Best Buy: US-Handelskette verbannt Kaspersky-Software aus Regalen

Die US-Handelskette Best Buy verkauft keine Produkte der Sicherheitsfirma Kaspersky mehr. Das bestätigten sowohl die Kette selbst als auch Kaspersky dem britischen Magazin The Register(öffnet im neuen Fenster) . Best Buy bietet Kunden sogar eine vollständige Entfernung der Produkte durch Mitarbeiter an. Kaspersky wird vor allem in den USA immer wieder verdächtigt, mit den russischen Behörden zusammenzuarbeiten.
Kaspersky selbst bestreitet die Vorwürfe. Man arbeite mit Behörden in aller Welt gleichermaßen zusammen, habe aber keine spezielle Beziehung zu den russischen Geheimdiensten und der dortigen Polizei. Tatsächlich gibt es keine konkreten Beweise, dass die Verwendung von Kaspersky-Produkten wegen der russischen Heimat des Unternehmens eine besondere Gefahr darstellt.
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Kaspersky selbst schreibt zu dem aktuellen Vorfall: "Kaspersky Lab blickt gern auf eine produktive jahrzehntelange Partnerschaft mit Best Buy und deren Kunden zurück, und Kaspersky Lab wird weiterhin seine industrieweit führenden Produkte über seine Webseite und andere Verkäufer anbieten."
Auch US-Polizeibehörden warnen vor Kaspersky
US-Polizeibehörden haben in US-Unternehmen in den vergangenen Monaten davor gewarnt, Produkte von Kaspersky zu verwenden . Auch bestimmte Regierungsstellen sollen die Produkte nicht mehr einsetzen. Die demokratische Senatorin Heanne Shaheen aus New Hampshire hat in der vergangenen Woche einen Gesetzentwurf vorgelegt, der die Verwendung von Kaspersky-Produkten auf allen Computern von Bundesbehörden verbieten würde.
Zur Begründung sagte sie: "Weil die Server von Kaspersky in Russland stehen, werden sensible Daten der Vereinigten Staaten permanent durch ein feindliches Land geroutet." Außerdem sei Kaspersky Lab durch russische Gesetze und eine Zertifizierung des Geheimdienstes FSB verpflichtet, diese bei Spionageaktivitäten zu unterstützen. Shaheen zitiert dazu das umstrittene russische Sorm-Gesetz, das Internetserviceprovider zu einer Speicherung von Kundendaten nach dem Full-Take-Prinzip verpflichtet. Unklar ist, wieso sie Kaspersky als Internetserviceprovider bezeichnet.
Wie The Register ausführt, ist die Situation in den USA nicht grundsätzlich anders. Der Investmentarm der CIA, In-Q-Tel, habe in Sicherheitsfirmen wie Fireeye(öffnet im neuen Fenster) , Interset, ArcSight und Silver Tail Systems investiert. Mit dem Patriot Act können auch US-Unternehmen verpflichtet werden, Kundendaten zu übermitteln und dürfen, wenn überhaupt, erst nach intensiven juristischen Auseinandersetzungen darüber reden .
Um die Verdächtigungen zu entkräften, hatte der Kaspersky-Gründer Eugene Kaspersky den US-Behörden bereits den Quellcode des Unternehmens zur Inspektion angeboten. Doch dieses Angebot wurde bislang nicht angenommen. Auch bei Golem.de haben wir uns schon kritisch über Produkte von Kaspersky und andere Antivirusprodukte geäußert – dann aber wegen konkreter Sicherheitsprobleme oder grundsätzlicher Bedenken gegen solche Produkte.
Ähnlichen Vorwürfen wie Kaspersky sieht sich seit Jahren auch der chinesische Netzwerkausrüster und Smartphone-Produzent Huawei ausgesetzt – ebenfalls ohne jegliche Beweise. Das Unternehmen hat sich bereits vor einigen Jahren komplett aus dem US-Markt für Netzwerkausrüstung zurückgezogen.



