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Betriebssystem: Debian-Entwickler tritt wegen veralteter Werkzeuge zurück

Der Debian-Entwickler Michael Stapelberg beschreibt die Arbeit in dem Projekt als "frustrierend" und "mühsam". Wegen Problemen mit der "alten Infrastruktur" tritt der Entwickler nun zurück.

Artikel veröffentlicht am ,
Debian hat viele Probleme mit seinen Werkzeugen und seiner Infrastruktur, meint der Entwickler Michael Stapelberg.
Debian hat viele Probleme mit seinen Werkzeugen und seiner Infrastruktur, meint der Entwickler Michael Stapelberg. (Bild: Alex Makas/GPL-2.0+)

Der Entwickler Michael Stapelberg ist einer von rund 3.500 Freiwilligen, die als offizielle Debian-Entwickler die gleichnamige Distribution mit ihren Paketen pflegen. Stapelberg ist unter anderem als Initiator des Window-Managers i3 bekannt und betreut als Teil eines Teams die Pakete der Programmiersprache Go für Debian. In seinem Blog kündigt Stapelberg nun seinen Rücktritt an und begründet diesen mit Problemen, die in der Debian-Community nur allzu bekannt sein dürften.

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So schreibt Stapelberg etwa, dass technische Veränderungen in Debian nur sehr langsam und mit großer Mühe umsetzbar seien. Das liege unter anderem daran, dass die Anpassungen für Änderungen von jedem Paketbetreuer einzeln umgesetzt werden müssten. Besser wäre hier laut Stapelberg aber ein Team, das Änderungen eigenständig für andere Pakete durchsetzen könnte.

Schwierige Arbeit an Paketen und alte Infrastruktur

Darüber hinaus gebe es keine passenden Werkzeuge, um auch große Änderungen an dem System schnell umzusetzen. So müsse sehr viel durch manuelle Interaktion gelöst werden. Das wiederum sei nicht nur langsam, sondern könne auch dazu führen, dass sich andere Paketbetreuer einfach der Mitarbeit verweigerten.

Erschwert werde die Arbeit in der Community zudem durch den generell dezentralen Ansatz der Paketerstellung, weshalb es auch keine einheitliche Infrastruktur dafür gebe. Stapelberg selbst beschreibt die Erfahrung als "frustrierend", wenn er Dinge an Paketen ändern möchte, die er nicht selbst betreue.

Behindernd bei der Arbeit sei außerdem, dass die Paketuploads durch die aktuelle Infrastruktur stark verzögert würden, so dass der Upload durch die Entwickler mehrere Minuten Wartezeit beanspruche. Bis das Paket letztlich zur Installation in der Distribution erscheine, könnten zudem bis zu sieben Stunden vergehen.

Stapelberg führt in seinem Blog weitere Probleme mit der alten Infrastruktur aus. So kritisiert er etwa den Bug-Tracker, das Mailing-List-Archiv oder die Schwierigkeit der maschinellen Auswertung. Letzteres ist für Stapelberg wichtig, weil er auch die Debian-Code-Suche pflegt.

All das sei dem Entwickler letztlich zu "mühsam" und Lösungen für die angesprochenen Probleme seien nicht in Sicht, so dass er den Schluss ziehe, seine Arbeiten an Debian einzustellen. Angesichts der vielen Tausenden anderen Entwickler ist dies für Debian wohl kein besonders großes Problem. Die von Stapelberg angesprochenen Probleme sind jedoch typisch und teilweise auch altbekannt, was der langfristigen Perspektive von Debian wohl wenig zuträglich ist.

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Anonymer Nutzer 10. Apr 2019

Und genau so stehengelassen hätte völlig ausgereicht. Linux wollte noch nie für Leute...

Seitan-Sushi-Fan 17. Mär 2019

Ja, so eine Anspruchshaltung ist bei FOSS-"Konsumenten" weit verbreitet.

Seitan-Sushi-Fan 17. Mär 2019

Und kann auch Debian-Pakete erstellen, daher soll dich Debian einfach OBS und openQA...

Sil53r Surf3r 15. Mär 2019

Es ist extrem rüde und unhöflich, trotz klarer gegenteiliger Bitte auf einem völlig...

DeathMD 13. Mär 2019

Howe hat dir die Antwort eigentlich schon gegeben: "Wenn es um Server geht, sind...


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