Bethesda im Interview: "Gute Spielideen sind Massenware"

Ideen für neue Spiele wie Starfield, die langen Wartezeiten auf ein neues The Elder Scrolls und der Onlinemodus von Fallout 76: Golem.de hat mit Bethesda-Marketingchef Pete Hines gesprochen.

Ein Interview von veröffentlicht am
Pete Hines auf der Gamescom 2018 im Gespräch mit Golem.de.
Pete Hines auf der Gamescom 2018 im Gespräch mit Golem.de. (Bild: Peter Steinlechner/Golem.de)

Pete Hines arbeitet seit 1999 für den US-Publisher und -Entwickler Bethesda Softworks als Vice President PR and Marketing. Er ist aber auch in die Planung der Projekte eingebunden und arbeitet eng mit den Entwicklerstudios zusammen - vor allem mit den Bethesda Game Studios, die unter anderem für die Rollenspielreihen Fallout und The Elder Scrolls zuständig sind. Golem.de hat mit Hines am Rande der Gamescom 2018 in Köln gesprochen.

Inhalt:
  1. Bethesda im Interview: "Gute Spielideen sind Massenware"
  2. The Elder Scrolls und Abwechslung im Entwicklerstudio

Golem.de: Bethesda hat auf der E3 im Juni 2018 ein ganz neues Spiel namens Starfield vorgestellt. Sie verraten uns vermutlich nichts über dessen Inhalt, aber wie kommt es bei Bethesda zu so einem ganz neuen Titel?

Pete Hines: Jedes neue Projekt bei uns beginnt mit den Entwicklern, und ihren Ideen und was sie machen möchten. Immer! In Spielefirmen gibt es normalerweise viele gute Ideen, seien es spezielle Funktionen oder ganz neue Spiele. In der Regel wird das zuerst innerhalb der Teams besprochen und sortiert und anschließend oft in existierende Games integriert.

Aber wenn uns eines unserer Studios einen Vorschlag für ein Spiel macht, dann prüfen wir das. Wie sieht es aus, wie lange würde die Produktion dauern, welche Technik kommt zum Einsatz und welche Funktionen und Inhalte gibt es? Anschließend versuchen wir herauszufinden, wie viel die Entwicklung kosten würde und wie viele Einheiten wir verkaufen könnten. Wenn wir nur zehn Kopien absetzen können, kostet uns der Titel hoffentlich nicht allzu viel (lacht). Aber ernsthaft: Mit diesen Fragen beschäftigen wir uns sehr intensiv im Team.

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Golem.de: Welchen Tipp haben Sie etwa für deutsche Studios, was die Auswahl von neuen Projekten angeht?

Hines: Ich bin etwas vorsichtig mit solchen Tipps. Die Art, wie wir das bei Bethesda machen, funktioniert ja nicht unbedingt überall. Trotzdem ein paar grundsätzliche Überlegungen: Erstens: Gute Spielideen sind Massenware. Das hört keiner gerne, aber es stimmt. Uns werden ständig gute Ideen angeboten, aber es kommt eigentlich darauf an, dass man ein Team hat, das sie umsetzen kann. Zweitens: Was als Idee gut klingt, macht in der Praxis oft nicht so viel Spaß. Es ist wichtig, das so früh wie möglich festzustellen.

Golem.de: Gab es bei Bethesda in den vergangen Jahren vielversprechende Projekte, die dann wieder eingestellt wurden?

Hines: Nein, so einfach ist das nicht. Oft überarbeiten wir die Sachen mehrfach. Für Oblivion etwa haben wir das Kampfsystem dreimal überarbeitet, bis wir zufrieden waren. Es geht meist nicht um ganze Spiele, sondern um bestimmte Elemente, die wir austauschen oder verbessern müssen.

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The Elder Scrolls und Abwechslung im Entwicklerstudio 
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