Beschwerde eingereicht: Dating-Apps mit Datenschutzverstößen

Dating-Apps wie Tinder, Okcupid oder Grindr teilen zum Teil intimste Daten, bis hin zu sexuellen Vorlieben oder Drogenkonsum, mit Tracking-Unternehmen, wie eine Untersuchung des norwegischen Verbraucherschutzverbandes belegt. Gegen eine der untersuchten Apps wurde Beschwerde eingereicht.

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Viele Apps senden Nutzerdaten an Trackingdienste.
Viele Apps senden Nutzerdaten an Trackingdienste. (Bild: Gerd Altmann/Pixabay)

"Jedes Mal, wenn du eine App wie Grindr öffnest, erhalten Werbenetzwerke deinen GPS-Standort, Gerätekennungen und sogar die Tatsache, dass du eine Dating-App für Homosexuelle benutzt. Dies ist eine eklatante Verletzung der EU-Datenschutzgesetze", erklärt Max Schrems, Vorsitzender der Datenschutzorganisation Noyb (None of your business). Gemeinsam mit dem norwegischen Verbraucherschutzverband (Forbrukerrådet) haben sie Beschwerden gegen die Dating-App Grindr sowie fünf Adtech-Unternehmen bei der norwegischen Datenschutzbehörde eingereicht. Die Adtech-Unternehmen Mopub (Twitter), Appnexus (AT&T), OpenX, Adcolony und Smaato hatten Daten von Grindr erhalten. Das belegt eine Studie des norwegischen Verbraucherschutzverbandes, die auch in neun weiteren Apps schwere Datenschutzverstöße entdeckt hat.

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Insgesamt sendeten die zehn untersuchten Apps Daten an 135 Trackingunternehmen, neben persönlichen und intimen Daten wird dabei häufig die Werbe-ID des Smartphones mitgesendet. Mit dieser ID lassen sich die persönlichen und intimen Daten aus den verschiedenen Apps, die ein Nutzer verwendet, zusammenführen - und so Krankheiten, Dating, Reiseverhalten und vieles mehr einer Person zuordnen. Die Trackingunternehmen behalten sich häufig das Recht vor, die gesammelten Daten an andere Unternehmen weiterzugeben, die die Daten wiederum an andere Unternehmen weitergeben können.

Dating-Tracker: Tinder, Okcupid und Happn

Neben Grindr wurden die Datenschützer auch bei den beliebten Dating-Apps Tinder und Okcupid fündig. Okcupid leitet unter anderem Informationen über sexuelle Gewohnheiten und Präferenzen, Drogenkonsum und politische Ansichten sowie den Standort an das Trackingunternehmen Braze weiter. Tinder sendet das Geschlecht, für das sich der Nutzer der Dating-App interessiert, sowie den Standort an Appsflyer und Leanplum. Beide Apps senden die Werbe-ID unter anderem an die Trackingunternehmen Facebook und Appsflyer. Letzteres wirbt mit einer weltweiten Smartphone-Abdeckung von 98 Prozent, ist also nahezu auf jedem Smartphone zu finden. Die Datenschützer verweisen auf eine Studie, laut welcher Appsflyer in 23 Milliarden installierten Apps enthalten ist.

Facebook ist mit seiner Graph API in neun der zehn untersuchten Apps enthalten, Google mit seinem Trackingdienst in acht von zehn. Auch hier verweisen die Datenschützer auf eine Studie: Demnach ist Doubleclick in 88 Prozent der Apps integriert sowie auf 80 Prozent der 10.000 populärsten Webseiten.

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Neben Grindr, Tinder und Okcupid wurde die Dating-App Happn untersucht, die Geschlecht, Land und Altersgruppe an Google weitergab. Die Menstruationstracker My Days und Clue gaben den Standort beziehungsweise das Geburtsjahr an mehrere Trackingdienste weiter, während die Make-up-App Perfect365 mindestens 18 unterschiedliche Tracker enthielt. Die Religions-App Qibla Finder sowie die App für Kinder, My Talking Tom 2, sendeten jeweils die IP-Adresse sowie die Werbe-ID an verschiedene Adtech-Firmen. Selbst Tastatur-Apps wie Wave Keyboard warten mit Trackingdiensten auf.

"Diese Geschäftspraktiken sind vollkommen außer Kontrolle geraten und sind voller Verletzung des europäischen Rechts. Der Umfang der Verfolgung von Nutzern macht es uns unmöglich, ernsthafte Entscheidungen darüber zu treffen, wie unsere persönlichen Daten gesammelt, weitergegeben und genutzt werden. Folglich steht diese massive kommerzielle Überwachung systematisch im Widerspruch zu unseren Grundrechten", sagt Finn Myrstad, Direktor für Digitale Strategie des norwegischen Verbraucherschutzverbandes.

Erst kürzlich hatte Golem.de das auf Privatsphäre und Sicherheit fokussierte Android GrapheneOS getestet. Für ältere Geräte kommt das Android-ROM LineageOS infrage. Trackerfreie Apps können über den alternativen App-Store F-Droid bezogen werden.

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