Betriebssystem: Apples erstes DOS im Quellcode veröffentlicht

Das Computer History Museum hat das DOS des Apple II im Quelltext veröffentlicht. Zusammen mit gedruckten Listings ergibt sich ein Einblick in die Entwicklung der Hard- und Software, die Apples Grundstein für den Erfolg legte.

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Quellcode des Apple DOS von Paul Laughton
Quellcode des Apple DOS von Paul Laughton (Bild: Computer History Museum)

Die beiden Museumsprojekte Digibarn und Computer History Museum haben in einer Zusammenarbeit den Quellcode und einige begleitende Dokumente zum "Apple II DOS" veröffentlicht. Es handelt sich um einen Vorläufer moderner Betriebssysteme, den Apple im Jahr 1978 entwickeln ließ. Apple stimmte der Veröffentlichung für nichtkommerzielle Nutzung zu.

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Das DOS ist einer der Gründe für den vor allem in den USA großen Erfolg des Apple II, der als einer der frühen Heimcomputer erstmals auch für Privatanwender erschwinglich war. Statt des umständlichen und langsamen Hantierens mit Kompaktkassetten als Massenspeicher setzte Apple neben diesen Bandlaufwerken gleich auf Disketten. Die Laufwerke für diese 5,25-Zoll-Floppies waren aber oft teurer als die ab 1.300 US-Dollar erhältlichen Apple-II-Computer.

Steve Wozniak, neben Steve Jobs Gründer von Apple, löste das Problem durch die Konstruktion eines eigenen Floppy-Controllers. Die Schaltung kam mit weniger Bauteilen als bei anderen Geräten aus, die oft noch den identischen Prozessor des Computers enthielten. Wozniak verlagerte aber die Berechnungen auf die CPU des Apple II und steuerte seinen Controller über einen Treiber.

  • Ausschnitt aus dem Code für Apple DOS aus dem Nadeldrucker (Bilder: Digibarn)
  • Das Angebot von Shepardson an Steve Jobs (Bilder: Digibarn)
Das Angebot von Shepardson an Steve Jobs (Bilder: Digibarn)

Dieses Stück Software gab es Anfang 1978 schon, aber noch kein Diskettenbetriebssystem, eben ein "Disc Operating System", kurz: DOS. Apple hatte damals mit weniger als 20 Mitarbeitern nicht die Kapazitäten, die Routinen für das Kopieren von Dateien und ganzen Disketten selbst zu schreiben. Also vergab das junge Unternehmen den Auftrag an einen externen Programmierer, Paul Laughton, der für Shepardson Microsystems arbeitete. Daher heißt das so entstandene DOS später auch "Shep Apple DOS", dieser Vermerk findet sich auch auf den Ausdrucken des Programms.

Ein DOS in sieben Wochen

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Im April 1978 machte Lauhgton Steve Jobs ein Angebot: In nur sieben Wochen wollte er das DOS im Assembler-Code des 6502-Prozessors schreiben und dafür 13.000 US-Dollar verlangen. Dafür musste Apple aber auch noch zwei Controller und drei Laufwerke bereitstellen. Das Angebot passte auf eine einzelne Schreibmaschinenseite. Später kam, wie bei Digibarn zu sehen ist, noch ein weiterer knapper Vertrag über 4.000 US-Dollar für Hilfsprogramme und die Integration in Apples Basic hinzu.

Mitte 1978 kam der Apple II dann mitsamt dem DOS auf den Markt und wurde auch deshalb zum Erfolg. Über die Disketten konnten auch andere Betriebssysteme wie die im professionellen Bereich verbreiteten CP/M und Unix gestartet werden. Zudem war der Apple II als einer der ersten Heimcomputer über interne Steckkarten erweiterbar, er wurde auch - ohne Apples Segen - zahlreich nachgebaut. Das war möglich, weil er anders als spätere Heimcomputer wie der Commodore 64 nur aus Standardbausteinen zusammengesetzt war, die sich leicht beschaffen ließen.

Zudem war der Apple II vier Jahre früher erhältlich als der C64, welcher vor allem in Deutschland eine viel größere Verbreitung als die Apple-Computer erreichte. In den USA war der bis 1993 angebotene Apple II, von dem über zwei Millionen Stück gebaut wurden, aber bis weit in die 1980er Jahre das Maß der Dinge für privat genutzte Computer. Auch IBM war viel später dran: Deren erster PC erschien erst 1981 und kostete mit rund 1.500 US-Dollar ohne Laufwerke vergleichbar viel wie damals aktuelle Apple-Computer. Auch IBM ließ sich sein DOS übrigens von einer kleinen, externen Firma entwickeln. Sie heißt Microsoft.

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