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Betriebssystem-Portierung: Mac OS X 10.0 läuft auf der Nintendo Wii

Ein Entwickler hat Mac OS X 10.0 auf die Nintendo Wii portiert. Er nutzte die PowerPC-Architektur der Konsole und trotzte Kritikern.
/ Nils Matthiesen
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Mac OS auf der Wii (Bild: Bryan Keller / GitHub)
Mac OS auf der Wii Bild: Bryan Keller / GitHub

Der Softwareentwickler Bryan Keller hat das Apple-Betriebssystem Mac OS X 10.0, auch bekannt als Cheetah, auf die Nintendo Wii portiert. Damit kehrte er das übliche Emulations-Szenario um: Während normalerweise Wii-Spiele auf Apple-Hardware emuliert werden, dient nun die Konsole von 2006 als Host für das mehr als 20 Jahre alte Desktop-Betriebssystem. Wie Keller in seinem Blog(öffnet im neuen Fenster) berichtete, war der Hauptantrieb für das Projekt die Skepsis der Community.

PowerPC-Architektur als technische Grundlage

Die technische Basis für das Projekt bildet die Hardware-Verwandtschaft zwischen Apples früheren Rechnern und der Nintendo-Konsole. Die Wii nutzt einen Broadway-Prozessor vom Typ PowerPC 750CL, der auf der PowerPC-Architektur basiert – exakt der Architektur, für die Mac OS X 10.0 ursprünglich entwickelt wurde.

Keller gab an, dieser Umstand habe ihn zuversichtlich gestimmt, dass die CPU kein unüberwindbares Hindernis darstellen würde. Er orientierte sich zudem an früheren Projekten, bei denen bereits Linux, NetBSD oder Windows NT auf die Wii gebracht wurden.

Dennoch war der Weg zur lauffähigen Version komplex. Da die Wii keine Standard-PC-Hardware ist, musste Keller einen eigenen Bootloader schreiben, den Kernel von Mac OS X patchen und spezifische Treiber entwickeln. Besonders die Speicherverwaltung und die Adressierung der Hardwarekomponenten stellten Herausforderungen dar. Im Zuge der Entwicklung gelang es ihm jedoch, sogar die USB-Ports der Konsole anzusprechen, sodass eine Maus und eine Tastatur für die Bedienung des Betriebssystems genutzt werden können.

Motivation durch Reddit-Kritik

Die Idee für das Projekt entstand laut Keller bereits im Jahr 2013 während seines Studiums. Den entscheidenden Anstoß gab jedoch ein Kommentar auf Reddit vor rund fünf Jahren. Ein Nutzer behauptete dort, es gäbe eine "Null-Prozent-Chance", dass ein solches Vorhaben jemals gelingen würde. Keller nutzte diese Aussage als Motivation, um das Projekt trotz fehlender Erfahrung im Bereich der Low-Level-Programmierung durchzuziehen.

Nachdem im vergangenen Jahr Windows NT erfolgreich auf die Wii portiert worden war, intensivierte Keller seine Arbeit. Er beschreibt den Prozess als "zutiefst befriedigend". Das Ergebnis zeigt, dass die Wii trotz ihres Alters eine flexible Plattform für Hardware-Hacks bleibt. Für technisch interessierte Nutzer veröffentlichte Keller den Quellcode und eine detaillierte Dokumentation auf Github(öffnet im neuen Fenster), damit das Experiment nachvollzogen werden kann


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