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Besserung frühestens 2027: Kioxias komplette Flash-Produktion für 2026 schon verkauft

Der knappe RAM bekommt viel Aufmerksamkeit, aber auch Flash-Speicher ist knapp. Kioxia hat dabei ein Gentlemen's Agreement mit seinen Kunden.
/ Johannes Hiltscher
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Ein Wafer mit NAND-Flash (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
Ein Wafer mit NAND-Flash Bild: Marc Sauter/Golem.de

Aktuell übersteigt die RAM-Nachfrage das Angebot, was bereits zu deutlichen Preissteigerungen geführt hat. Auch die Hersteller von Flash-Speicher können die Nachfrage nicht decken. Kioxia habe seine gesamte für 2026 geplante Produktion bereits verkauft, sagte Shunsuke Nakato, Leiter des Endkundengeschäfts, dem Magazin Digital Daily(öffnet im neuen Fenster) anlässlich der Vorstellung neuer Consumer-SSDs in Südkorea (via PC Gamer(öffnet im neuen Fenster) ). Wie die Zeitung The Chosun berichtet(öffnet im neuen Fenster) , will Kioxia weiter stark im Privatkundengeschäft aktiv sein.

Kioxia versuche, so Nakato, seine langfristigen Partner gleichberechtigt zu behandeln. Man habe hier ein Gentlemen's Agreement, bei dem man sich auf jährliche Liefermengen geeinigt habe. Kioxia bevorzuge Kunden nicht, nur weil sie versuchten, besonders große Mengen zu kaufen oder mehr zu zahlen bereit seien. Dennoch bessert auch Kioxia mit der aktuellen Knappheit seine Bilanz auf – einige Kunden hätten Preisaufschläge von 30 Prozent binnen eines Jahres hinnehmen müssen, so Nakato.

Wie die DRAM-Hersteller verspricht auch Nakato keine schnelle Besserung: Frühestens 2027 rechne er mit einer Entspannung der Nachfragesituation. Aktuell hätten Unternehmen Angst, ins Hintertreffen zu geraten, wenn sie nicht in KI investierten, was die Nachfrage hochhalte. Im laufenden Jahr soll die zweite Produktionslinie im Kioxia-Werk in Kitakami ihr volles Produktionsvolumen erreichen. Hier wird BiCS-Flash der 8. Generation hergestellt.

Der Aufbau zusätzlicher Fertigungskapazitäten dauert im Halbleiterbereich mehrere Jahre. Daher können Hersteller nur verzögert auf gestiegene Nachfrage reagieren, was sie aus Angst vor Überkapazitäten zudem nur zögerlich tun . Derweil wächst die Nachfrage nach schnellem Massenspeicher für KI-Rechenzentren, Nvidias Bluefield-DPUs können künftig etwa SSDs direkt anbinden , um verteilten Cache zum Auslagern von KV-Caches bereitzustellen. SSDs wurden in den vergangenen Monaten bereits deutlich teurer.


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