Jenseits von Spectre und Meltdown

Jenseits der Patches für Spectre und Meltdown haben die Kernel-Hacker an zahlreichen neuen Funktionen gearbeitet. Nach der umfangreichen Code-Einreichung für den freien Treiber für Grafikkarten von AMD im letzten Linux-Kernel ist es in der aktuellen Fassung etwas ruhiger geworden. Der Display-Code wurde um die Unterstützung mehrerer Bildschirme erweitert. Außerdem wird das Fehlerkorrekturverfahren (Error Correcting Code, ECC) den Arbeitsspeicher der Vega-Karten unterstützen, die diesen nutzen.

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Nach wie vor arbeiten die Kernel-Hacker an dem AMDKFD HSA genannten Treiber, der unter anderem das Mining auf AMDs Grafikkarten unter Linux verbessert. Die Heterogenous-System-Architektur ermöglicht beispielsweise GPUs und CPUs auf einen gemeinsamen Adressraum im Arbeitsspeicher zuzugreifen und so die Leistung der Accelerated Processing Units (APUs) der Grafikkarte zu optimieren. Die jetzt eingereichten Patches schaffen die Grundlage für AMDKFD HSA, der voraussichtlich in den nächsten Linux-Kernel 4.17 Einzug hält. Darüber hinaus haben die Entwickler den nach wie vor umfangreichen Code weiter optimiert und aufgeräumt.

Nouveau unterstützt Geforce GT 1030

Der freie Nouveau-Treiber für Grafikkarten von Nvidia kann jetzt mit signierter Firmware für Secure Boot die Hardwarebeschleunigung von Grafikkarten der Geforce-GT-1030er-Reihe nutzen. Für die Kepler-Chips der Geforce-600er- und 700er-Reihe gibt es per Clock-Gating die Möglichkeit, das Taktsignal der GPUs besser zu beeinflussen. In den nächsten Versionen des Linux-Kernels soll das auch für weitere Nvidia-Chips funktionieren. Außerdem wurden weitere Arbeiten am Intel-Treiber vorgenommen, die die Unterstützung für Intels integrierte Grafikchips in Cannondale-CPUs verbessern.

Eine kleine Änderung in der Art und Weise, wie der Linux-Kernel die Inode-Verwaltung in Dateisystemen verwaltet, soll einen großen Leistungszuwachs nach sich ziehen, besonders bei Lese- und Schreibzugriffen mit kleinen Dateien. Zuvor wurde bei jedem Zugriff auf Inodes und Metadaten das Feld i_version inkrementell aktualisiert. Es stellte sich jedoch heraus, dass i_version nur ganz selten ausgelesen wird. Jetzt wurde das API so angepasst, dass lediglich relevante Änderungen festgehalten werden. Laut dem Entwickler Jeff Layton soll etwa bei dem Dateisystem XFS per DAX eine Leistungssteigerung von 240 Prozent bei 4 KByte Schreibzugriffen erzielt worden sein. Diese Änderung soll die Leistungseinbrüche etwas auffangen, die durch die Retpoline-Patches verursacht worden sind.

Leistungsschub für SD-Karten

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Ansonsten blieb es bei den Dateisystemen vergleichsweise ruhig: Für XFS, Ext4 und F2FS gab es nur einige Verbesserungen. Auch im Block-Subsystem gab es nur wenige Verbesserungen, unter anderem bei NVMe und dem BCache. Bemerkenswert ist jedoch der Patch, der dem Multimediacard-Subsystem die Nutzung des Multiqueue-Block-API erlaubt. Damit dürften die Zugriffe etwa auf SD-Karten deutlich beschleunigt werden.

Das Netzwerkdateisystem CIFS (Common Internet File System) für Zugriff auf Windows-Server bekommt eine noch experimentelle Unterstützung für SMB Direct (Server Message Block), die es seit SMB3 gibt. Damit kann ein Client den Speicherdirektzugriff (DMA) des Servers beim Übertragen von SMB-Pakten nutzen. Das Network File System (NFS) kann per statx() lokal verfügbare Informationen abfragen, statt sie vom Server anzufordern.

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 Betriebssysteme: Linux 4.16 bringt Spectre- und Meltdown-Patches und mehrGasttreiber für Virtualbox 
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