Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Betriebssystem: iRobot will Roboter zum Denken bringen

Die US-Firma iRobot hat ein Betriebssystem entwickelt, mit dem Roboter in militärischen Einsätzen selbstständiger werden sollen. Bis zum autonomen Roboter ist der Weg aber noch weit.
/ Thorsten Schröder
16 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Roboter könnten mit Hilfe von iRobot bald zunehmend selbstständig agieren. (Bild: iRobot)
Roboter könnten mit Hilfe von iRobot bald zunehmend selbstständig agieren. Bild: iRobot

Der US-Hersteller iRobot(öffnet im neuen Fenster) hat ein Betriebssystem vorgestellt, das langfristig die selbstständige Navigation von Robotern in schwierigem Gelände verbessern soll. Das System zielt insbesondere auf den Einsatz im Militär.

iRobot ist bislang vor allem für den Staubsaugerroboter Roomba bekannt. Die Firma aus Massachusetts stellt jedoch auch Robotor zur Bombenentschärfung und Aufklärung her. Bislang müssen die Roboter jedoch ausnahmslos von Menschen gesteuert werden. Anders als in der Luft oder unter Wasser ist die Fortbewegung an Land deutlich komplizierter .

Das US-Verteidigungsministerium und mehrere Privatunternehmen arbeiten deshalb an autonomeren Robotern, die ohne Eingriffe von außen Entscheidungen treffen können, wenn sie etwa auf unerwartete Hindernisse treffen.

Steuerung per Touchscreen

Das neue Betriebssystem ersetzt den Joystick durch eine Android-App, mit der der Roboter durch Fingerbewegungen auf dem Touchscreen gesteuert wird. Die App enthält auch erste Möglichkeiten für eine autonomere Fortbewegung , etwa Sensoren für ein inertiales Navigationssystem, einen digitalen Kompass, GPS und Cloud-Zugriff.

Bis autonome bewaffnete Roboter zum Einsatz kommen könnten, dürfte es nach Einschätzung von Experten noch dauern. Bislang konzentriert sich das Pentagon vor allem auf die Entwicklung von Robotern, die sich in schwierigem Gelände wie Katastrophengebieten fortbewegen und dort einfache Aufgaben übernehmen können. Im kommenden Jahr will das Verteidigungsministerium mehrere Prototypen privater Unternehmen in einem simulierten Katastrophenfall testen.

Auch Google hatte ursprünglich mit einem im Juni übernommenen japanischen Hersteller an dem Wettbewerb teilnehmen sollen. Inzwischen hat sich der Konzern aber zurückgezogen. Google will sich stärker auf autonome Roboter im zivilen Bereich konzentrieren. Der US-Hersteller Boston Dynamics , den Google im Dezember übernommen hatte, stellt seinen Roboter Atlas weiterhin einigen der teilnehmenden Teams zur Verfügung.


Relevante Themen