Betriebsrat: Gutes SAP-Ergebnis wurde meist im Homeoffice erarbeitet

Massiver Stellenabbau und Office-Pflicht: Der deutsche SAP-Betriebsrat erwartet ein Überdenken beim Homeoffice, stellt sich aber nicht gegen Stellenabbau.

Artikel veröffentlicht am ,
Homeoffice bei SAP im Bild: nicht ohne meinen Blumentopf
Homeoffice bei SAP im Bild: nicht ohne meinen Blumentopf (Bild: SAP)

Laut dem deutschen Betriebsrat der SAP wurde das gute Jahresergebnis des Softwarekonzerns "zum großen Teil aus dem Homeoffice heraus erarbeitet". Dies zeige deutlich, dass man mit "der langjährigen Praxis 'Vertrauensarbeitsort' erfolgreich sein kann. Wir erwarten, dass der Vorstand die Ankündigung zur Office-Pflicht noch einmal überdenkt", heißt es in einer Erklärung, die Golem.de vorliegt.

SAP steigerte den Umsatz im Jahr 2023 um 6 Prozent auf 31,2 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis wuchs um neun Prozent auf 8,7 Milliarden Euro. Der Nettogewinn verdreifachte sich auf 5,9 Milliarden Euro, was durch den Verkauf von Qualtrics für 3,2 Milliarden Euro jedoch stark erhöht wurde.

Betriebsrat und 2.000 Beschäftigte gegen Präsenzpflicht

Der europäische Betriebsrat wandte sich mit einem Appell gegen die Präsenzpflicht an die Geschäftsleitung, den über 2.000 Beschäftigte unterzeichnet haben.

SAP hatte im Januar einen Bericht bestätigt, wonach Beschäftigte nicht mehr frei wählen könnten, ob sie im Homeoffice oder im Büro arbeiten wollen. In der Coronapandemie im Jahr 2020 wurde ihnen dies weitgehend freigestellt. Konzernchef Christian Klein stellte dies am 9. Januar 2024 in einer E-Mail an die mehr als 100.000 Beschäftigten fest. Ein SAP-Sprecher sagte: "Ab diesem Monat und mit einer Übergangsfrist bis Ende April 2024 setzen wir voraus, dass Mitarbeitende drei Tage pro Woche im Büro oder vor Ort bei Kunden oder Partnern arbeiten, vorbehaltlich des lokalen Arbeitsrechts und der Beteiligung der Sozialpartner."

SAP hatte in der vergangenen Nacht angekündigt, 8.000 Arbeitsplätze abzubauen. Das Unternehmen strich bereits vor rund einem Jahr 3.000 Jobs. Der Betriebsrat stellt sich nicht dagegen. Ihm sei es aber "wichtig, dass dies in Deutschland eine rein freiwillige Maßnahme ist. Es sind keine betriebsbedingten Kündigungen geplant, das wäre angesichts der guten Zahlen auch nicht vermittelbar", sagte Eberhard Schick, Betriebsratsvorsitzender der SAP SE. Investitionen in die Weiterbildung und Qualifizierung der Belegschaft gingen in die richtige Richtung, könnten aber noch verstärkt werden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


ptepic 28. Jan 2024 / Themenstart

Hab ich mir auch gedacht. Das einzige, was morgens um 6 klingelt, ist der Wecker. Aber...

Termuellinator 25. Jan 2024 / Themenstart

Es gibt auch Menschen, bei denen funktioniert Gleitzeit oder Vertrauensarbeitszeit oder...

itnews 25. Jan 2024 / Themenstart

Schlechte Führung die wahnsinnig viele redundante Stellen geschaffen hat, die isoliert...

DaWarNochWas 24. Jan 2024 / Themenstart

SAP ist ein Unternehmen wie Microsoft, Adobe, Oracle oder Apple. In manchen Bereichen...

Kommentieren



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Softwareentwicklung
Die Ausbildung als Karrieresprungbrett

Steig ein! In der IT gilt das Studium gemeinhin als Königsweg. Dabei sind Ausbildungen längst nicht mehr so verstaubt wie einst.
Von Fabian Deitelhoff

Softwareentwicklung: Die Ausbildung als Karrieresprungbrett
Artikel
  1. Return to Office: Dell soll Homeoffice-Arbeiter systematisch benachteiligen
    Return to Office
    Dell soll Homeoffice-Arbeiter systematisch benachteiligen

    Die Umsetzung der teilweisen Büropflicht bei Dell sorgt für Unmut unter Beschäftigten.

  2. Medizin: ADHS hatte für unsere Vorfahren Vorteile
    Medizin
    ADHS hatte für unsere Vorfahren Vorteile

    Die neurologische Entwicklungsstörung ADHS soll einen evolutionären Vorteil bei der Nahrungssuche dargestellt haben. Ein Experiment mit einem Computerspiel lieferte die Hinweise.

  3. Sonnensystem: Kuipergürtel vermutlich viel größer als angenommen
    Sonnensystem
    Kuipergürtel vermutlich viel größer als angenommen

    Die Raumsonde New Horizons hat im äußeren Bereich unseres Sonnensystems mehr Staubteile delektiert als bisher angenommen wurden. Der Kuipergürtel könnte somit doppelt so groß sein.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • HP Omen 27" QHD 240Hz 379€ • PS5 Slim mit 2 Controller 479€ • MindStar: PNY RTX 4070 Super 619€, MSI RTX 4090 Gaming 1.839€ • FF7 Rebirth PS5 mit Gratis-Zugaben 69,99€ • Roccat -58% • Neu: Sony Pulse Elite Headset 134,99€ • EA-Spiele -74% • PCGH Cyber Week [Werbung]
    •  /