Betriebsrat: Niedrige Gehaltserhöhung "Tiefschlag für SAP-Beschäftigte"
Der Betriebsrat kritisiert die Erhöhung des Gehalts um 2,7 Prozent relativ scharf. Die SAP-Geschäftsleitung verweist dagegen auf Aktienpakete und Boni.
Der Betriebsrat von SAP hat die niedrige Gehaltserhöhung für 2024 kritisiert. Rückwirkend zum ersten Januar erhalten die SAP-Beschäftigten im Durchschnitt 2,7 Prozent mehr Gehalt.
"Eine Erhöhung von 2,7 Prozent ist ein erneuter Tiefschlag für die Beschäftigten bei SAP", sagte Eberhard Schick, Betriebsratsvorsitzender SAP SE, am 25. Januar 2024: "Man hat fast den Eindruck, die Diskussion um die Office-Pflicht sollte die enttäuschende Gehaltsrunde überdecken." Der Betriebsrat von SAP SE hatte eine Gehaltserhöhung von wenigstens 5 Prozent gefordert.
Konzernchef Christian Klein legte am 9. Januar 2024 in einer E-Mail an die mehr als 100.000 Beschäftigten weltweit fest, dass Beschäftigte nicht mehr frei wählen können, ob sie im Homeoffice oder im Büro arbeiten wollen. In der Coronapandemie im Jahr 2020 wurde dies den Mitarbeitern weitgehend freigestellt. Drei Tage die Woche müssen die SAP-Beschäftigten nun wieder ins Büro.
SAP-Führung argumentiert mit Aktienpaketen und Bonuszahlungen
Heike Schaaf, Betriebsrätin bei SAP Deutschland, erklärte, dass das Beförderungsbudget mit maximal 0,3 Prozent auch wieder gering ausfalle. "Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass die Kolleginnen und Kollegen morgen gerne zur Arbeit ins Büro kommen." Dabei bekommen nicht alle Beschäftigten 2,7 Prozent mehr. Mitarbeiter im Vorruhestand oder in passiver Alterszeit nehmen nicht an der Gehaltsrunde teil.
Damit liegt SAP weit hinter dem Abschluss der IG Metall in der Metall- und Elektroindustrie vom vergangenen Jahr. Allerdings zahlt SAP 1.500 Euro Inflations-Ausgleichs-Prämie (IAP), die alle SAP-Beschäftigten steuer- und abgabefrei bekommen.
SAP kommentierte die Gehaltsrunde nicht offiziell. Jedoch verwies der Softwarekonzern immer wieder darauf, dass die Beschäftigten mehrheitlich SAP-Aktien besäßen und von dem stark gestiegenen Kurs profitierten. Der Wert der SAP-Aktie stieg in den vergangenen Monaten um 50 Prozent, zudem bekommen die Beschäftigten in diesem Jahr rund 110 Prozent der Bonuszahlungen.
"Aus unserer Sicht als Gewerkschaft ist das ein mehr als unzureichendes Ergebnis für die Beschäftigten bei SAP, vor allem mit Hinblick auf die erwirtschafteten Gewinne", erklärte Julia Wegner, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall in Heidelberg. Alle Referenz- und insbesondere die Einstiegsgehälter stiegen nicht automatisch. Dies hänge die mittleren Gehaltsgruppen mittel- und langfristig ab.
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Mal so als Beispiel: 2008 E13/1 Einstiegsgehalt 37.244,09 ¤ 2024 E13/6 Gehalt: 83.606,54...
Damit die 112% ein paar tausend Euro ausmachen, musst man in den oberen beiden Leveln...
Kann ich nicht bestätigen. SAP zahlt nicht mehr so gut wie früher. Der CEO hat sich auch...
Richtig, Gehälter waren nicht dem Markt entsprechend. Bereits vor einigen Jahren wurde...
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