Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Beschäftigte im Hitzestress: DGB-Chefin Fahimi fordert Hitze-Ausfallgeld

Berufstätige mit einem hohen Stressfaktor fühlen sich bei der Arbeit durch extreme Hitze stark belastet. Der DGB fordert Gegenmaßnahmen.
/ Ingo Pakalski und dpa
17 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
DGB-Chefin Yasmin Fahimi verlangt, dass mehr gegen Hitze am Arbeitsplatz getan werde. (Bild: Ralf Hirschberger / AFP via Getty Images)
DGB-Chefin Yasmin Fahimi verlangt, dass mehr gegen Hitze am Arbeitsplatz getan werde. Bild: Ralf Hirschberger / AFP via Getty Images

Die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Yasmin Fahimi, erwartet zunehmende Arbeitsausfälle durch Hitze und fordert ein neues Hitze-Ausfallgeld. "In extremen Fällen wird zukünftig witterungsbedingter Arbeitsausfall nicht ausbleiben", sagte Fahimi der Nachrichtenagentur dpa. "Daher ist der Gesetzgeber aufgefordert, hierfür Regelungen zu finden, die ein Ausfallgeld für Beschäftigte und Arbeitgeber zukünftig solidarisch sichern."

Zahlreiche Beschäftigte seien von Hitzestress besonders betroffen, sagte Fahimi. Unter Berufung auf eine neue DGB-Umfrage nannte sie vor allem Beschäftigte, die draußen arbeiteten, unter extremem Zeitdruck stünden oder besonders schwer körperlich arbeiteten.

Forderungen nach einem Ausfallgeld mit staatlicher Hilfe hatte es in der Vergangenheit bereits von der IG Bau gegeben. Das galt für Tage, an denen Rekordwerte herrschten, und es heißen müsste: "runter vom Bau, vom Feld, von der verschmutzten Dachterrasse". Im Dachdeckerhandwerk gibt es bereits ein Ausfallgeld, wenn ein Arbeitseinsatz bei zu hohen Temperaturen abgesagt werden muss.

Viele Berufstätige sind im Hitzestress

Eine der dpa vorliegende Umfrage im Auftrag des DGB unter 4.000 Beschäftigten zeigt: Bereits heute fühlt sich insgesamt mehr als jede und jeder dritte Beschäftigte durch hohe Temperaturen bei der Arbeit stark oder eher stark belastet. Das gilt besonders bei Tätigkeiten im Freien.

In Innenräumen kommt es demnach auf die Ausgestaltung an. Ohne Sonnenschutz oder Klimaanlage zeigt sich drinnen sogar bis zu jeder Zweite durch Hitze deutlich beeinträchtigt.

Zeitdruck erhöht die Hitzebelastung

Laut der DGB-Befragung hängt die gefühlte Belastung durch Hitze auch vom sonstigen Arbeitsstress ab. 23 Prozent der Beschäftigten ohne Zeitdruck geben deutliche Hitzebelastungen an. Wenn Beschäftigte oft unter Zeitdruck arbeiten, erhöht sich der Anteil auf 48 Prozent. Dabei geht körperlich schwere Arbeit öfter mit starker Hitzebelastung einher.

Die DGB-Vorsitzende sagte, Pflegekräfte, Paketzusteller oder Einsatzkräfte hätten es bei Hitze oft schwer. Sie warnte vor Arbeitsausfällen, Produktionseinbrüchen und Unfällen durch Hitze. Jeder Hitzetag koste die Wirtschaft 431 Millionen Euro. "Wir können es uns nicht mehr leisten, untätig zu sein." Nötig sei mehr Hitzeschutz.

Schatten, Getränke und lockeres Outfit

Klimaexperten erwarten in der nahen Zukunft eine steigende Anzahl enormer Hitzetage. In Anbetracht dessen forderte Fahimi "eine ganzheitliche Strategie" und die unverzügliche Umsetzung praktischer Maßnahmen wie zusätzliche Verschattungen oder bereitzustellende Getränke. Falls nötig, sollten Chefs die Kleiderordnung lockern.

Wir öffnen unsere neue Community jetzt schon im Beta-Status für dich. Möchtest du in konstruktiver und respektvoller Atmosphäre mit anderen IT-Experten über deine Themen sprechen? Sei dabei und melde dich an


Relevante Themen