Berufstipps an dich selbst: "Mach was Vernünftiges, nichts mit Computern!"

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Den richtigen beruflichen Weg zu finden, ist für jeden Menschen eine Herausforderung. Das erste Problem beginnt schon mit dem Alter, in dem man sich für einen Beruf oder zumindest eine Richtung entscheiden muss. Nur wenige haben ein eindeutiges Talent, das die Berufswahl eindeutig macht.
Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich hatte mit 16 noch keine Ahnung, was ich wirklich machen möchte. Dass ich viele Jahre später hier sitze und diesen Artikel schreibe, habe ich jedenfalls nicht erwartet.
Bei den meisten von uns gab es wenigstens eine grobe Richtung: unsere Begeisterung für Technik und/oder IT! Aber reicht das auch für ein ganzes Leben in einem IT-Beruf?
Wir haben euch gefragt, was ihr euch selbst raten würdet, wenn ihr heute noch einmal 16 Jahre alt wärt und euch mit eurer heutigen Erfahrung selbst auf den Weg geben würdet.
Vielen Dank für eure schönen Antworten! Eure offenen Einblicke helfen sicherlich vielen bei ihrer eigenen Orientierung!
➤ Lieber Matthias (Name geändert),
du bist 16 und willst also Rechtsanwalt werden, weil du gerne Bücher von John Grisham liest. Vergiss es! Web-Entwickler passt viel besser zu dir. Du kannst dich in Probleme vertiefen, du bist gewissenhaft, du hast ein Auge für Details, du hast ein Herz für die Endnutzer:innen. Du wirst gutes Geld verdienen und genügend Zeit für Familie und dich haben.
Nur eine Sache möchte ich dir mitgeben: Studiere zielstrebiger! Damit meine ich nicht, dass du nicht über den Tellerrand hinausblicken sollst. Auch empfehle ich dir dringend, neben dem Studium im Bereich Web zu arbeiten (egal, ob in einer kleinen Klitsche nebenan oder als Werksstudent bei einer großen Firma). Ich meine, dass du kein Einzelkämpfer bleiben sollst. Such dir eine Lerngruppe, auch wenn es dir schwerfällt, Kontakte zu knüpfen. Sprich mit Tutoren und Dozenten. Sie sind dafür da, deine Fragen zu beantworten. Und geh ab und zu auf eine Uniparty!
Aber auch wenn du, wie ich, 14 Semester für den Bachelor brauchst, kann aus dir etwas werden. Mit Glück, Zielstrebigkeit und einer Spezialisierung auf genau dein Thema wirst du in 30 Jahren genauso zufrieden sein, wie ich es jetzt bin.
Liebe Grüße Matthias
PS: Wenn du in zwei Jahren Friederike kennenlernst, mach einen Bogen um sie. ;-)
➤ Ich habe in Österreich eine Informatik-HTL besucht und anschließend Informatik studiert, im Master den Schwerpunkt auf angewandte IT-Security gelegt und anschließend ein PhD-Studium angehängt, um diesen Schwerpunkt noch weiter zu vertiefen. Diese Nische scheint absolut immun gegen Arbeitsmarktkrisen zu sein, selbst wenn es manche Firmen in diesem Bereich nicht sind: Die Arbeitsplätze verteilen sich dann einfach anders.
Der Weg war also der richtige. Allerdings würde ich im Rückblick ein bayerisches Gymnasium jeder anderen Schule vorziehen. Eine Spezialisierung auf Kosten der Allgemeinbildung bringt einfach gar nichts, wenn man anschließend studiert. Für diese Entscheidung ist es mit 16 allerdings bereits zu spät.



