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Best Buy und Target: US-Ketten wollen den CD-Verkauf einstellen oder einschränken

Blu-rays, UHD-Blu-rays und DVDs verkaufen sich noch gut, doch bei Audio-CDs sieht die Situation schlechter aus. So schlecht, dass Best Buy Mitte des Jahres den Verkauf einstellen will. Mitbewerber Target will Zahlungen an Labels zudem nur noch unter Bedingungen leisten.

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Es gibt einen neuen Rückschlag für die gute alte CD.
Es gibt einen neuen Rückschlag für die gute alte CD. (Bild: Luis Fernández García/CC BY-SA 2.1 ES)

Wie das gewöhnlich gut unterrichtete Billboard-Magazin berichtet, wird die US-Elektronik-Kette Best Buy Mitte 2018 den Verkauf von Audio-CDs einstellen. Konkurrent Target limitiert sein Risiko. Die beiden Märkte sind in den USA neben Fry's Electronics und Walmart die größten Ketten mit einem umfassenden Unterhaltungselektronik-Angebot.

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Best Buy ist hierzulande in etwa vergleichbar mit Medimax oder auch Saturn und bietet eine Mischung aus Videospielen, Heimkino-Equipment, Rechnern, Smartphone- und Smart-Home-Waren sowie weißer Ware an. Dazu gehörte bisher ein vollständiges Softwaresegment. Aus diesem sollen nun die Audio-CDs herausgenommen werden.

Wie Billboard unter Berufung auf eine anonyme Quelle berichtet, hat Best Buy in den USA mit CDs im vergangenen Jahr wohl gerade einmal 40 Millionen US-Dollar Umsatz erwirtschaftet. Dem Bericht zufolge sind die CD-Verkäufe auf dem US-Markt im vergangenen Jahr um 18,5 Prozent zurückgegangen, während etwa die großen Streaminganbieter seit Jahren stetig wachsen.

Zusätzlich setzt der Online-Handel den Filialen zu. Amazon verkauft CDs beispielsweise direkt mit einem MP3-Backup zum sofortigen Herunterladen. Damit lohnt sich das Geschäft offenbar nicht mehr für Best Buy, um die Ladenflächen mit CD-Regalen zu bestücken. Schallplatten bleiben allerdings im Programm, Best Buy will mindestens noch zwei Jahre Geld mit der Technik verdienen, die in den vergangenen Jahren wieder an Relevanz gewonnen hat.

Target macht Druck

Auch der Mitbewerber Target ist offenbar nicht zufrieden mit den CD-Verkäufen. Laut Billboard hat Target seine CD-Regale in den vergangenen Jahren drastisch reduziert. Einst hatte demnach jede Filiale um die 800 Titel im Programm. Jetzt sind es in der Regel nur noch 100 Titel oder weniger. Das Unternehmen hat hierzulande kein richtiges Pendant und ist am ehesten mit Woolworth-Filialen der 1990er Jahre vergleichbar. Der Fokus liegt auf Kleidung, Spielzeug und Unterhaltungswaren in kleinem Umfang sowie einer guten Auswahl an Nahrungsmitteln. Target ist auch begrenzt vergleichbar mit hiesigen Real-Filialen, allerdings ist die Ausstattung im Bereich der Unterhaltungselektronik bei Real weniger umfangreich.

Laut Billboard will das Unternehmen nicht mehr vorab für die bestellten CDs bezahlen, sondern nur noch für durchverkaufte Ware. Das Risiko geht demnach an die Labels über, vergleichbar mit Kommissionsware hierzulande. Target will das Risiko allerdings auch nicht mehr für Videoinhalte übernehmen. Die Änderung setzt die Labels unter Druck, da sie ihr Geld - wenn überhaupt - erst sehr viel später erhalten. Einer Stellungnahme von Target zufolge, die Billboard angefragt hat, will sich die Kette aber nicht von der Unterhaltungssparte allgemein trennen. Sie gehört weiter zum Geschäftskonzept. Hier dürfte sich die Entscheidung von Best Buy gegen CDs positiv auswirken, da Target-Filialen oftmals in der Nähe von Best-Buy-Geschäften sind und damit in typischen Einkaufszentren zum Anlaufpunkt für CD-Käufer werden.

Interessant werden letztendlich die Auswirkungen auf den gesamten Markt durch die beiden Ketten. Für Labels könnten die Kosten steigen. Das Ende der Audio-CD muss das aber noch lange nicht bedeuten. Wie etwa die Geschichte der DVD zeigt, kann das noch Jahrzehnte dauern. Selbst die Minidisc, als letztes Speichersystem ihrer Art hat nach der Einstellung des Softwareverkaufs noch lange durchgehalten, ehe die Technik komplett von Sony aufgegeben wurde.



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