• IT-Karriere:
  • Services:

Bestpreisklausel: Booking.com darf Hotels niedrigere Preise untersagen

Wer sich auf Buchungsportale einlässt, darf nicht die dortigen Konditionen auf seiner eigenen Hotel-Website unterbieten. Ein Gericht hat die vom Bundeskartellamt untersagte Praxis nun für rechtmäßig erklärt.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Booking.com darf seine Bestpreisklausel wieder anwenden.
Booking.com darf seine Bestpreisklausel wieder anwenden. (Bild: Fabrizio Bensch/Reuters)

Das Buchungsportal Booking.com darf Hotels verbieten, ihre Zimmer auf der eigenen Internetseite billiger anzubieten als über das Portal. Eine solche "enge Bestpreisklausel" sei zulässig, entschied das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf am Dienstag und hob die Untersagung dieser Praxis durch das Bundeskartellamt auf. Die Klausel sei nicht wettbewerbsbeschränkend, sondern notwendig, um "ein illoyales Umlenken von Kundenbuchungen" zu verhindern, hieß es zur Begründung (Az.: VI - Kart 2/16 (V)).

Stellenmarkt
  1. operational services GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main
  2. SSI SCHÄFER IT Solutions GmbH, Giebelstadt bei Würzburg

Booking.com will mit der Klausel verhindern, dass sich Gäste auf dem Portal über Hotelangebote informieren und sich dann durch niedrigere Zimmerpreise oder bessere Vertragskonditionen auf die Hotelseite locken lassen, um dort zu buchen. In diesem Fall erhält das Portal keine Vermittlungsprovision. Nach Untersuchungen des Kartellamts beträgt die Basisprovision in der Regel zwischen 10 und 20 Prozent des Übernachtungspreises.

Kartellamt will Urteil zunächst prüfen

Das Bundeskartellamt hatte im Dezember 2015 diese Bestpreisklausel untersagt. Auch eine solche abgemilderte Bestpreisklausel schränke den Wettbewerb zwischen bestehenden Portalen und den Hotels selbst ein, hieß es damals zur Begründung. Sie verletze die Preissetzungsfreiheit der Hotels auf ihren eigenen Online-Vertriebskanälen.

Die Behörde will nun zunächst die Urteilsbegründung abwarten und dann über Rechtsmittel entscheiden. Der 1. Kartellsenat des OLG hat allerdings eine Rechtsbeschwerde nicht zugelassen. Diese Entscheidung könne nur unter engen Voraussetzungen angefochten werden, teilte das Gericht mit.

Hotelbranche warnt vor Abhängigkeit

Die Hotelbranche wiederum bestreitet, dass es viele solcher "Trittbrettfahrer" gebe, die mit niedrigeren Preisen die Buchungsportale umgehen wollen. "Nicht einmal ein Prozent der bei Booking.com ihre Hotelsuche startenden Nutzer 'verirren' sich zur Buchung noch auf eine Hotelwebsite", sagte Markus Luthe, Hauptgeschäftsführer des Hotelverbands Deutschland (IHA). Der Verband befürchtet nun, dass die Hotels den "marktdominanten Portalriesen zukünftig schutzlos ausgeliefert" sein werden, wie IHA-Präsident Otto Lindner sagte.

Booking.com ist in Deutschland die meistgenutzte Online-Plattform für Hotelbuchungen. Nach Angaben des Bundeskartellamts hat sie einen Marktanteil von rund 60 Prozent. Alle Buchungsportale zusammen haben demnach im Jahr 2017 einen Umsatz von fast einer Milliarde Euro erzielt. Die Hotels seien immer stärker auf den Marktführer Booking.com angewiesen, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Booking.com begrüßte die Entscheidung des Gerichts. Sie stehe im Einklang mit den meisten anderen europäischen Ländern.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 19,49€
  2. 8,50€
  3. 34,99€

Bluejanis 06. Jun 2019

Aber die Leistung im Paket kannst du ja nur relativ gesehen zu den anderen messen. Da...

Dwalinn 06. Jun 2019

Die wollen halt keine kostenlose werbeplattform sein. Also garantieren sie das die...

chefin 05. Jun 2019

Also spart es Werbekosten. Bekommt mehr Auslastung. Vieleicht müsste Booking dann mal...

schily 05. Jun 2019

Das ist ein Tipp von den Hotels, den ich vor Jahren bekommen habe. Das klappt speziell...

Michael H. 05. Jun 2019

Wie ich von einer Kundin im Reisegewerbe gehört hab, buchen (zumindest die meisten in...


Folgen Sie uns
       


Freebuds Pro im Test: Huaweis bester ANC-Hörstöpsel schlägt die Airpods Pro nicht
Freebuds Pro im Test
Huaweis bester ANC-Hörstöpsel schlägt die Airpods Pro nicht

Die Freebuds Pro haben viele Besonderheiten der Airpods Pro übernommen und sind teilweise sogar besser. Trotzdem bleiben die Apple-Stöpsel etwas Besonderes.
Ein Test von Ingo Pakalski

  1. Galaxy Buds Live im Test So hat Samsung gegen Apples Airpods Pro keine Chance
  2. Freebuds Pro Huawei bringt eine Fast-Kopie der Airpods Pro
  3. Airpods Studio Patentanträge bestätigen Apples Arbeit an ANC-Kopfhörer

MX 10.0 im Test: Cherrys kompakte, flache, tolle RGB-Tastatur
MX 10.0 im Test
Cherrys kompakte, flache, tolle RGB-Tastatur

Die Cherry MX 10.0 kommt mit besonders flachen MX-Schaltern, ist hervorragend verarbeitet und umfangreich programmierbar. Warum Nutzer in Deutschland noch auf sie warten müssen, ist nach unserem Test unverständlich.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Argand Partners Cherry wird verkauft

Verkehrswende: Zaubertechnologie statt Citybahn
Verkehrswende
Zaubertechnologie statt Citybahn

In Wiesbaden wird um den Bau einer Straßenbahn gestritten, eine Bürgerinitiative kämpft mit sehr kuriosen Argumenten dagegen.
Eine Recherche von Hanno Böck

  1. Fernbus Roadjet mit zwei WLANs und Maskenerkennung gegen Flixbus
  2. Mobilität Wie sinnvoll sind synthetische Kraftstoffe?

    •  /