• IT-Karriere:
  • Services:

Brainpool, Nums oder Curve25519

Neben den Vorschlägen Curve25519 und Nums gab es noch Stimmen in der Arbeitsgruppe, die grundsätzlich derartige deterministische Verfahren infrage stellten. Stattdessen sollte man die Kurven besser aus pseudozufälligen Zahlen generieren. Eine Möglichkeit dazu wäre etwa, den Hash einer einfachen Zahl (wie 0 oder 1) als Basis für die Kurvenberechnung zu wählen. Einen derartigen Ansatz haben die Brainpool-Kurven, die von Mitarbeitern des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) für den deutschen elektronischen Personalausweis entwickelt wurden. Doch an dieser Vorgehensweise gibt es auch einige Kritik: So gibt es bei der Wahl der entsprechenden Pseudozufallszahlen so viele Varianten, dass sie einigen Spielraum für eine mögliche Manipulation bieten.

Stellenmarkt
  1. Axians IKVS GmbH, Münster
  2. Karlsruher Institut für Technologie (KIT) Campus Nord, Karlsruhe

Wie weit dieser Spielraum geht, zeigt ein ironisches Schriftstück, das im Sommer bei der Rump-Session der Eurocrypt-Konferenz vorgestellt wurde. Ein Team von Kryptographen hatte dort die sogenannten BADA55-Kurven präsentiert. Sie wurden mit ähnlichen Verfahren wie die Nist- und die Brainpool-Kurven erstellt und enthalten alle in ihrer Hexadezimal-Darstellung die Zeichenkette BADA55 (als Anspielung auf den englischen Ausdruck "bad ass").

Die Brainpool-Kurven kamen zwar in der Diskussion auch immer wieder zur Sprache, letztendlich war aber deutlich, dass sich die Mehrzahl einen deterministischen Prozess zur Generierung der Kurven wünschte. Zuletzt rückte die Microsoft-Seite von ihrem eigenen Vorschlag ab und präsentierte eine neue Kurve. Diese lehnte sich stark an Curve25519 an, unterscheidet sich jedoch in einem Parameter von Bernsteins Kurve. Den trug auch Google-Entwickler Adam Langley mit, wobei er betonte, dass dies nur ein Kompromiss sei und ihm eine Standardisierung der originalen Curve25519-Kurve lieber wäre.

Jüngster Microsoft-Vorschlag stand bereits im Curve25519-Paper

Der neue Microsoft-Vorschlag veranlasste Bernstein zu einer langen Antwort. Er hatte die entsprechende Kurve, die Microsoft jetzt zur Standardisierung vorschlägt, bereits 2005 im Original-Paper von Curve25519 erwähnt und verworfen. Er sei allerdings nicht auf die Idee gekommen, dass jemand jemals diese Kurve wiederbeleben wolle, deshalb hatte er damals keine ausführliche Begründung dafür geschrieben. Das holte er jetzt nach. Die Kurve, die er mangels eines anderen Namens als PinkBikeShed bezeichnet, sei zwar deutlich besser als etwa die Nist-Kurven, in bestimmten Situationen könne sie allerdings Schwächen aufweisen, die durch Curve25519 verhindert werden.

Bernsteins pragmatischer Vorschlag: Microsoft hatte im Laufe der Diskussion bereits an den eigenen Kriterien geschraubt und ist so etwa auf die E-521-Kurve gekommen. Daher könnte es einfach ein weiteres Kriterium hinzufügen. Dann würde es ebenfalls bei Curve25519 landen.

Trevor Perrin, einer der Entwickler von Textsecure, spekulierte bereits, dass es Microsoft in erster Linie darum gehe, am Ende behaupten zu können, es hätte etwas zum Standardisierungsprozess beigetragen. Angesichts dessen, dass Curve25519 bereits weit verbreitet sei und der jüngste Microsoft-Vorschlag keine Verbesserung dazu darstelle, sei das aber ein Desaster. In eine ähnliche Richtung argumentiert auch die Kryptographin Alyssa Rowan, die vermutet, dass es Microsoft nur noch darum gehe, das Gesicht zu wahren.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Bernstein gegen Microsoft: Die Suche nach neuen Kurven
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  2. 555,55€ (zzgl. Versandkosten)
  3. 399,00€ (Bestpreis! zzgl. Versand)

Niantic 09. Dez 2014

ist doch egal ob er für die NSA arbeitet oder nicht. Wenn sein Arbeitsweg zu seiner EC...

Anonymer Nutzer 09. Dez 2014

Dankeschön für diesen Lacher am Abend! xD

widar23 07. Dez 2014

Nicht wirklich. DJB hat 2005 sinngemäß gesagt "PinkBikeShed ist Käse", ohne große...

mnementh 05. Dez 2014

Sie halten es für unnötig, da die technischen Argumente bereits auf dem Tisch liegen...

Anonymer Nutzer 04. Dez 2014

...ist also ein Troll. Interessant!


Folgen Sie uns
       


E-Trofit elektrifiziert Dieselbusse - Bericht

Die Ingolstädter Firma E-Trofit elektrifiziert Dieselbusse. Golem.de hat sich die Umrüstung vorführen lassen.

E-Trofit elektrifiziert Dieselbusse - Bericht Video aufrufen
Definitive Editon angespielt: Das Age of Empires 2 für Könige
Definitive Editon angespielt
Das Age of Empires 2 für Könige

Die 27 Einzelspielerkampagnen sollen für rund 200 Stunden Beschäftigung sorgen, dazu kommen Verbesserungen bei der Grafik und Bedienung sowie eine von Grund auf neu programmierte Gegner- oder Begleit-KI: Die Definitive Edition von Age of Empires 2 ist erhältlich.

  1. Microsoft Age of Empires 4 schickt Spieler ins Mittelalter

Autonomes Fahren: Wenn der Wagen das Volk nicht versteht
Autonomes Fahren
Wenn der Wagen das Volk nicht versteht

VW testet in Hamburg das vollautonome Fahren in der Stadt - und das recht erfolgreich, wie eine Probefahrt zeigt. Als größtes Problem erweist sich ausgerechnet die Höflichkeit der Fußgänger.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Volkswagen ID. Space Vizzion als Elektrokombi vorgestellt
  2. Elektroauto von VW Es hat sich bald ausgegolft
  3. ID.3 kommt Volkswagen verkauft den E-Golf zum Schnäppchenpreis

In eigener Sache: Aktiv werden für Golem.de
In eigener Sache
Aktiv werden für Golem.de

Keine Werbung, kein unerwünschtes Tracking - kein Problem! Wer Golem.de-Inhalte pur nutzen möchte, hat neben dem Abo Golem pur jetzt eine weitere Möglichkeit, Golem.de zu unterstützen.

  1. Golem Akademie Von wegen rechtsfreier Raum!
  2. In eigener Sache Wie sich Unternehmen und Behörden für ITler attraktiv machen
  3. In eigener Sache Unser Kubernetes-Workshop kommt auf Touren

    •  /