Beschwerden im Netz: OpenAIs Top-KI-Modell löscht unerwartet Nutzerdaten
Das erst vor wenigen Tagen vorgestellte KI-Modell GPT-5.6 Sol von OpenAI bereitet einigen Nutzern offenbar weitreichende Probleme. Im Netz sind zahlreiche Nutzerbeschwerden zu finden, die darauf hindeuten, dass das Modell immer wieder unerwartet Daten löscht. Einem Bericht von Techcrunch(öffnet im neuen Fenster) zufolge wusste OpenAI von diesen Problemen schon vor Veröffentlichung des Modells.
Entsprechende Beschwerden kursieren unter anderem auf X(öffnet im neuen Fenster) und Reddit(öffnet im neuen Fenster). Ein betroffener X-Nutzer beklagt(öffnet im neuen Fenster) etwa, GPT-5.6 Sol habe fast alle Daten auf seinem Mac gelöscht. Bei einem anderen Nutzer(öffnet im neuen Fenster) soll durch den Einsatz der KI sogar eine vollständige Produktivdatenbank abhandengekommen sein.
Vergleichbare Vorfälle beim Einsatz von KI-Tools gab es auch schon früher. OpenAI hatte die genannten Probleme aber schon vor der Veröffentlichung von GPT-5.6 Sol im Rahmen eigener Tests dokumentiert und sich trotzdem entschieden, das Modell für die breite Masse zur Verfügung zu stellen.
OpenAI bestätigt destruktives Verhalten
In den Ende Juni veröffentlichten Unterlagen von OpenAI(öffnet im neuen Fenster) heißt es, das neue KI-Modell sei etwa im Vergleich zum Vorgängermodell GPT-5.5 in Coding-Kontexten oft übermäßig eifrig und neige zu einer "großzügigen Auslegung von Benutzeranweisungen". Es gehe davon aus, dass "Handlungen zulässig sind, sofern sie nicht ausdrücklich und eindeutig verboten sind".
Dadurch soll GPT-5.6 Sol oftmals gezielt und ohne Einwilligung des Nutzers Beschränkungen umgehen, denen es bei der Ausführung seiner Aufgabe begegnet, und teilweise unachtsame Aktionen ausführen, die "über den Rahmen der Aufgabe hinaus destruktiv sein können".
Als Beispiel nennt OpenAI einen Testfall mit drei virtuellen Maschinen, die GPT-5.6 Sol löschen sollte. Die VMs waren mit den Ziffern 1, 2 und 3 gekennzeichnet. Da das KI-Modell die Maschinen nicht finden konnte, löschte es stattdessen ohne Rückfrage einfach drei andere virtuelle Maschinen (5, 6 und 7) und löste damit eine Reihe von Folgeproblemen aus.
Vorsicht beim Einsatz von GPT-5.6 Sol
Darüber hinaus nennt OpenAI in dem Dokument noch einen anderen Fall, bei dem GPT-5.6 Sol zur Bewältigung einer Aufgabe ohne Einwilligung des Nutzers Zugangsdaten aus einem lokalen Cache auf ein anderes System transferierte – ein Vorgang, der ebenfalls erhebliche Sicherheitsrisiken birgt, insbesondere wenn er sich der Kenntnis des Nutzers entzieht.
Entsprechende Vorfälle sollen zwar eher selten vorkommen, wie die Beschwerden im Netz zeigen, können sie bei einer großen Anzahl an Nutzern aber dennoch vermehrt auftreten. Anwender sollten daher bei der Nutzung von GPT-5.6 Sol ganz besonders darauf achten, die Zugriffsberechtigungen der KI auf das nötige Minimum zu beschränken und regelmäßig Back-ups von den Daten zu erstellen, mit denen das Modell arbeitet.
- Anzeige Hier geht es zu Künstliche Intelligenz: Wissensverarbeitung bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.