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Beschleunigungskommission Schiene: Bahnexperten fordern leichtere Elektrifizierung

Die Elektrifizierung von Bahnstrecken soll künftig nicht mehr allein vom Nutzen-Kosten-Verhältnis abhängen, fordern Bahnexperten.
/ Sebastian Grüner , dpa
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Die Elektrifizierung von Bahnstrecken soll die Bahn klimaneutral machen. (Bild: CHRISTOF STACHE/AFP via Getty Images)
Die Elektrifizierung von Bahnstrecken soll die Bahn klimaneutral machen. Bild: CHRISTOF STACHE/AFP via Getty Images

Bahnexperten fordern eine stärkere Elektrifizierung von Bahnstrecken. Künftig solle die Elektrifizierung bestehender Strecken nicht mehr allein von einem positiven Nutzen-Kosten-Verhältnis abhängig gemacht werden, schlägt die Beschleunigungskommission Schiene der Bundesregierung in ihrem Abschlussbericht vor(öffnet im neuen Fenster) .

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter lobt diesen Vorschlag und hofft, dass davon auch der bayerische Abschnitt der Franken-Sachsen-Magistrale von Nürnberg über Marktredwitz nach Hof profitiert. "Wir brauchen die Elektrifizierung, denn nur so rücken internationale Direktverbindungen von Nürnberg und Nordostbayern über Südwestsachsen, Dresden und Ostsachsen bis nach Breslau oder Krakau in den Bereich des Möglichen" , sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Zunächst hatte die Süddeutsche Zeitung über die Forderung des Ministers berichtet.

Elektrifizierung im öffentliche Interesse

Die Beschleunigungskommission schlägt in ihrem kürzlich veröffentlichten Abschlussbericht vor, der Bundestag solle feststellen, dass Elektrifizierungen von Bestandsstrecken im öffentlichen Interesse seien – nicht zuletzt wegen ihrer Bedeutung für den Klimaschutz.

Das könnte auch für die Strecke zwischen Nürnberg und Hof bedeutsam sein. Denn dort fahren bisher dieselbetriebene Züge. In Marktredwitz (Landkreis Wunsiedel) zweigt außerdem die Strecke über Schirnding ins tschechische Cheb ab. Der sächsische Teil der Franken-Sachsen-Magistrale, der über Plauen, Zwickau und Chemnitz nach Dresden führt, ist dagegen seit einigen Jahren ab Hof strombetrieben.

Auf bayerischer Seite scheiterte die Elektrifizierung bislang an mangelnder Wirtschaftlichkeit. Denn insbesondere den Abschnitt im Oberen Pegnitztal um Hersbruck (Landkreis Nürnberger Land) zu elektrifizieren, gilt wegen vieler Brücken und Tunnel als teuer.

Die Weigerung, die Magistrale zu elektrifizieren, ruft seit Jahren Kritik hervor. Bayreuths Oberbürgermeister Thomas Ebersberger bezeichnete die Trasse als "schmutzigste Bahnstrecke in Deutschland" , da auf ihr veraltetes Lok- und Zugmaterial mit besonders hohem Dieselverbrauch eingesetzt werde. In anderen Teilen Deutschland setzt die Bahn zur Elektrifizierung auf sogenannte Oberleitungsinseln. Dabei werden Strecken nicht komplett mit Oberleitungen ausgerüstet, sondern nur kürzere Abschnitte. Auf den Strecken sollen dann Akkuzüge zum Einsatz kommen, die ihre Batterien auf den elektrifizierten Streckenteilen aufladen und mithilfe der gespeicherten Energie auf den übrigen Abschnitten unterwegs sein können. Das soll Planungsaufwand und Kosten verringern. Für Fernverkehrs- und Güterstrecke dürfte diese Idee aber nur schwer umsetzbar sein.

Verbesserungen beim Bau und Rechtsgrundlagen

Die Ampelparteien im Bund hatten in ihrem Koalitionsvertrag die Gründung der Beschleunigungskommission vereinbart. Im Sommer nahm das Gremium(öffnet im neuen Fenster) , das dem Verkehrsministerium untersteht, die Arbeit auf. In den vergangenen Monaten erarbeitete die Kommission dann Vorschläge, um den stockenden Ausbau und die Sanierung des Bahnnetzes zu beschleunigen.

Dazu gehört neben der priorisierten Elektrifizierung unter anderem, die Finanzierung zu vereinheitlichen. Ebenso sollen Planungsprozesse beschleunigt werden, indem Umfang und die Dauer von Genehmigungsverfahren gesenkt werden. Ein neuer gesetzlicher Rahmen soll dies ermöglichen.


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