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Mehr als eine App für die Streamingsuche

Justwatch wurde vor etwas mehr als fünf Jahren gegründet - in etwa zu der Zeit, als Netflix Ende 2014 in Deutschland startete. Die Idee für eine Streaming-Suchmaschine stammte von Croyé. Er suchte sich fünf Mitstreiter, fast alle kannte er von seinem vorherigen Job. Vier der sechs Gründer waren vorher bei Kaufda, alle sechs sind nach wie vor im Unternehmen tätig.

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Die Firma hat zwei Arten von Kunden: Anwender, die den Dienst nutzen, um sich im Dschungel der Streamingangebote zurechtzufinden. Hier wird mit Bannerwerbung und Affiliate-Links Geld verdient. Die andere Kundengruppe sind große Hollywoodstudios und Streaminganbieter. Für sie verteilt das Unternehmen Videowerbung in Form von Trailern. Damit erzielt Justwatch den Großteil seines Umsatzes und Gewinns.

Diese beiden Säulen für die Einnahmen erlauben es dem Unternehmen, deutlich mehr Mitarbeiter zu beschäftigen, als es mit einer puren Streamingsuche möglich wäre, die sich mit Bannerwerbung, Affiliate-Links und Premium-Funktionen finanziert. Dafür betreibt Justwatch eine große Datenbank, in der das Verhalten der Besucher der Webseite oder der Nutzer der Apps mithilfe anonymer Daten beobachtet wird.

Zusammenarbeit mit Hollywoodstudios

"Wir sammeln anonyme Daten darüber, welche Filme ein Nutzer klickt und wo er sie tatsächlich kauft", sagt Croyé. Dabei erfährt das Unternehmen, welchen Geschmack ein Nutzer hat, auf welcher Plattform er schaut oder kauft. Diese Daten sind für Filmstudios und Streaminganbieter spannend. Zu den größten Kunden zählen 20th Century Studios, Amazon, Paramount, Sony und Universal. Ihre Trailer und andere Werbung verteilt Justwatch auf Youtube, Facebook und Instagram.

Die weltweit über 100 Millionen Datenprofile werden zu den drei Plattformen hochgeladen, um möglichst gut auf die Zielgruppe abgestimmte Werbeclips zu verteilen. Für die Amazon-Serie Picard hat das Unternehmen nach Angaben des Justwatch-Chefs in mehreren Ländern Europas einen großen Teil der Youtube- und Facebook-Video-Werbung ausgesteuert.

  • Justwatch-Chef David Croyé (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Ein Blick in das Justwatch-Büro in Berlin(Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Ein Blick in das Justwatch-Büro in Berlin(Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Justwatch gibt es für verschiedene Geräte (Bild: Justwatch)
Ein Blick in das Justwatch-Büro in Berlin(Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Dabei will Justwatch die Werbung möglichst passend für die Nutzer ausspielen. "Wer hat bisherige Star-Trek-Serien angeklickt? Funktioniert das Ganze auch bei Kunden, die sich für Star Wars interessieren? Oder sollte man das lieber nicht machen? Funktioniert das auch mit der Kategorie Science-Fiction? Oder ist es auf Star-Trek-Fans beschränkt?" sind die Fragen, die sich dabei stellen. Abhängig von den Antworten wird die Werbung verteilt.

Nach Auffassung des Justwatch-Chefs ist das deutlich genauer als die Klassifizierung à la "Personen, die männlich und zwischen 20 und 45 Jahre alt sind". Diese Daten kenne das Unternehmen ohnehin nicht, weil sie für die Ermittlung der Zielgruppe keine Rolle spielten, sagt Croyé. "Wir wissen nur, was die Nutzer tatsächlich anklicken, was sie tatsächlich gucken."

Für Croyé entsteht dadurch eine Win-Win-Situation: "Wir zeigen denen, die gerne Filme und Serien schauen, neue Trailer. Wir verdienen etwas daran, sie bekommen einen schönen Trailer. Jeder hat gewonnen. So sollte Werbung eigentlich sein." Ziel sei, dass etwa ein Youtube-Nutzer keine allgemeine Werbung bekomme, sondern "einen Trailer für einen Film, den er gut finden wird".

Vorteil gegenüber der Konkurrenz

Sein Geschäftsmodell erlaubt es Justwatch, deutlich stärker zu wachsen als der Großteil der Konkurrenz. Nicht nur in Deutschland, auch in anderen Ländern gibt es meist eine einstellige Zahl an Streaming-Such-Apps, die sich vornehmlich durch Bannerwerbung und Affiliate-Links finanzieren. Die Gründer von Justwatch wollten genau das nicht und setzten von Anfang an auf eine zweite Einnahmesäule.

Damit hat sich Justwatch einen deutlichen Wettbewerbsvorteil erarbeitet. Sie sind die einzige Streamingsuche, die international so breit aufgestellt ist. Aktuell ist der Dienst in 38 Ländern vertreten, bis Ende des Jahres sollen es 50 Länder werden - immer mit dem Ziel, möglichst alle Anbieter des jeweiligen Marktes abzudecken.

Derzeit ist das Unternehmen leicht profitabel, das meiste verdiente Geld wird reinvestiert. Hauptsitz ist in Berlin, einzelne Mitarbeiter sitzen in London, Los Angeles, New York sowie seit Mitte Februar in Paris. Sie halten dort den Kontakt zu Geschäftspartnern, also zu den Filmstudios und Streaminganbietern.

In den vergangenen Jahren hat sich das Unternehmen vor allem darauf konzentriert, diesen Teil auf eine stabile Basis zu stellen. In einem nächsten Schritt soll wieder mehr an der App gemacht werden.

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AntonZietz 10. Mär 2020

Mehr ist es auch nicht. Noch ein Crawler und fertig. Steht im Impressum: "This product...

MacG 04. Mär 2020

das nennt sich Cookies ;-) Damit kann man den Usern dann alles unterjubeln. Passiert auch...

MacG 04. Mär 2020

Als Producer der Doku "Ice of Chernobyl" habe ich dazu eine andere Meinung. Größe mag ja...

gaym0r 04. Mär 2020

Hahaha :D

amagol 28. Feb 2020

Zumindest wenn der Film auf Netflix ist, wird mir das auch in der Amazon Sprachsuche...


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