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Viele Roboter, wenige Mitarbeiter

Ebenso wie andere Autofabriken ist auch die Gigafactory in Grünheide weitgehend automatisiert. Ein Kuka-Roboter, geschützt hinter hohen Gittern, reiht sich neben den anderen. Die Menschen sind vor allem dazu da, den reibungslosen Ablauf der Produktion und die Qualität der einzelnen Schritte zu überwachen. So werden 800 Roboter von 200 Mitarbeitern bedient. Eine "dunkle Fabrik", wie es sie in China mangels menschlicher Arbeitskräfte schon gibt, ist Grünheide jedoch noch lange nicht.

Tesla strebt an, möglichst viele Fahrzeugteile in Grünheide selbst herzustellen. Das fängt mit dem komplexen Druckgussteil für den hinteren Unterboden an, das von der Vigel Giga Bi 1600(öffnet im neuen Fenster) gefertigt wird. Zudem stellt das Presswerk die erforderlichen 15 gepressten Karosserieteile für das Model Y her.

Pressteile aus der Vorproduktion

In der Fabrik fällt auf, dass sich die vorgefertigten Pressteile in langen Reihen in ihren Transportbehältern stapeln. Das liegt daran, dass jeden Tag jeweils ein anderes Teil vorproduziert wird. Dann werden die Werkzeuge wieder gewechselt, was ein aufwendiger Prozess ist. Eine zweite Pressstraße fehlt noch. Sie würde wohl erst bei der vollen Produktionskapazität benötigt.

Nach dem Zusammenschweißen und -nieten der Karosserie hebt der größte Roboter, Godzilla genannt, das Chassis auf eine höhere Ebene, wo es die Fahrt in die Lackiererei antreten kann. Nach der Tauchlackierung und dem Auftragen von fünf Lackschichten müssen Mitarbeiter das Ergebnis genau kontrollieren. Unsaubere Ergebnisse werden bisweilen mit den Fingerspitzen überprüft. Kaum vorstellbar, wie das künftig von einem humanoiden Roboter wie Teslas Optimus übernommen werden soll.

Qualitätskontrolle im Lichttunnel

Einsatzmöglichkeiten für Kollege Roboter dürfte es am ehesten in der Endmontage geben. Dort sind pro Schicht mit 1.000 Mitarbeitern noch die meisten Menschen beschäftigt. Die Gigafabrik verfügt über fünf Haupt- und etliche Nebenlinien. Auf ihnen werden beispielsweise Komponenten wie Türen und Sitze produziert.

Wie in jeder Autofabrik gibt es auch in Grünheide die sogenannte Hochzeit, bei der Karosserie und Fahrwerk inklusive Batterie zusammengeführt werden. Es gibt 289 Arbeitsstationen in der Endmontage. Die bekannteste davon dürfte der sogenannte Lichttunnel sein, in dem die abschließende Qualitätskontrolle stattfindet. In Grünheide werden die fertigen Model Y noch von Mitarbeitern aus dem Werk gefahren. Künftig sollen die Autos das autonom erledigen.

Anders als von Musk ursprünglich angekündigt, gibt es in Grünheide weiterhin keine Zellproduktion. Das Projekt wurde gestoppt, nachdem der damalige US-Präsident Joe Biden die staatliche Förderung von E-Autos mit der Batteriezellproduktion in den USA verknüpft hatte. Weil sein Nachfolger Trump die Förderung inzwischen beendete, spielt das keine Rolle mehr.

Zellproduktion soll 2027 beginnen

Daher könnte die Produktion im kommenden Jahr starten. Tesla habe mit der Suche nach mehreren Hundert neuen Beschäftigten für die Batteriezellfertigung begonnen, teilte das Unternehmen der dpa mit. Für die bisherigen Mitarbeiter wäre das sicherlich ein Signal, dass der Bestand der Fabrik derzeit nicht gefährdet ist.

Allerdings ist unklar, welche Produkte künftig in Grünheide produziert werden sollen. Musk setzt weiterhin voll auf KI und autonome Autos. In der texanischen Gigafabrik startete bereits die Produktion des Robotaxis Cybercab. Die Massenproduktion des Cybercab und des Tesla-Lkw Semi soll laut Quartalsbericht(öffnet im neuen Fenster) (PDF) noch in diesem Jahr starten.

Mit seinem Krieg gegen den Iran hat US-Präsident Trump wohl unfreiwillig dazu beigetragen, das Interesse an E-Mobilität zu forcieren. Er wird in diesem Jahr daher eher die Auszeichnung zum Mitarbeiter des Jahres in Grünheide als den Friedensnobelpreis bekommen.


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