Abo
  • Services:

Bernstein gegen Microsoft: Die Suche nach neuen Kurven

Die Kryptographie-Arbeitsgruppe der IETF will neue elliptische Kurven standardisieren. Curve25519 von Daniel Bernstein gilt als Favorit, doch Microsoft-Techniker sträuben sich dagegen.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
Für die Verschlüsselung im Netz werden neue elliptische Kurven gesucht.
Für die Verschlüsselung im Netz werden neue elliptische Kurven gesucht. (Bild: Pixabay)

Die Kryptographie-Arbeitsgruppe der IETF (CRFG) diskutiert seit einigen Monaten engagiert über die Zukunft verschlüsselter Verbindungen im Netz. Man will bei der CRFG neue elliptische Kurven standardisieren, doch bislang gibt es keine Einigkeit darüber, welche Kurven künftig eingesetzt werden sollen. Viele würden gerne die Kurve Curve25519 von Daniel Bernstein, der auch unter seinem Kürzel DJB bekannt ist, standardisieren. Doch insbesondere Techniker von Microsoft sind mit Bernsteins Vorschlag unzufrieden.

Nist-Kurven stammen von der NSA

Inhalt:
  1. Bernstein gegen Microsoft: Die Suche nach neuen Kurven
  2. Brainpool, Nums oder Curve25519

Die bisher verwendeten Standardkurven von der US-Behörde Nist sind in Verruf geraten. Die Nist-Kurven wurden von einem Mitarbeiter der NSA entwickelt. Bei der Spezifizierung der Kurven wurden einige Parameter aus Zahlenfolgen generiert, die nirgends erklärt werden. Zwar konnte bislang niemand eine Schwäche der Nist-Kurven nachweisen, aber es steht zumindest der Verdacht im Raum, dass die Kurven so gewählt wurden, dass sie eine Hintertür enthalten. Nach der NSA-Affäre gab es daher in der TLS-Arbeitsgruppe den Wunsch, neue Algorithmen auf Basis elliptischer Kurven zu spezifizieren. So erhielt die Kryptographie-Arbeitsgruppe den Arbeitsauftrag, neue Kurven zu standardisieren.

Curve25519 wurde bereits 2005 von Daniel Bernstein entwickelt. Anders als bei den Nist-Kurven sollte hierbei möglichst wenig Spielraum bei der Wahl der Kurve bleiben. Bernsteins Vorgehensweise dabei war, bestimmte Kriterien für eine sichere und schnelle Kurve zu definieren und anschließend die erste Kurve auszuwählen, die den entsprechenden Kriterien entspricht. Dabei sollte es möglichst wenig Spielraum für mögliche Manipulationen geben und das Verfahren so gestaltet sein, dass es von anderen Personen nachvollzogen werden kann und diese bei derselben Kurve landen.

Textsecure, OpenSSH und GnuPG nutzen Curve25519

Curve25519 ist zwar bislang kein offizieller Standard, aber es gibt schon jetzt zahlreiche kryptographische Anwendungen, die auf diese Kurve setzen, darunter etwa die Messenger Textsecure und Pond, OpenSSH und seit kurzem auch GnuPG. Eigentlich hatten sich viele erhofft, dass man sich relativ schnell darauf einigen könnte, Curve25519 zu standardisieren. Außerdem soll eine weitere, größere Kurve spezifiziert werden. Mit 255 Bit bietet Curve25519 zwar bereits einen hohen Sicherheitsstandard, für zukunftssichere Anwendungen sollte jedoch auch eine Kurve mit mehr als 500 Bit standardisiert werden.

