Besuch im Gefängnis: UN-Sonderberichterstatter besorgt über Assanges Zustand

In einem Statement spricht der UN-Sonderberichterstatter Nils Melzer von psychologischer Folter, nachdem er den Wikileaks-Gründer am 9. Mai im Gefängnis besucht hatte. Seine größte Sorge ist jedoch eine andere.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Julian Assange bei seiner Festnahme am 11. April
Julian Assange bei seiner Festnahme am 11. April (Bild: Jack Taylor/Getty Images)

Wikileaks-Gründer Julian Assange ist nach Ansicht eines UN-Sonderberichterstatters über Jahre hinweg psychologischer Folter ausgesetzt gewesen. Assange weise alle entsprechenden Symptome auf, "dazu gehören extremer Stress, chronische Angst und ein schweres psychologisches Trauma", sagte Nils Melzer, Sonderberichterstatter zum Thema Folter, laut einer Mitteilung vom 31. Mai. "Es ist offensichtlich, dass die Gesundheit von Herrn Assange durch das extrem feindselige und willkürliche Umfeld der vergangenen Jahre ernsthaft beeinträchtigt wurde."

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Melzer hatte Assange am 9. Mai gemeinsam mit Medizinern in einem Gefängnis in London besucht. "Meine größte Sorge ist, dass Herr Assange in den Vereinigten Staaten der Gefahr ernsthafter Verletzungen seiner Menschenrechte ausgesetzt ist, einschließlich seiner Meinungsfreiheit, seines Rechts auf ein faires Verfahren sowie bezüglich des Verbots der Folter und anderer grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Bestrafung", sagt der UN-Sonderberichterstatter. Die neuen Vorwürfe im Auslieferungsantrag der USA könnten eine lebenslange Haft oder sogar die Todesstrafe für Assange bedeuten. Melzer besorgt zudem die Kriminalisierung von investigativem Journalismus, welche sowohl der US-Verfassung als auch internationalem Recht widerspreche.

In den USA drohen Assange bis zu 175 Jahre Haft

Die USA werfen Assange Spionage und Verschwörung mit der Whistleblowerin Chelsea Manning vor und haben offiziell einen Auslieferungsantrag gestellt. Assange würde damit im Fall einer Auslieferung an die USA und einer Verurteilung in allen nun insgesamt 18 Anklagepunkten eine Höchststrafe von bis zu 175 Jahren Haft drohen, teilte das Justizministerium in Washington am 23. Mai mit. Manning hatte Wikileaks im Jahr 2010 Hunderttausende geheime Militärdokumente zukommen lassen und mit ihnen US-Kriegsverbrechen öffentlich gemacht. Sie wurde zu 35 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt und von US-Präsident Barack Obama kurz vor Ende seiner Amtszeit begnadigt. Sie sitzt allerdings erneut in Haft, weil sie vor Gericht eine Aussage zu Wikileaks verweigerte.

Assange ist in Großbritannien wegen Verstoßes gegen Kautionsauflagen zu 50 Wochen Haft verurteilt worden. Er war am 11. April von der britischen Polizei in der Botschaft Ecuadors in London festgenommen worden, nachdem das südamerikanische Land das politische Asyl aufgehoben hatte. Assange war 2012 in die diplomatische Vertretung geflüchtet, um einer Auslieferung an Schweden wegen Vergewaltigungsvorwürfen zu entgehen. Er befürchtete, zunächst nach Skandinavien und schließlich an die USA ausgeliefert zu werden.

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berritorre 03. Jun 2019

Ja, das war auch mehr eine allgemeine Information. Man weiss ja immer grob wie das so...

.02 Cents 03. Jun 2019

Es gab ein Strafverfahren in Schweden wegen sexuellem Missbrauch. Erstmal hat er sich...

Anonymer Nutzer 03. Jun 2019

Wem hilft einseitige Propaganda? Nein. Er sitzt wegen einer Straftat und wird sich...

Anonymer Nutzer 02. Jun 2019

Okay, selbst schwere Verbrechen zu begehen rechtfertigen also Asyl, sehr lustig. MSM...



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