Lärmquellen lokalisieren

Die Technik sei für die Automobilindustrie entwickelt worden, erzählt Kuklinski. Dort wird sie dazu eingesetzt, um möglichst leise Autos zu entwerfen: Fahrzeugkomponenten werden in jedem einzelnen Schritt darauf geprüft, ob sie Geräusche von sich geben - erst das Teil selbst, dann in mehreren Schritten im Einbau im Fahrzeug und schließlich bei Probefahrten. Ziel ist ein Auto, das keine Nebengeräusche produziert, die den Fahrer stören.

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Das gilt auch für eine ganze Reihe von anderen Produkten, deren Geräusche als unangenehm empfunden werden können: Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen, Staubsauger oder Kühlschränke beispielsweise. Oder Computer: Der Lüfter am Laptop unseres Videoredakteurs etwa ist sehr laut - mit der Soundcam lässt sich sich die Geräuschquelle genau im Gerät orten. Moderne Rechner, die nicht mehr unter dem Schreibtisch stehen, sondern als Mini-PC oder als All-in-one-Computer darauf, sollten nahe am Ohr des Nutzers möglichst keine Geräusche emittieren.

"Das sind alles Geräte, in denen Mechanik und Elektronik steckt, die Geräusche machen", sagt Kuklinski. "Da geht darum, zu schauen, dass man ein für den Kunden möglichst angenehmes Gerät hat." Außer möglichst geräuscharme neue Geräte zu konstruieren, kann die Soundcam auch dazu genutzt werden, nach nicht mehr ganz so neuen Fehlerquellen zu suchen.

  • Wo knattert der Motor? Maik Kuklinski schaut mit der Soundcam nach. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Auf dem Bildschirm ist die Lärmquelle in Echtzeit erkennbar. (Bild: CAE)
  • Die Soundcam ist mobil und einfach zu bedienen. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Schnipp! (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Wo im Gehäuse sitzt der laute Lüfter? (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Soundcam hat 64 Mikrofone. Die optische Kamera sitzt in der Mitte. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Der Prototyp hat ein Windows-Tablet. Das soll durch eine günstigere Lösung ersetzt werden. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Platine der Soundcam: Das Innenleben ist vergleichsweise einfach gehalten. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Vorgänger: Eine akustische Kamera mit analogen Mikrofonen. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Das Bionic-System für umfangreichere akustische Auswertungen. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Es ist modular: Die Mikrofon-Arrays werden auf das Zentralmdoul gesteckt. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Für diese akustische Kamera gibt es verschieden große Mikrofonarme - je nach zu messender Frequenz. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
Wo im Gehäuse sitzt der laute Lüfter? (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Ein wichtiges Anwendungsgebiet sei dabei der Arbeitsschutz, sagt Kuklinski. Für Messungen am Arbeitsplatz werde normalerweise ein Handschallmessgerät eingesetzt. "Aber wenn es zu laut ist: Was ist dann? Sie wissen: Es ist zu laut, aber Sie haben keine Lösung. Wenn Sie eine Kamera haben, die Ihnen sagt, aus welcher Richtung das Geräusch kommt, dann können Sie Maßnahmen ergreifen."

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Eine solche Fehlersuche nutzt aber nicht nur den Arbeitern, die dem Lärm ausgesetzt sind. "Wenn es an einer Maschine laut ist, ist da viel Energie. Das kann zu Problemen führen, weil die Komponenten dort stark belastet werden", erläutert Kuklinski. Lasse sich der Fehler mit Hilfe einer akustischen Kamera lokalisieren, werde auch die Maschine geschont.

So eine Fehlersuche kann sich schwierig gestalten: So habe CAE einmal bei einem Kunden die akustische Kamera vorgeführt und dabei eine Geräuschquelle an einer Maschine gefunden, nach der der Kunde ein halbes Jahr lang vergeblich gesucht hatte. Im Auto eines Kollegen konnte Kuklinski mit Hilfe der Soundcam lokalisieren, wo der merkwürdige Ton entstand, der in Kurven zu hören war. Der Fahrer schwor, da Geräusch komme von rechts, der Beifahrer verortete es links. Es kam aus dem Dachhimmel, wo offensichtlich ein loses Teil in der Kurve in die eine oder andere Richtung rutschte.

Die Soundcam findet den Fehler

"Man sieht mit der akustischen Kamera sofort, wo das Problem liegt", sagt Kuklinski. Denkbar ist, dass sich kleinere Betriebe, etwa Autowerkstätten, eine Soundcam zur Fehlersuche anschaffen. Eine andere Möglichkeit ist, dass Dienstleister sich ein solches Gerät anschaffen und damit ihren Kunden bei der Fehlersuche behilflich sind.

Denn der Vorteil der Soundcam ist, dass sie handlich und einfach zu bedienen ist. Sie ist außerdem im Vergleich zu anderen akustischen Kameras auch günstig.

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