Betriebsräte: Apple erhöht Einstiegslohn auf 22 US-Dollar

In mehreren Apple-Store-Filialen organisieren sich Beschäftigte. Ihre Lohnforderungen gehen noch weiter.

Artikel veröffentlicht am , Daniel Ziegener
So würde ein Apple Store während eines Streiks aussehen.
So würde ein Apple Store während eines Streiks aussehen. (Bild: Apple)

Angesichts des steigenden Drucks durch Gewerkschaftsgründungen in den USA erhöht Apple den Stundenlohn der Beschäftigten in seinen Ladengeschäften. Das habe das Unternehmen seinen Angestellten am 25. Mai mitgeteilt, berichtet die Financial Times. Der Stundenlohn soll von 20 US-Dollar auf mindestens 22 US-Dollar steigen. Die Erhöhung soll auch Einstiegsgehälter und Gehälter außerhalb der USA betreffen. Details dazu nannte Apple aber nicht.

"In diesem Jahr erhöhen wir im Rahmen unseres jährlichen Leistungsüberprüfungsprozesses unser Gesamtbudget für die Vergütung", sagte ein Apple-Sprecher in einer Stellungnahme. "Die Unterstützung und Bindung der besten Teammitglieder der Welt ermöglicht es uns, die besten und innovativsten Produkte und Dienstleistungen für unsere Kunden zu liefern."

Apple-Vizepräsidentin Deirdre O'Brien riet Angestellten der Stores aktiv davon ab, sich an den Bemühungen für Gründung von Gewerkschaften zu beteiligen. Sie sorge sich, dass eine Mitarbeiterorganisation nicht das "Bekenntnis" zu den Geschäften von Apple mittragen würde. In den Apple Stores in Deutschland wurden bereits 2012 Betriebsräte gegründet.

Gewerkschaftsgründungen im Gange Diese Aussage kommt inmitten der Bemühungen Angestellter, an mehreren Standorten Gewerkschaften zu gründen. Unter dem Namen Fruit Stand Workers United organisieren sich etwa Beschäftigte der Filiale im Bahnhof Grand Central New York. Sie fordern einen Mindestlohn von 30 US-Dollar.

"Unser Store existiert seit einem Jahrzehnt und hat in dieser Zeit zweifellos zum exponentiellen Wachstum von Apple beigetragen. Dennoch zahlt Apple den Beschäftigten im Einzelhandel nicht ihren gerechten Anteil", schreiben sie auf ihrer Webseite. Apple setzte mit seinen Stores im vergangenen Jahr 85 Milliarden US-Dollar um.

Apples angekündigte Erhöhung der Einstiegsgehälter soll regionale Unterschiede erlauben. Dass ausgerechnet die Angestellten einer Filiale in New York mit 30 US-Dollar einen Stundenlohn deutlich über den nun angekündigten 22 US-Dollar fordern, ist kein Zufall. New York gilt als eine der teuersten Städte der Welt.

Widerstand gegen das Ende des Homeoffice

Die Ladengeschäfte sind nicht der einzige Ort, an dem Apple im Konflikt mit seinen Mitarbeitern steht. Eigentlich wollte Apple ab dem 23. Mai 2022 wieder an drei Tagen in der Woche eine Anwesenheitspflicht im Büro einführen. Angesichts steigender Covid-19-Fallzahlen in den USA wurde das verschoben.

Wie viele Technologieunternehmen stellte auch Apple während der Pandemie auf Homeoffice und mobiles Arbeiten um. Das ist für viele Mitarbeiter des iPhone-Herstellers nicht mehr wegzudenken. Schon im Juni 2021 positionierten sich 2.800 Apple-Beschäftigte in einem offenen Brief gegen eine Rückkehr zu den alten Büroregeln.

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