Stellenmarkt
  1. ENSO Energie Sachsen Ost AG, Dresden
  2. EWE Aktiengesellschaft, Cappeln

Doch aus der schnellen Standardisierung wurde nichts. Ein Team von Microsoft-Kryptographen brachte einen eigenen Vorschlag in die TLS-Arbeitsgruppe ein, die sie als Nums-Kurven bezeichneten. Nums steht für "Nothing up my Sleeves" und hat im Grunde dasselbe Ziel wie Curve25519: ein klar definierter Generierungsprozess, bei dem es möglichst wenig Spielraum für Manipulationen geben sollte. Doch die Microsoft-Techniker definierten andere Kriterien als Bernstein und kamen somit zu unterschiedlichen Ergebnissen. Für größere Bitlängen haben inzwischen verschiedene Teams unabhängig voneinander eine Kurve namens E-521 berechnet und mit dieser ist inzwischen auch Microsoft einverstanden.

Brainpool, Nums oder Curve25519 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. (-88%) 2,49€
  2. (-77%) 11,49€
  3. 55,11€ (Bestpreis!)
  4. 299€ + 4,99€ Versand oder Abholung im Markt

Niantic 09. Dez 2014

ist doch egal ob er für die NSA arbeitet oder nicht. Wenn sein Arbeitsweg zu seiner EC...

Anonymer Nutzer 09. Dez 2014

Dankeschön für diesen Lacher am Abend! xD

widar23 07. Dez 2014

Nicht wirklich. DJB hat 2005 sinngemäß gesagt "PinkBikeShed ist Käse", ohne große...

mnementh 05. Dez 2014

Sie halten es für unnötig, da die technischen Argumente bereits auf dem Tisch liegen...

Anonymer Nutzer 04. Dez 2014

...ist also ein Troll. Interessant!


Folgen Sie uns
       


Alstom E-Bus Prototyp in Berlin - Bericht

Der Alstom Aptis kann mit beiden Achsen lenken und ist deshalb besonders wendig. Wir sind in Berlin eine Runde mit dem Elektrobus gefahren.

Alstom E-Bus Prototyp in Berlin - Bericht Video aufrufen
P20 Pro im Kameratest: Huaweis Dreifach-Kamera schlägt die Konkurrenz
P20 Pro im Kameratest
Huaweis Dreifach-Kamera schlägt die Konkurrenz

Mit dem P20 Pro will Huawei sich an die Spitze der Smartphone-Kameras katapultieren. Im Vergleich mit der aktuellen Konkurrenz zeigt sich, dass das P20 Pro tatsächlich über eine sehr gute Kamera verfügt: Die KI-Funktionen können unerfahrenen Nutzern zudem das Fotografieren erleichtern.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Android Huawei präsentiert drei neue Smartphones ab 120 Euro
  2. Wie Samsung Huawei soll noch für dieses Jahr faltbares Smartphone planen
  3. Porsche Design Mate RS Huawei bringt 512-GByte-Smartphone für 2.100 Euro

Physik: Maserlicht aus Diamant
Physik
Maserlicht aus Diamant

Ein Stickstoff-Fehlstellen-basierter Maser liefert kontinuierliche und kohärente Mikrowellenstrahlung bei Raumtemperatur. Eine mögliche Anwendung ist die Kommunikation mit Satelliten.
Von Dirk Eidemüller

  1. Colorfab 3D-gedruckte Objekte erhalten neue Farbgestaltung
  2. Umwelt China baut 100-Meter-Turm für die Luftreinigung
  3. Crayfis Smartphones sollen kosmische Strahlung erfassen

Dell XPS 13 (9370) im Test: Sehr gut ist nicht besser
Dell XPS 13 (9370) im Test
Sehr gut ist nicht besser

Mit dem XPS 13 (9370) hat Dell sein bisher exzellentes Ultrabook in nahezu allen Bereichen überarbeitet - und es teilweise verschlechtert. Der Akku etwa ist kleiner, das spiegelnde Display nervt. Dafür überzeugen die USB-C-Ports, die Kühlung sowie die Tastatur, und die Webcam wurde sinnvoller.
Ein Test von Marc Sauter und Sebastian Grüner

  1. Ultrabook Dell hat das XPS 13 ruiniert
  2. XPS 13 (9370) Dells Ultrabook wird dünner und läuft kürzer
  3. Ultrabook Dell aktualisiert XPS 13 mit Quadcore-Chip

    •  /