-Entwicklern ein: Große Änderungen zu den Schwachstellen Spectre und Meltdown sind in der kommenden Version 4.17 des Linux-Kernels nicht zu erwarten. Lediglich die Version für IBM s390 erhält einige Verbesserungen im Umgang mit Spectre. Stattdessen widmeten sich die Kernel-Hacker einigen, mittlerweile obsoleten Architekturen und entfernten deren Code. Der Quellcode des Linux-Kernels wurde so um fast eine halbe Million Codezeilen verschlankt. Auch vom quelloffenen Treiber für Grafikkarten von AMD gibt es Neues zu vermelden.

Viel Neues bei der Grafik

Inhalt:
  1. Betriebssysteme: Linux 4.17 bringt Verbesserungen für AMD-Grafikkarten
  2. Besseres Energiesparen im Leerlauf

Intels Grafiktreiber unterstützt jetzt High-Bandwidth Digital Content Protection (HDCP), womit Medieninhalte entschlüsselt werden. Der Code wird bereits in Chrome OS verwendet. Der Code für Intels nächste Grafikeinheit alias Cannonlake oder Gen 10 gilt jetzt als soweit ausgereift, dass er standardmäßig aktiviert wird. Erste CPUs mit integriertem Cannonlake-Chip sollen im Laufe des Jahres erscheinen. Gleichzeitig pflegten Intels Entwickler ersten Code für Gen 11 alias Icelake ein.

Der freie Treiber AMDGPU für Grafikkarten von AMD beziehungsweise dessen neuer Display Code (DC), der in Linux 4.15 eingepflegt wurde, ist jetzt für alle Chips von AMD verfügbar. Bislang konnten nur die aktuellen Grafikeinheiten Vega und Raven Ridge von dem neuen Code Gebrauch machen, der unter anderem Audio über HDMI und Displayport sowie HDMI 2.0 unterstützt. Zu den Neuerungen in dieser Version von AMDGPU zählen die Gamma- und Farbverwaltung sowie eine verbesserte Unterstützung für Dual-Link-DVI. AMDGPU DC ist auch Voraussetzung für AMDs Umsetzung variabler Bildwiederholungsraten namens Freesync. Der Code ist allerdings noch nicht fertig und wird wohl erst in einer der nächsten Versionen des Treibers umgesetzt. Die aktuelle Version des DC-Treibers unterstützt auch die kommende Chip-Version Vega 12 von AMD, zu der es allerdings bislang keine Details, sondern lediglich Spekulationen gibt.

Übertakten auch mit dem freien AMD-Grafiktreiber

Jetzt schon von AMDGPU unterstützt werden Funktionen, die im Modul Wattman des proprietären Treibers zur Verfügung stehen. Damit lassen sich die Energieverwaltung, genaue Frequenz und Spannung der Grafikkarte festlegen und deren Auslastung beobachten. Noch fehlt aber eine grafische Oberfläche für das Werkzeug unter Linux. Temperatur, Spannung und Leistungsaufnahme können über die Hardware-Monitoring-Schnittstelle des Kernels (hwmon) ausgelesen, Änderungen müssen manuell über pp_power_profile_mode in Sysfs festgelegt werden. Dort festgelegte Einstellungen lassen sich bislang für AMDs Chips RX 400 und 500 (Polaris), RX 200 (Volcanic Islands) und HD 8000 (Sea Islands) vornehmen.

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Nach wie vor arbeiten die Kernel-Hacker an dem AMDKFD HSA genannten Treiber, der unter anderem das Mining auf AMDs Grafikkarten unter Linux unterstützen soll. Die Heterogenous-System-Architektur ermöglicht beispielsweise GPUs und CPUs, auf einen gemeinsamen Adressraum im Arbeitsspeicher zuzugreifen und so die Leistung der Accelerated Processing Units (APUs) der Grafikkarte zu optimieren. Die jetzt eingereichten Patches schaffen die Grundlage für AMDKFD HSA, damit Grafikchips von AMD mit OpenCL beziehungsweise Radeon Open Compute (ROCm) funktionieren. Bislang mussten Miner den Code in ihrem selbst gebauten Linux-Kernel einpflegen.

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Besseres Energiesparen im Leerlauf 
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