Betriebssysteme: Linux 4.14 rüstet sich gegen Copyright-Trolle

Linus Torvalds hat den Linux-Kernel 4.14 veröffentlicht. Linux wird künftig bis zu 128 Petabyte virtuellen Arbeitsspeicher verwalten können. Ein Linux Kernel Enforcement Statement soll gegen Copyright-Trolle schützen. Und wie üblich wurde außerdem viel Code aufgeräumt und entschlackt.

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Linux 4.14 ist fertig.
Linux 4.14 ist fertig. (Bild: Lieutenant Philip Hall/NOAA Corps)

Nach einer zehnwöchigen Testphase hat Linus Torvalds den Linux-Kernel in Version 4.14 freigegeben. Linux 4.14 erhält eine Langzeitpflege (LTS). Zu den aufregendsten Neuerungen gehört wohl die Unterstützung der sogenannten Five Level Table Pages, die die virtuelle Speicherverwaltung von bis zu 128 Petabyte und 4 Petabyte physischem Arbeitsspeicher durch Prozessoren ermöglichen. Auch wenn der Kernel-Entwickler Jonathan Corbet ironisch bemerkt, mehr Speicher brauche auch in Zukunft wohl niemand, litten doch zumindest einige Supercomputer schon unter der bisherigen Begrenzung auf 256 Terabyte virtuellem und 64 Terabyte physischem Speicher.

Inhalt:
  1. Betriebssysteme: Linux 4.14 rüstet sich gegen Copyright-Trolle
  2. Fortschritte bei Grafikkartentreibern

Quasi in letzter Minute haben die Kernel-Hacker eine Änderung wieder rückgängig gemacht, die in der letzten Kernel-Version eingeführt wurde: /proc/cpuinfo liefert nicht mehr den Durchschnittswert der CPU-Taktfrequenz, sondern wieder die aktuelle Taktfrequenz, was aber bei schnellen und wiederholten Taktwechseln als unzuverlässig gilt. Zwar funktioniere der vorangegangene Code, koste aber auf Systemen mit zahlreichen Kernen zu viel Rechenzeit, schreibt Torvalds. Es gebe bereits eine Lösung, die solle aber erst in der nächsten Kernel-Version eingeführt und dann auf den aktuellen Kernel zurückportiert werden.

Besser gewappnet gegen Copyright-Trolle

Um Nutzer des Linux-Kernels besser gegen Copyright-Trolle zu wappnen, haben die Entwickler eine Art Absichtserklärung als Ergänzung zur GPLv2 verfasst und in der Dokumentation eingefügt. Dort wurden zwei Passagen aus der GPLv3 übernommen. Zum einen gewähren die Entwickler ein 30-tägiges Zeitfenster zur Beseitigung von Lizenzverletzungen. Laut der GPLv2 erlischt die Nutzung des Kernels bei Lizenzverletzungen sofort. Zum anderen darf der Linux-Kernel wieder benutzt werden, wenn die Lizenzverletzungen beseitigt wurden. Unterzeichnet haben 105 Kernel-Entwickler, darunter Linus Torvalds oder Greg Kroah-Hartman. Es handelt sich dabei aber nicht um eine Lizenzänderung. Ob das Dokument vor Gericht standhält, muss sich noch zeigen.

Grund für die Ergänzung sind Berichte über den ehemaligen Netfilter-Entwickler Patrick McHardy, der seine Urheberrechte am Quellcode vor allem in Deutschland mehrfach vor Gericht durchgesetzt hat. Seine tatsächlichen Absichten blieben dabei zwar verborgen, es gebe allerdings Hinweise von mit der Sache Vertrauten, dass McHardy vor allem Schadenersatzansprüche geltend mache und somit seinen eigenen finanziellen Vorteil bei der GPL-Durchsetzung priorisiere. Sowohl die FSF als auch die SFC widersprechen in ihren Richtlinien allerdings genau solch einem Vorgehen und verfolgen als Ziel der GPL-Durchsetzung vor allem die Offenlegung des betroffenen Codes. Im Fall von McHardy ist dies aber offenbar nicht geschehen.

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Dateien der Kernel-Quellen, die bislang keine Lizenzbestimmungen im Header enthalten, wurden mit einem SPDX License Identifier ausgestattet, der explizit auf die verwendete Lizenz hinweist, sei es die GPLv2 oder konforme Lizenzen wie BSD oder LGPL. Das SPDX-Format (Software Package Data Exchange) lässt sich mit entsprechenden Analysewerkzeugen auslesen und soll etwa verhindern, dass ungewollt Lizenzverletzungen entstehen.

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